Konnektivität in der Fertigung

Konnektivität in der Fertigung

Die Revolution ist in vollem Gange

Im Markt kursieren derzeit viele Meldungen rund um die Themen Industrie 4.0, das industrielle Internet der Dinge oder die smarte Fabrik. Weltweit rufen Regierungen zu Investitionen auf, um Fabrikanlagen für die Zukunft zu entwickeln. Zwar gibt es unterschiedliche Initiativen, jedoch ist das zugrunde liegende Ziel bei allen dasselbe: komplett vernetzte Fertigungsanlagen zu schaffen, die exponentziell verbesserte Produktionseffizienz ermöglichen.
Die Fertigungsanlagen der Zukunft werden vollständig automatisiert sein und ohne menschliches Eingreifen funktionieren. Integriert in intelligente Systeme werden sie in der Lage sein, Produktionsprobleme und Vorfälle im Fertigungsablauf zu prognostizieren und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wodurch Produktionsverzögerungen und Unfälle im Fertigungsablauf vermieden werden. 3D-Druck und Robotik werden die Produktion ankurbeln, während die Datenanalyse hochwertige Ergebnisse gewährleisten kann. Die Abläufe im Fertigungsbereich sollen dann per Fernzugriff über ein Smartphone von Personen überwacht werden, die am anderen Ende der Welt sitzen. Damit diese Vision real werden kann, muss sich der Markt auf bestimmte Aspekte in der Fertigung konzentrieren.

Unterbrechungsfreie Konnektivität im Fertigungsbereich

Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen ist M2M-Konnektivität in der verarbeitenden Industrie schon weit verbreitet. Die Systeme im Fertigungsbereich sind bereits auf der Basis komplexer, industrieller Konnektivitätsstandards vernetzt. Immer mehr Hersteller akzeptieren den industriellen Ethernet-Standard, der die Interoperabilität im Fertigungsbereich vereinfachen kann. Die Fortschritte im Bereich der drahtlosen Konnektivität fördern den Einsatz von drahtlosen Sensornetzwerken auf Feldebene. Zudem untersuchen die Hersteller auch andere drahtlose Varianten, wie etwa WLAN oder Mobilfunk-Standards, um im Fertigungsbereich den Einsatz mobiler Geräte und die Überwachung per Fernzugriff zu ermöglichen. Die vernetzten Fertigungsanlagen der Zukunft dürften wahrscheinlich verkabelte als auch drahtlose Lösungen nutzen. Allerdings wird die Umsetzung der unterbrechungsfreien Lösungen durch die vorhandenen Systeme und Industriestandards schwierig. Es ist wichtig, dass neue Konnektivitätsstandards mit den vorangegangenen Normen kompatibel sind. Die Automatisierungsanbieter müssen daher die bestehenden Konnektivitätssysteme verstehen, bevor sie neue Lösungen implementieren. Um die Interoperabilitätsprobleme zu bewältigen, müssen Anbieter neue Hardware (Switches) implementieren, die Multiprotokoll-Unterstützung bieten.

Interoperable Cloud-Plattformen bereitstellen

Die Cloud hält bislang nur im Rahmen geschäftlicher Funktionsbereiche der verarbeitenden Industrie Einzug. Die Hersteller agieren immer noch zurückhaltend, was die Auslagerung von Kernfunktionen in die Cloud betrifft. Denn jede Ausfallzeit stellt große Verluste für die Hersteller dar. Darüber hinaus ist die Datensicherheit für die Hersteller in Europa weiterhin eine ungelöste Frage. Dennoch dürfte die verarbeitende Industrie jedoch Kernfunktionen in die Cloud auslagern, sobald sich Lösungen in Industriequalität etabliert haben. Dieses Vertrauen könnte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass Lösungen möglicherweise nicht von traditionellen Cloud-Anbietern, sondern von Automatisierungsanbietern stammen. Die Hersteller müssen zudem sicherstellen, dass diese Cloud-Plattformen mit bestehenden Systemen oder anderen verwendeten Cloud-Plattformen kompatibel sind. Die Nutzung von Open Source für Cloud-basierte Anwendungen wird die Interoperabilität erleichtern. Die Cloud-Plattformen sollten den Herstellern zudem ermöglichen, Anwendungen auf die Architektur ihrer Fertigungsanlagen anzupassen.

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Frost und Sullivan Ltd.
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