Interview mit Dr. Axel Zein, Geschäftsführer bei WSCAD, über die neue Elektro-CAD-Software Electrix

Engineering auf neuem Level

Im Jahr 1990 gegründet, wollte sich WSCAD eigentlich auf das Design von Leiterplatten ausrichten. Doch wie so oft, kam es anders: Heute ist das Unternehmen mit seinem Angebot für den Elektro-CAD-Bereich im Maschinen- und Anlagenbau etabliert. "Unter dem Namen Electrix steht jetzt unsere neue Softwaregeneration in den Startlöchern - mit umfangreichen Verbesserungen und Erweiterungen", verspricht Axel Zein. Wie die konkret aussehen und auf welche Trends man damit reagieren will, erklärt der WSCAD-Geschäftsführer im SCHALTSCHRANKBAU.

War eine zunehmend internationale Ausrichtung von WSCAD auch der Grund für den neuen Softwarenamen?

Zein: Auf jeden Fall hat sie ihren Teil dazu beigetragen. Die Grundidee hinter dem neuen Namen Electrix war aber eher folgende: Wir bedienen sechs Ingenieurendisziplinen – Verfahrenstechnik, Elektrik, Fluid, Elektroinstallation, Schallschrankbau und Gebäudeautomation. Was ist der gemeinsame Nenner? Die elektrische Energie. Sie bildet den Mittelpunkt des ganzen Ökosystems von WSCAD. Mit Electrix heben wir dieses System jetzt auf ein neues Level, was moderne Software-Mechanismen und Standards angeht.

Können Sie auch hier Beispiele geben?

Zein: Wir bieten jetzt eine einheitliche Benutzerverwaltung quer durch unsere Tools, die Software läuft rein 64Bit-basiert. Es gibt eine absolut native Unterstützung der Grafikkarte des Prozessors. Zudem stellen wir eine Vielzahl an Makros zur Verfügung – allein für die Gebäudeautomation sind es rund 300 Stück. Entsprechend nutzen immer mehr unserer Kunden das Angebot bereichsübergreifend und durchgängig, von der Gebäudetechnik bis zu den Anlagen in der Produktion. Unsere Datenbank wscaduniverse.com wächst parallel als ongoing Prozess beständig. Wir fahren hier jeden Monat ein Update mit neuen und aufbereiteten Daten. Diese Aktualität kommt bei den Anwendern natürlich gut an. Genauso der Aspekt, dass wir die Daten der Hersteller kostenfrei hosten, und die Kunden sie kostenfrei abrufen können. Darüber hinaus bieten wir die Daten nicht nur in unserem hauseigenen Format an, sondern z.B. auch im EDZ-, DXF/DWG oder Step-Format.

Welche Apps ergänzen Electrix?

Zein: Hier ist z.B. unsere Instandhalter-App zu nennen. Über einen QR-Code kann der Servicetechniker direkt im Feld auf den Schaltplan einer Anlage zugreifen. Er kann prüfen, ob ausgefallene Komponenten überhaupt noch verfügbar sind oder über unsere Online-Datenbank passende Nachfolgeteile oder Alternativen mit ähnlicher technischer Spezifikation definieren. Für den Building-Bereich haben wir eine Augmented Reality App entwickelt, die Räume scannt und vermisst. Auf dieser Basis lässt sich dann unkompliziert ein digitaler Zwilling für die spätere Elektrokonstruktion entwerfen. Die Scans lassen sich in DXF oder DWG exportieren und anschließend in Electrix weiter bearbeiten. Ein namhaftes Showcase für diesen Lösungsweg war etwa das Sony Center in Berlin. Ein weiteres spannendes Produkt bildet die WSCADemy, die im Rahmen unserer eigenen Plattform kurze Videotutorials als Antworten auf ganz spezifische Fragen bereit stellt. Aktuell sind es – sortiert nach Kategorien – schon rund 100 Stück. Durch solche Tools wollen wir unseren Kunden hilfreiche Werkzeuge an die Hand geben, mit denen sie auf die immer weiter steigende Komplexität im Engineering und immer anspruchsvollere Zeitpläne reagieren können – auch unter Zuhilfenahme von Zukunftstechnologien wie Augmented Reality oder künstlicher Intelligenz.

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