IT-Experte Andreas Schlechter: Produktionsrechner und -anlagen sind Sicherheitsrisiko

IT-Experte Andreas Schlechter: Produktionsrechner und -anlagen sind Sicherheitsrisiko

Die vor allem mittelständisch geprägte Maschinenbauindustrie in Deutschland ist nicht ausreichend auf Cyberkriminalität vorbereitet – weder auf den Angriff, noch auf die Folgen. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie des VDMA, dem mit 3.200 Mitgliedern größten Verband der Unternehmen des Maschinenbaus in Deutschland und Europa.

Geschäftsführer Andreas Schlechter von Telonic (Bild: Telonic GmbH)
Geschäftsführer Andreas Schlechter von Telonic (Bild: Telonic GmbH)

Knapp die Hälfte der Unternehmen arbeitet laut VDMA mit einem veralteten Schutz vor Angriffen aus dem Netz. In der Praxis sind vor allem Rechner in Produktionsanlagen reich an Risiken: „Betriebsrechner in Industrieanlagen sind häufig mit älteren Betriebssystemen wie Windows XP ausgestattet und erfüllen damit nicht die aktuellen Sicherheitsrichtlinien. In den Betrieben werden Fertigungsanlagen wesentlich weniger auf Cyberattacken überwacht, als die Rechner der Mitarbeiter“, sagt Andreas Schlechter, Geschäftsführer von Telonic. Das Kölner Systemhaus implementiert proaktive Sicherheitslösungen für IT-Netze und setzt umfangreiche drahtlose sowie drahtgebundene Netzwerke um.

Millionenschäden zu erwarten

Befürchtet werden Betriebsunterbrechungen, die neben Ausfällen auch für Reputationsschäden sorgen. Ein Produktionsstopp kann die Auslieferung an Kunden verzögern. Den möglichen Schaden durch Cyber-Attacken schätzen die durch den VDMA befragten Firmen mehrheitlich in Bereichen zwischen 500.000 bis 1 Mio.€ ein. Bei mittelständischen Unternehmen kann das auch existenziell bedrohlich werden. „Pleite durch Hacker – das darf nicht passieren. Das mangelnde Bewusstsein für Sicherheitslücken werden Hacker ausnutzen. Daher gilt es, Schutzmechanismen zu implementieren. Ansonsten wird die Industrie 4.0 zur größten Gefahr für alle Unternehmen“, erklärt Telonic-Geschäftsführer Andreas Schlechter. Sein Unternehmen betreut mit mehr als 120 Mitarbeitern Kunden aus dem Mittelstand sowie der Konzernwelt und setzt dazu innovative Technologien zur Überwachung eines Netzwerks auf verdächtige Aktivitäten ein.

Nicht einmal versichert

Die deutliche Mehrheit (88 Prozent) der vom VDMA befragten Unternehmen ist nicht einmal gegen die möglichen Auswirkungen einer Cyber-Attacke versichert. Insgesamt wurden 244 Firmen mit einem Umsatz von bis zu 75Mio.€ jährlich durch den VDMA und seine Tochter VSMA befragt. Der geschützte Datenaustausch in Produktionsbereichen ist derweil nicht so einfach umzusetzen wie die eines Client-PCs in der Verwaltung. Verantwortlich dafür sind Altsysteme, die sich nicht mehr updaten lassen, aber auch vorhandene Fernwartungsschnittstellen, die herstellerseitig benötigt werden. In diesen Fällen müsse dringend am Schutz des gesamten Netzwerkes gearbeitet werden, so Andreas Schlechter.

Die Telonic GmbH

Die Telonic GmbH ist ein Systemhaus für Netzwerk und Security. Seit der Gründung 1979 ist das Unternehmen in Familienbesitz und betreut Kunden in zahlreichen Branchen – von Verwaltung, Industrie und Logistik über Bank- und Finanzwesen bis zu Konzernen aus der Energieversorgung. Durch den klaren Fokus auf Netzwerk- und IT-Sicherheitslösungen verfügt Telonic über zahlreiche Best Practice-Erfahrungen und agiert als Systemintegrator für führende Soft-und Hardwarehersteller. Neben der herstellerunabhängigen Analyse realisiert Telonic die Projekte und sorgt auch für die laufende Betreuung und anfallende Schulungsmaßnahmen. Mehr als 120 Mitarbeiter stehen dazu bundesweit den Kunden zur Verfügung.