Statement von Werner Meditz, Technischer Leiter, Arno Werkzeuge

Maschinen werden multitaskingfähig

Moderne Maschinen müssen modular sein und sich für die Fertigung bauteilbezogen anpassen lassen – das ist laut Werner Meditz, Technischer Leiter bei Arno Werkzeuge, einer der großen Trends im Maschinenbau. Wichtige Voraussetzungen dafür: Die Standardisierung von Kommunikationsnetzwerken und die intuitive Maschinenbedienung, wie man es von Smartphones und Tablets gewohnt ist, meint Meditz.
Werner Meditz ist technischer Leiter bei Arno Werkzeuge.
Werner Meditz ist technischer Leiter bei Arno Werkzeuge.Bild: ARNO Werkzeuge, Karl-Heinz Arnold GmbH

„Wir sehen im Maschinenbau seit Oktober 2020 einen leichten Auf­wärtstrend. Die meisten erwarten für 2021 ein geringes Wachstum im unteren einstelligen Bereich. Als Werkzeughersteller streben wir höhere Ziele an. Die wollen wir mit innovativen Produkten, ständig neuen Entwicklungen und Alleinstellungsmerkmalen in diversen Produktgruppen erreichen.“

Wie bewerten sie die fortschreitende Digitalisierung?

„Digitalisierung ist der stärkste Treiber für Entwicklungen im Ma­schinenbau. Prozesse und Abläufe werden zunehmend digitaler. Kurze Durchlaufzeiten verschärfen die Anforderungen an die Konstruktion im Maschinen- und Werkzeugbau. Viele Unternehmen sehen sich auf dem Weg zu Industrie 4.0, wobei es große Differenzen gibt. Wir sind mit einem CRM-System, Webshops und Toolmanagement schon stark digitalisiert. Um auch Kunden zu bedienen, die nicht so weit sind, müssen wir beide Welten abbilden.“

Welche neuen Technologien beeinflussen die Maschinenent­wicklung?

  • Zunehmender Leichtbau mit hochfesten Stählen und Leicht­metallen erfordert neue Prozesse und Anlagen.
  • Einführung des Energiemanagementsystems nach ISO50001. Die Energieeffizienz von Drehstrommotoren mit einer Nennleis­tung von 0,75kW bis unter 1.000kW und 2-8 Polen muss ab Juli 2021 dem Wirkungsgrad IE3 entsprechen.
  • Maschinen- und Anlagenbetreiber fordern die Standardisierung von Kommunikationsnetzwerken als Grundlage für Industrie 4.0 und Smart Factory.
  • Zunehmende intuitive Maschinenbedienung wie bei Smartphone und Tablet.

Wie verändern sich Aufgaben für Konstrukteure?

„Der Konstrukteur wird immer mehr zum Problemversteher und -löser und somit zum Bindeglied zwischen Hersteller und Kunde. Prozesse und Abläufe müssen in kürzester Zeit verstanden und konstruktiv mithilfe aktueller Technologie der verschiedenen Fertigungsmöglichkeiten umgesetzt werden. Dabei ist Zerspanungs­wissen für Standards genauso wie für komplexe Sonderlösungen gefragt. Wer Mehrwert und neue Lösungen bieten kann und die Produktivität steigern hilft, ist im Vorteil.“

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