Effizient vorausgeschaut

Eine der wichtigsten Neuerungen, die Kaeser mit seinem Smart Engineering einführen konnte, war die Verknüpfung von vorausschauender Wartung (Predictive Maintenance) und Engineering. „Ohne die EB-Datenbank wäre es uns längst nicht so gut möglich, unseren Kunden vorausschauende Wartung als Service anzubieten“, schildert Falko Lameter. Dafür erhält das System aus EB als Grundlage zunächst die Liste aller möglichen Messstellen. Dazu gehören Informationen zur Art der Messung, also ob es sich zum Beispiel um Druck-, Temperatur- oder Level-Sensoren handelt und ob sie Bar, Celsius/Fahrenheit oder andere Einheiten erfassen. Damit ist die Plattform nicht nur die ‚Single source of Truth‘ aller technischen Daten einer Anlage, sondern auch ihrer Übertragungs-Charakteristik. Möglich ist dies, weil EB aufgrund des Datenbankkonzepts Objekte wie Messstellen beschreiben kann, die auf keinem R&I-Schema oder Stromlaufplan dargestellt sind. Das entscheidende aber ist die Konfiguration der Datenübertragung vom Leitsystem an die Predictive Maintenance-Lösung. Über EB erfährt das Leitsystem zum einen, zu welchen Messstellen es im Betrieb tatsächlich Daten an die Wartungsanwendung schicken soll – denn relevant sind längst nicht alle. Zum anderen konfigurieren die Kaeser-Fachleute mit Hilfe der Engineering-Plattform auch, wie oft und wie genau diese Meldungen erfolgen sollen.

Zentral und konsistent

Kaeser wollte für seine Digitalisierungs-Strategie sicherstellen, dass alle dieselbe Sprache sprechen. Die Verbesserung der Daten war ein Muss, damit sie Ausgangspunkt und Zentrum nicht nur der Planung, sondern auch des späteren Betriebs werden konnten. „Mit EB ist uns beides gelungen: weitgehende Standardisierung und höhere Qualität“, so Patrick Dietz. Als wichtigsten Grund bezeichnet er die zentrale Datenbank. Sie sichere die Qualität der Informationen zu einer Druckluftanlage insbesondere hinsichtlich Konsistenz und Vollständigkeit. Sie stelle Expertenwissen bereit und ermögliche einen hohen Grad der Arbeitsteilung – sowohl für die intern Beteiligten wie Außendienst, Anlagenexperten, Auftragsabwicklung und Service, als auch in Zusammenarbeit mit externen Partnern wie Händler oder Planungsbüros. „Jeder in den Prozess Eingebundene hat erstmals jederzeit Zugriff auf für ihn relevante Daten der Anlage, die zudem stets aktuell sind“, sagt Falko Lameter. Das liegt auch daran, dass Änderungen grundsätzlich nur an einer Stelle eingepflegt werden müssen. Das Datenmodell sorgt dafür, dass sie unmittelbar an jeder weiteren Repräsentanz eines geänderten Objektes sichtbar sind, in Explorer, Grafiken und Listen.

Vision

Der Einsatz von Engineering Base wird bei Kaeser gemeinsam mit Aucotec kontinuierlich ausgebaut. Neben der Erweiterung des Anwenderkreises stehen unter anderem die Elektroplanung sowie eine App für das Smartphone auf dem Plan. Die Partnerschaft zwischen den Unternehmen begann vor über 20 Jahren mit der Einführung des damals hochmodernen E-CAD-Systems Elcad. „Ausschlaggebend für unseren Umstieg war die für ein derartiges Planungs- und Dokumentationssystem einmalige Architektur mit der zentralen Datenbank als Kern; ohne diese Basis wären unsere Visionen so nicht umsetzbar gewesen“, sagt Falko Lameter.