
Engel erwartet für das Geschäftsjahr 2026/27 einen Umsatz von rund 1,55Mrd.€, das entspricht einem Wachstum von etwa 10% im Vergleich zum Vorjahr. Besonders positiv entwickelt sich die Region Nordamerika, wo u.a. Re-Shoring und der Ausbau von Rechenzentren neue Projekte anstoßen. Die Medizintechnik bleibt weltweit eine verlässliche Konstante für das Unternehmen. Im Bereich Packaging macht sich die Investition in energieeffiziente Innovationen bezahlt. „Wir sehen einen Aufschwung, aber keine Trendumkehr“, sagt Stefan Engleder, CEO der Engel Gruppe.
USA als Wachstumsmotor
Am deutlichsten zieht die Nachfrage in den USA an. Kunden holen Investitionen nach, die sie lange aufgeschoben haben. Zugleich bringt die Verlagerung von Produktionen in die USA neue Greenfield- und Brownfield-Projekte. Davon profitiert vor allem der technische Spritzguss: Gefragt sind große, hoch automatisierte Anlagen für die Infrastruktur von Rechenzentren, etwa für Gehäuse, Rohrsysteme sowie Kühl- und Elektrokomponenten. Ebenso steigt die Nachfrage nach Lösungen für Frischwasser, Abwasser und Regenwasserrückhaltung. Auch Hersteller von Haushaltsprodukten, die große Handelsketten beliefern, bauen ihre Produktion in Nordamerika aus. Im Automotive-Bereich treiben neue Fahrzeugprogramme und nachgeholte Projekte die Investitionen, und Packaging-Kunden erweitern gezielt ihre Kapazitäten in den USA.
Europa: Kunden entscheiden wieder
In Europa hat sich die Stimmung in den vergangenen Monaten spürbar verändert. Anfragen werden wieder zu ersten Aufträgen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen investieren in den Ersatz älterer Maschinen und in neue Produktionskonzepte, die ihren bestehenden Maschinenpark ergänzen. Auch hier sorgen Haushaltsgeräte und Haushaltsprodukte, Anwendungen für Bau und Wasserinfrastruktur, Logistiklösungen und Spielwaren für eine stabile Nachfrage. Die Nachfrage nach medizinischen Anwendungen bleibt auf hohem Niveau, während der Automotive-Markt deutlich unterdurchschnittlich stagniert. Finanziell angeschlagene Zulieferer und die Sparprogramme der Fahrzeughersteller bremsen die Investitionen. Wachstumspotenzial sieht Engel hier beim In-Mould Coating von Außenbauteilen, das als Alternative zur Lackierung weltweit an Bedeutung gewinnt. Im Packaging sorgen die sich verändernden Regularien rund um die EU-Verpackungsverordnung für Unsicherheit.
Darüber hinaus baut das Unternehmen seine Präsenz in Europa sukzessive aus: Der neue Fertigungsstandort im serbischen Kikinda stärkt die europäische Wertschöpfung des Unternehmens. Die Partnerschaft mit dem französischen Spritzgießmaschinenhersteller Billion gibt dessen Kunden eine klare Perspektive: Billion betreut die bestehende Maschinenbasis weiterhin im Service, und Engel wird empfohlener Lieferant für neue Maschinen.
Asien: Indien legt kräftig zu, China bleibt herausfordernd
In Indien hat sich der Markt nach einem Einbruch infolge der Konflikte im Nahen Osten erholt und wächst inzwischen rasant. Kapazitätsausbau, lokale Produktion und Investitionen in die Infrastruktur treiben die Nachfrage, ebenso in Afrika. Schwierig bleibt China, vor allem im Automotive-Bereich: Die Nachfrage nach Fahrzeugen ist deutlich zurückgegangen. Ein intensiver Preiskampf und Überkapazitäten aus den vergangenen Jahren belasten die Investitionsbereitschaft. Chancen sieht Engel in Wachstumsfeldern wie Elektronik, Halbleiter und humanoider Robotik. Gefragt sind Lösungen, die Stückkosten senken, Material sparen und sich schnell amortisieren.
















