Maßgeschneiderte Software für die Montageplanung

Planungssicherheit gewinnt in herausfordernden Zeiten einmal mehr an Bedeutung. Viele Fertigungsunternehmen stellen deshalb in der Arbeitsplanung um auf automatisierte Berechnungsregeln und realistische Wertetabellen. Der Werkzeugmaschinenbauer Niles-Simmons setzt bei der Arbeitsplanung auf die modular aufgebaute, webbasierte Software von HSi.
Die vorkonfigurierten Verfahrensbausteine der HSi-Technologiebasis enthalten Schnittwerte, Maschinen und Arbeitsgänge für das Drehen, Fräsen, Bohren und Schleifen.
Die vorkonfigurierten Verfahrensbausteine der HSi-Technologiebasis enthalten Schnittwerte, Maschinen und Arbeitsgänge für das Drehen, Fräsen, Bohren und Schleifen.Bild: Niles-Simmons Industrieanlagen GmbH

Niles-Simmons Industrieanlagen ist ein Werkzeugmaschinenbau-Unternehmen mit rund 400 Beschäftigten und Teil der weltweit agierenden Niles-Simmons-Hegenscheidt Gruppe. Die NSH Gruppe ist eine Maschinenbaugruppe mit sieben produzierenden Tochterunternehmen und einer Vielzahl von weltweiten Verkaufs- und Servicestandorten.

Vor der Einführung einer auf die besonderen Anforderungen im Werkzeugmaschinen (WZM)-Bau spezialisierten Software wurden Arbeitspläne bei Niles-Simmons mit hohem Aufwand manuell erstellt: „Das passte nicht mehr zur Vielzahl unserer Arbeitspläne und wurde zu zeitaufwendig“, erinnert sich Produktionsplanerin Maxi Klausnitzer. Die Verantwortlichen begaben sich infolgedessen auf die Suche nach einer Software, die automatisierte Arbeitsgangfolgen auf der Grundlage von Berechnungsregeln und Wertetabellen erstellt. Zu den weiteren Anforderungen bei der Lösungssuche sagt Maxi Klausnitzer: „Der Aufwand für die Arbeitsplanung sollte reduziert und effektiver gestaltet werden. So wollten wir die Fertigungsprozesse optimieren und unsere Durchlaufzeiten senken.“

Auf Basis einer einheitlichen Kalkulationsbasis galt es darüber hinaus die Planungssicherheit zu steigern und die ermittelten Daten belastbarer zu gestalten. Dabei sollte die Lösung über eine bidirektionale Anbindung an das damalige PPS-System verfügen sowie intuitiv in der Handhabung und an individuelle Prozesse anpassbar sein. Im Rahmen eines Messebesuchs kam man so mit der Firma HSi aus Erfurt ins Gespräch. Der auf adaptive Kalkulations- und Arbeitsplanungslösungen für Fertigungsbetriebe spezialisierte IT-Anbieter hatte mit HSplan eine Software im Gepäck, welche die Auswahlkriterien des Chemnitzer WZM-Herstellers abbilden konnte.

Der Werkzeugmaschinenbauer Niles-Simmons setzt auf belastbare Planzeiten und reduzierte Planungsaufwände. Die modular aufgebaute, webbasierte Software von HSi lässt sich hierfür intuitiv an unternehmensspezifische Anforderungen anpassen.
Der Werkzeugmaschinenbauer Niles-Simmons setzt auf belastbare Planzeiten und reduzierte Planungsaufwände. Die modular aufgebaute, webbasierte Software von HSi lässt sich hierfür intuitiv an unternehmensspezifische Anforderungen anpassen.Bild: Niles-Simmons Industrieanlagen GmbH

Doppelte Datenhaltung vermeiden

HSi-Lösungen verfügen über eine Technologiebasis, die vorkonfigurierte Verfahrensbausteine mit Schnittwerten, Maschinen oder Arbeitsgängen etwa für das Drehen, Fräsen, Bohren und Schleifen enthalten. Diese sind an die unternehmensspezifischen Gegebenheiten in der Fertigung und Montage anpassbar. „Heute ist HSplan bidirektional an unsere ERP-Lösung angebunden“, erläutert Klausnitzer. „Das vereinfacht den Planungsaufwand enorm, denn im ERP sind alle Stammdaten hinterlegt, die dann automatisiert durch unsere Arbeitsplanungslösung übernommen und von den Bausteinen und Regeln verwendet werden können.“ Eine doppelte Datenhaltung entfällt somit. Maße, Gewichte, Zeiten oder Stücklisten lassen sich direkt von den Bausteinen und Regeln verwenden. Sind alle Daten transferiert, erstellt HSplan den Arbeitsplan. Dabei lassen sich vorkonfigurierte Verfahrensbausteine hinzufügen und mit den Parametern der Werkstücke füllen. So entsteht über eine intuitive Menüführung Schritt für Schritt der finale Arbeitsplan. Ist der Planungsprozess abgeschlossen, geht der Arbeitsplan zurück ans ERP, wo schließlich der Fertigungsauftrag erstellt werden kann.

Langfristig Planungszeit einsparen

Niles-Simmons profitiert neben der automatisierten Arbeitsplanerstellung vor allem von der Anpassungsfähigkeit der Lösung: „Der einmalige Aufwand für die Erstellung eigener Logiken zahlt sich auf lange Sicht aus, wenn wir so Zeiten reduzieren und einheitliche Daten in der Arbeitsplanung generieren können“, weiß Klausnitzer zu schätzen. Darüber hinaus kommt auch das Modul HSmdae für Massendatenänderungen zum Einsatz: Alle Arbeitspläne, die auf eine aktualisierte Wertetabelle referenzieren, lassen sich damit automatisiert per Mausklick auf den neuesten Stand bringen. „Mit der Massendatenänderung erzielen wir eine erhebliche Zeiteinsparung, weil wir nicht mehr in jeden Arbeitsplan manuell reingehen müssen, um die Änderung zu übernehmen“, so Klausnitzer.

Montageaufwände zuordnen

Für die Planzeitermittlung von Montageprozessen setzt der WZM-Hersteller zusätzlich HSmont ein: Das Programm enthält verschiedene Suchalgorithmen, mit denen Montagezeiten automatisiert, regelbasiert oder manuell den Stücklistenpositionen zugeordnet werden. Die Montageaufwände sind für verschiedene Montagegruppen in den Stammdaten hinterlegt. Bei Sonderteilen kann das Personal die Aufwände manuell eingeben. „Ist der Aufwand für einzelne Teile erst einmal hinterlegt, wird der Zeitwert bei Wiederholteilen automatisch übernommen“, hebt Maxi Klausnitzer hervor. „Dabei macht sich für uns besonders in der Auftragsfertigung, beispielsweise in der Blechbearbeitung, auch die Copybox bezahlt: Mit der Funktion ist es möglich, Werte aus bereits existierenden, ähnlichen Arbeitsplänen zu übernehmen und diese anzupassen.“ Seit neuestem integriert Niles-Simmons auch NC-Daten mithilfe eines NC-Bausteins in die Arbeitsplanung: Die Programmierer tragen einfach die Daten aus dem CAM-System ein und entsprechend der Eintragungen gibt der Baustein dann die Planzeiten für Rüst- und Stückzeit aus.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH
Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH
Flexibel lizenziert und sicher

Flexibel lizenziert und sicher

Als Automatisierungsanbieter muss B&R einen Spagat bewältigen: Zum einen gilt es, permanent neue
Technologien in neue Produkte zu gießen und auf den Markt zu bringen. Zum anderen müssen die Kunden aber auch zuverlässig und langfristig mit bestehenden Produkten und Lösungen versorgt werden. Dazu zählt
Hard- und Software, die über eine Einmalzahlung oder als Jahresabonnement gekauft werden kann. Die Anwender entwickeln mit der Engineering-Plattform Automation Studio auch ihre eigenen Lösungen und wollen diese wiederum für die Endkunden lizenzieren. Um hier einen zuverlässigen und nachhaltigen Weg für die gesamte Produktpalette zu beschreiten, arbeitet B&R mit Wibu-Systems zusammen.

Bild: ISW Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen
Bild: ISW Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen
Echtzeitsteuerung aus der Cloud

Echtzeitsteuerung aus der Cloud

Die Stuttgarter Maschinenfabrik bildet eine vollständig digitalisierte
Produktionsumgebung ab, in der maßgeschneiderte Produkte innerhalb der physikalischen Grenzen selbstorganisiert hergestellt werden können. Das erfordert eine neue technologische Infrastruktur, die auf dem Einsatz konvergenter Kommunikationstechnik und Echtzeit-Virtualisierung basiert. Zur Verwaltung virtualisierter Echtzeit-Steuerungsanwendungen bedarf es Erweiterungen von Orchestrierungswerkzeugen, die Cloud-Computing den notwendigen Determinismus ermöglichen.

Bild: INOSOFT GmbH
Bild: INOSOFT GmbH
Die Software hinter 
den Leitkegeln

Die Software hinter den Leitkegeln

X-Cone ist ein System zur Verwaltung von Leitkegeln im Straßenverkehr. Dessen Hersteller Buchhaus nutzt eine
Visualisierungslösung von Lenze, in der wiederum VisiWin 7 von Inosoft integriert wurde. Eine HMI-Software, die webbasiertes Arbeiten und Responsive Design unterstützt.

Bild: Uhlmann Pac-Systeme
Bild: Uhlmann Pac-Systeme
Weniger Risiko 
und bessere Qualität

Weniger Risiko und bessere Qualität

Die Industrie muss immer flexibler und schneller auf ihre Märkte reagieren, das gilt auch für Pharmaunternehmen. Infolgedessen werden Lieferzeiten ein zunehmend
entscheidendes Thema. Uhlmann Pac-Systeme, Systemanbieter für das Verpacken von Pharmazeutika aus Laupheim, wollte deshalb kürzere Durchlaufzeiten, beschleunigte Prozesse und Mehrkörpersimulation erreichen – und setzt dabei auf Simulationssoftware von Machineering.

Bild: Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen an der Leibniz Universität Hannover
Bild: Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen an der Leibniz Universität Hannover
Neues Modalanalysesystem mit bis zu 32 Sensoren

Neues Modalanalysesystem mit bis zu 32 Sensoren

Zur Schwingungsanalyse von Maschinen wurde am IFW ein neues Modalanalysesystem Simcenter SCADAS mobile der Firma Siemens beschafft. Hiermit ist es möglich sowohl die Eigenfrequenzen der Maschine oder eines Bauteils mit einer Modalanalyse, als auch die während des Prozess auftretenden Schwingungen mit einer Betriebsschwingungsanalyse zu identifizieren.

Bild: Contrinex Sensor GmbH
Bild: Contrinex Sensor GmbH
Taschenspieler

Taschenspieler

Smarte Sensoren sind das Herzstück der digitalen Fabrik: Sie machen
Anwendungen wie Condition Monitoring oder Predictive Maintenance überhaupt erst möglich. Die intelligenten Sensoren von Contrinex eignen sich für zahlreiche Einsatzgebiete, denn sie vereinen mehrere Erfassungsmodi in einem einzigen Gerät. Jetzt hat das Unternehmen als Zubehör das Tool PocketCodr-Konfigurator auf den Markt gebracht, mit dem sich die Sensoren ohne IT-Kenntnisse einrichten und abfragen lassen.