Zukunft des Maschinenbaus

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In einer aktuellen Szenario-Analyse zeigt Deloitte vier mögliche Entwicklungen des Maschinenbaus in deutschprachigen Ländern bis 2030 auf. Dafür wurden auf der Grundlage der öffentlichen Berichterstattung von Dezember 2019 bis Dezember 2020 sowie auf Basis von qualitativen Experten-Interviews 91 Treiber identifiziert, die die Zukunft des Maschinenbaus wesentlich beeinflussen. Rund ein Drittel dieser Treiber tritt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein und wird einen großen Einfluss auf die Branche haben; als kritische Unsicherheiten bilden sie die Grundlage der vier Szenarien.

Szenario A – Ein fragiles Paradies

In dieser Fortschreibung der aktuellen Situation besetzen die Maschinenbauer auch im Jahr 2030 mit ihren spezialisierten und kundenspezifischen Maschinen attraktive Nischen. Ein offener Welthandel und ein stabiler EU-Wirtschaftsraum helfen ihnen, die Konkurrenz aus Asien, die durch steigende Gehälter gebremst wird, weiter hinter sich zu lassen. Die Tech-Unternehmen schaffen es nur langsam, in das Industriegeschäft einzusteigen. In dieser Position sind die europäischen Maschinenbauer weiterhin in der Lage, die nötigen Talente anzuziehen. Dennoch ist die Situation fragil. Denn die Herausforderungen aus dem Jahr 2021 bleiben erhalten und die europäischen Maschinenbauer sind weiterhin gezwungen, ihren Vorsprung durch kontinuierliche Innovation zu sichern.

Szenario B – Erfolg durch Wandel

Die europäischen Maschinenbauer haben ihre Produktion aus einer Position der Stärke heraus digitalisiert, modularisiert und standardisiert. Mit flexiblen Geschäftsmodellen haben sie die Konkurrenz aus Asien ebenso wie die Plattformanbieter hinter sich gelassen. Doch der hohe Grad der Automatisierung führt zu einem neuen Bedarf an geringer qualifizierten Mitarbeitern. Der Erfolg der Branche muss durch attraktive Preise gesichert werden, die Gehälter und Strukturen der europäischen Unternehmen geraten unter erheblichen Kostendruck.

Szenario C – Das verlorene Paradies

In dieser Zukunft haben die Tech-Unternehmen die Branche deutlich verändert, Software- und Plattformanbieter haben ihre Vision der Zukunft umgesetzt. Wie in Szenario B wurden die Maschinen auch hier digitalisiert, modularisiert und standardisiert, doch ihre Effektivität und Spezialisierung hängt nun von der Software ab. Die europäischen Maschinenbauer haben ihre Gestaltungskraft verloren und sind zu austauschbaren Zulieferern von mechanischen Komponenten geworden, die in starker Konkurrenz zu ihren weltweiten Wettbewerbern stehen. Qualifizierter Ingenieursnachwuchs ist schwer zu finden, da sich immer mehr Arbeitnehmer in Richtung Asien und USA orientieren.

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