S7- und C7-kompatible Steuerungen

Lieferbar und wirtschaftlich

Lieferfähigkeit ist die entscheidende Frage zur Zeit. Dass manch kleinerer Automatisierungsanbieter an diesem Punkt besser dasteht als Großunternehmen, liegt an kürzeren, oft nur nationalen Beschaffungswegen. So geht es auch Insevis. Der Steuerungshersteller hat nach eigenen Angaben in der gesamten Beschaffungskrise noch keinen S7-Kunden im Stich lassen müssen.
Das neue Modell PC431 vereint S7-Panel, S7-SPS und umfangreiche Peripherie bei einer Einbautiefe von nur 43,5mm.
Das neue Modell PC431 vereint S7-Panel, S7-SPS und umfangreiche Peripherie bei einer Einbautiefe von nur 43,5mm. Bild: INSEVIS GmbH

Die S7-SPSen von Insevis lassen sich mit dem SimaticManager ab V5.5 oder mit dem TIA-Portal bis V16.1 (in AWL, KOP, FUP, S7-SCL, S7-Graph) als S7-315-2PNDP programmieren und verfügen über 1MB Arbeits- und 8MB Ladespeicher. Das bietet Kunden im S7-Classic- oder TIA-Sprachraum eine willkommene Erweiterung der bestehenden Lösungen. Die S7-CPUs beinhalten in der Grundausführung bereits zwei getrennte Ethernet-Ports (TCP, UDP, S7-Kommunikation), dazu zwei Modbus-Schnittstellen (TCP und RTU), CAN (CANopen und Layer2) sowie einen seriellen CP mit RS232 und RS485 (freies ASCII). Zusätzlich stehen je nach CPU optional Profibus DP Master/Slave oder Profinet I/O-Controller zur Verfügung. Die Verbindung von S7-Kompatibilität und neuen Schnittstellen erlaubt den Anwendern nicht nur eine Weiterführung preissensitiver Bestandsprodukte sondern mit wenig Aufwand auch ein Redesign, das quasi ohne Programmänderung die Marge an einem Projekt noch einmal erhöhen kann. Zusätzlich sind die S7-Produkte von Insevis auf die einfache Anpassung an kundenspezifische Besonderheiten vorbereitet.

Bild: INSEVIS GmbH

Kompakte Panel-SPSen

Integriert man zusätzlich eines der Touchpanels zwischen 3,5 und 15,6″ in die S7-SPS, erhält man sehr flache Kompaktsteuerungen mit einer Vielzahl an Schnittstellen, die rückseitig onboard bis zu neun frei konfigurierbare I/Os bieten. Damit ist auch schon der Gerätetyp beschrieben, der als Ersatz für die nicht mehr lieferbaren C7-Baugruppen von Siemens die Lebensdauer von Maschinen und Anlagen verlängern kann – und das ohne Änderung des S7-Programms. Die Ein- oder Ausgänge von Insevis können auch abgesetzt verwendet werden. Dann sind flexibel und bitweise umschaltbare digitale Ein- bzw. Ausgänge oder Analogkanäle verfügbar, die einzeln als I/Os für Strom- oder Spannungswerte konfiguriert werden können. Ob eine komplett kundenspezifisch designte Frontplatte mit Ausbrüchen für Handbedienelemente, ob kundenspezifisch angeordnete und angepasste Peripherie oder SFCs oder speziell angepasste Telegrammpuffergrößen in der S7-Firmware – jede dieser Eigenschaften kann für dem Maschinenbauer Mehrwert oder sogar ein Alleinstellungsmerkmal bedeuten. Diese kundenspezifischen Modifizierungen sind selbst bei Kleinserien möglich.

Bis Ende des Jahres will Insevis eine noch kompaktere Lösung aus 4,3″-Panel, S7-SPS und Peripherie auf 43,5mm Bautiefe vorstellen. Hauptziel ist es, damit eine günstige Lösung für die stetig zunehmenden Projekte für Nebenbedienungen anzubieten. Die neue Steuerungs- und Visualisierungseinheit umfasst die zwölf digitale Ein- oder Ausgänge (davon zwei PWM- und zwei Push/Pull-Ausgänge), die bitweise umschaltbar sind. Auch acht der zwölf zusätzlichen digitalen Eingänge können zählen. Bei den analogen Kanälen sind drei von den sechs Eingängen auch kanalweise als Eingang oder Ausgang konfigurierbar und alle können für Strom- oder Spannungsbereiche konfiguriert werden, drei der Eingänge auch für Widerstandsmessungen (RTD für Temperaturen). In Kombination mit dem schnellen Panel im IP65-dichten Metallrahmen und einem erweitertem Temperaturbereich schreibt der Hersteller dieser kompakten Einheit ein großes Potential zu. Nicht nur für kleine Panelgrößen, auch für 7″, 10″ und 15″ sowie ohne Panel für die Hutschiene sind Lösungen mit dieser Peripherie geplant. Lieferstart soll ab Ende Oktober sein.

Bild: INSEVIS GmbH

Schnelles Bedienen und Beobachten

Wenn man wiederum nur die reinen Panel-HMIs betrachtet, stellt man schnell fest, dass diese sehr robusten Ausführungen sehr schnelle Bildwechsel beherrschen, obwohl die Anzahl an Sprachen oder Variablen nicht begrenzt ist. Umfangreiche Trend-, Rezeptur- und Benutzerverwaltungen, Störmeldesysteme samt Archivierungen und Export im CSV-Format sind bereits integriert. Ein Vierfach-VNC-Server ist genauso integriert wie vier Verbindungen zu NTP-Servern und ein Zweifach-Ethernet-Switch für die leichte Verkabelung. Die Projektierung der Visualisierung erfolgt über ein kostenloses und vereinfacht an WinCCflexible angelehntes Visualisierungs-Tool. Das Vorgehen ist laut Anbieter sehr einfach und in einer eigenen YouTube-Playlist erklärt. Hervorzuheben sind der einfache S7-Variablenimport (samt Symbolik) aus dem SimaticManager oder dem TIA-Projekt, die Variablensynchronisation und die gemeinsame Simulation von Visualisierung mit dem S7-Programm. Dabei verweist Insevis auf die selbst für Neueinsteiger einfache und intuitive Benutzung, die schnell zu einer modernen Visualisierung führt. Zur Archivierung von Meldungen, Trends, Prozessdaten in DBs oder für Backups, Updates und Upgrades wird eine Standard-FAT32-Micro-SD-Karte verwendet. Ab August steht ein Konvertierungs-Tool von TIA-WinCC-Panel-Projekten auf die Insevis-Visualisierung zur Verfügung.

Fazit

Wer die Produktlebenszeit für S7-300er-Anwendungen ohne großen Invest noch etwas verlängern will, bekommt von Insevis verschiedene Möglichkeiten an die Hand. Dabei bietet Insevis die Möglichkeit, mit einem IIoT-Gateway S7-Daten per MQTT oder OPC UA der IT-Ebene zur Verfügung zu stellen und per Webvisualisierung anzuzeigen. Die Kombigeräte aus Bedieneinheit, Steuerung und Peripherie erlauben die kompatible Fortführung für viele S7-300er-Projekte ohne großen Kostenaufwand ohne Akzeptanzprobleme beim Endkunden. Die mit Sonderlösungen und Knowhow-Schutz erhältlichen Steuerungen helfen auch kleinen Unternehmen sich im internationalen Seriengeschäft zu behaupten.

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