
Das Unternehmen Nussbaum fertigt Armaturen und Systemkomponenten für die Trinkwasserversorgung in Trimbach in der Schweiz. Die Produktion erfolgt auf Fräs- und Drehmaschinen sowie auf Sondermaschinen wie Rundtaktautomaten. Täglich werden mehrere Komplettwerkzeuge mit dem italienischen Voreinstellgerät von Speroni vermessen. Kürzlich wurden dieser und weitere Prozesse in das Coscom Eco-System integriert.
Nussbaum verwaltet mehrere tausend unterschiedliche komplette Werkzeugaufbauten, die pro Schicht mehrfach gewechselt werden. Eine schnelle und reproduzierbare Vermessung ist ein wichtiger Faktor für einen stabilen Produktionsablauf. Aus diesem Grund setzt das Unternehmen seit 2014 auf ein Speroni STP 46 Futura CNC-Modell. Mit dem System werden täglich zwischen 50 und 80 komplette Komplettwerkzeuge vermessen. Die Messung eines Komplettwerkzeugs dauert etwa eine Minute. Die STP Futura 46 Full CNC ist mit der Speroni-Lasso-Funktion ausgestattet, die ein präzises Scannen kompletter Werkzeugprofile ermöglicht, sowie mit einer Reihe von HSK-Adaptern, die die Wiederholgenauigkeit und Wechselpräzision unterstützen.
Im Jahr 2021 entschied sich Nussbaum, seine Produktionsprozesse zu digitalisieren. Mit der Umsetzung wurde der deutsche Softwareanbieter Coscom beauftragt, der das Projekt schrittweise begleitete und durch gezielte Mitarbeiterschulungen unterstützte. Für die Digitalisierung der Voreinstellung entwickelten Coscom und Speroni Schnittstellen zwischen der Werkzeugmanagementsoftware ToolDirector VM und der Speroni-Software SDS. Diese Integration ermöglicht ein nahtloses Management von Werkzeugdaten und Messaufträgen und verarbeitet derzeit mehr als 5.500 Werkzeugaufträge.
Infolgedessen konnte Nussbaum seinen gesamten Werkzeugdatenfluss erheblich verbessern. Messprogramme und Stammdaten wie Durchmesser, Gesamtlänge und Auskraglänge sind systemseitig miteinander verknüpft. Dies ermöglicht eine weitgehend automatisierte und reproduzierbare Werkzeugvermessung. Darüber hinaus wurden Werkzeuge und Betriebsmittel eindeutig Artikeln und Aufträgen zugeordnet.
„Unsere Einrichter erhalten vollständig vorbereitete Werkzeugwagen und übertragen die geprüften Werkzeugdaten direkt in die CNC-Steuerungen. Der neue Prozess hat die Transparenz erhöht, Fehler reduziert und die Rüstabläufe sowohl effizienter als auch sicherer gemacht“, bestätigt Andreas Röthlisberger, Leiter Ressourcenmanagement. Um den gesamten Lebenszyklus der Werkzeuge abzubilden, wurden außerdem Lager- und Ausgabesysteme von Brütsch Rüegger sowie Kardex-Lagersysteme an ToolDirector VM angebunden. Über mehrere Viewer-Arbeitsplätze, die in der zweistöckigen Halle verteilt sind, können die Mitarbeitenden jederzeit den Werkzeugbestand und dessen Nutzung überwachen. Ziel des Digitalisierungsprojekts war es, alle relevanten Informationen direkt am Arbeitsplatz bereitzustellen.


















