ECAD-Einführung in der Praxis

Konstanter, standardisierter Wandel

Die ZKW Group aus Wieselburg (Österreich) entwickelt Lichtsysteme samt Elektronik für die Automobilindustrie. Beim Engineering-Prozess unterstützt seit kurzem ein Tool von Eplan.
 Die Einführung der Eplan-Softwarelösungen bei ZKW verlief reibungslos und unkompliziert.
Die Einführung der Eplan-Softwarelösungen bei ZKW verlief reibungslos und unkompliziert.Bild: ©Martin Gold/www.martingold.at

Die ZKW Group mit Headquarter im niederösterreichischen Wieselburg entwickelt und produziert Lichtsysteme samt Elektronik für die Automobilindustrie. Der Zulieferer kann dabei auf ein Netzwerk an global verteilten Produktionsstandorten zurückgreifen. Das Kompetenzzentrum für Forschung und Entwicklung befindet sich in Wieselburg, wo in Summe rund 3.000 Mitarbeitende tätig sind (weltweit sind es etwa 10.000). Was sich oberflächlich betrachtet einfach nach Schweinwerfern und Rückleuchten für Pkw und Lkw anhört, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als sehr anspruchsvolles technologisches System. Dahinter verbirgt sich etwa eine 360-Grad-Beleuchtung für ein Auto, deren Sensorik bzw. Aktorik im Zuge des autonomen Fahrens eine gänzlich neue Bedeutung beikommt. Insbesondere in dieses Zukunftsthema steckt ZKW eine Menge an Forschungsenergie. Ein Resultat sind z.B. die neuartigen DLP-LED-Scheinwerfer, die aktuell in den Range Rover eingebaut werden. Sie erzeugen nicht nur stufenloses, blendfreies Fernlicht, das entgegenkommende oder andere Verkehrsteilnehmer automatisch ausblendet. Die smarte, digitale Frontbeleuchtung ermöglicht es auch, animierte Bilder auf die Straße zu projizieren.

 Premium-Lichtsysteme für die 
weltweite Automobilindustrie: die ZKW 
Group in Wieselburg (Niederösterreich).
Premium-Lichtsysteme für die weltweite Automobilindustrie: die ZKW Group in Wieselburg (Niederösterreich).Bild: ©Martin Gold/www.martingold.at

Anpassen, umbauen, adaptieren

Selbstverständlich stellen diese und ähnliche Entwicklungen sehr hohe Anforderungen an die Produktion, sind doch z.B. sensible Kameras, Ultraschallsensoren oder Radargeräte in die Scheinwerfer zu integrieren. „Zudem testen wir die Systeme vor Auslieferung zu 100 Prozent. Das stellt hohe Ansprüche an unsere hauseigene Prüftechnik“, erklärt Alexander Klemenz, Team Leader Process Engineering Operation Resources/Control Engineering bei ZKW. Deshalb investiert der Zulieferer viel Energie in seine Montagelinien. Und von diesen gibt es allein in Wieselburg Dutzende: Eine exakte Zahl lässt sich kaum nennen, da aufgrund der enorm hohen Anzahl unterschiedlicher Lichtsysteme sämtliche Montagelinien einer laufenden Anpassung unterworfen sind. Dafür unterhält ZKW einen eigenen Anlagenbau, der die Montagelinien und Prüftechnologien selbst entwickelt. Übrigens: Seit 2019 arbeiten auf Cobots, also kollaborierende Roboter, gemeinsam mit den Montagemitarbeitern am Fertigungsband. Klemenz fasst zusammen: „Wir müssen unsere komplexen, präzisen Montagelinien laufend an andere bzw. neue Produkte und Technologien anpassen, was mit einem hohen Engineering-Aufwand verbunden ist. Diesen möchten wir aber natürlich so klein wie möglich halten.“

Da diese Anforderungen mit dem bisher eingesetzten Engineering-Tool kaum mehr zufriedenstellend zu bewältigen waren, suchte ZKW nach einer neuen Lösung – und wurde bei Eplan fündig. Mit Eplan Pro Panel inklusive Eplan Electric P8 verfügt das Unternehmen nun seit einiger Zeit über eine stabile Basis für die Planung des gesamten elektrischen Teils der Montagelinien in 2D bzw. 3D. Passend ergänzt wird dieser Ansatz durch die cloudbasierte Lösung Eplan eBuild, die die Planung und Dokumentation maßgeblich unterstützt. „Wir setzen stark auf Standardisierung und Modularisierung unserer Montagelinien, nicht zuletzt, um die Time-to-Market so kurz wie möglich zu halten“, fährt Klemenz fort. Das spiegelt sich im Engineering wider und „beginnt bei der schnelleren Produktauswahl, geht über die beschleunigte Konstruktion und bis hin zur zeitnahen Umsetzung.“ Die Verwendung von Eplan kommt ZKW also voll und ganz entgegen: Einfach und effizient lassen sich zukünftige Änderungen an einer Montagelinie von Anfang an mitberücksichtigen und, wenn es so weit ist, diese problemlos und schnell umsetzen. „Durch eBuild profitieren wir zudem von der automatisierten Erstellung der Schaltpläne, die immer auf den selben Standards basieren“, ergänzen Johannes Lagler und Reinhard Wurzer, Process Engineering Operation Resources/Control Engineering bei ZKW. „So ist eine enorme Zeitersparnis beim Engineering realisierbar.“ Mit der Einführung von Eplan einher ging übrigens eine maßgebliche Anpassung der internen Strukturen der ZKW-Engineering-Abteilung, die sich sehr vorteilhaft auf die Transparenz der Abläufe ausgewirkt hat. Nicht unerwähnt lassen will Klemenz schließlich das Eplan Data Portal: „Mit diesem haben wir direkten Online-Zugriff auf hochwertige Produktkataloge aus einer großen Anzahl namhafter Komponentenhersteller. Wir können stets auf die erforderlichen Daten zurückgreifen und die Komponenten ohne Umwege in den Engineering-Prozess übernehmen. Das ist für uns ein mittlerweile unerlässliches Feature, welches uns Eplan bietet.“

 Sämtliche Montagelinien bei ZKW müssen auf Grund der sehr hohen Anzahl unterschiedlicher Lichtsysteme laufend angepasst werden.
Sämtliche Montagelinien bei ZKW müssen auf Grund der sehr hohen Anzahl unterschiedlicher Lichtsysteme laufend angepasst werden.Bild: ZKW

Umsteigen, trainieren, profitieren

Von einer Softwarelösung auf eine völlig neue umzusteigen sehen viele Unternehmen durchaus als Hürde bzw. begegnen dem zumindest mit Respekt. Doch das ist oft unbegründet, wie sich im konkreten Fall zeigt. Obwohl die ersten Schritte mit Eplan ins Jahr 2020 fielen, also den Beginn der Corona-Pandemie, wurde gemeinsam ein Konzept mit einem konkreten Ziel definiert und dieses dann Schritt für Schritt umgesetzt. Kompetente Eplan-Mitarbeiter, spezifisch auf uns vorbereitet und auch auf die erschwerten Bedingungen eingestellt, machten uns den Start tatsächlich sehr einfach und gestalteten den Umstieg reibungslos.“ Individuelle Schulungen und Trainings – zuerst pandemiebedingt online, später in Präsenz vor Ort bei ZKW – ergänzten das Angebot.

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