Schneller am Markt
Das Safety System-on-Chip liefert durch die TÜV-Zertifizierung bis SIL 3 den quantitativen Nachweis über seine hohe Funktionssicherheit. Für Kunden, die für ihre Applikation einen Nachweis der Funktionalen Sicherheit für sicherheitskritische Applikation erbringen müssen, ist die TÜV-Zertifizierung des Neuprodukts ein Vorteil. Denn der sonst oft aufwendige Zertifizierungsprozess lässt sich so schneller und einfacher erledigen. Da alle Bestandteile des Pakets bereits nach IEC61508 bis SIL 3 zertifiziert sind, wird die TÜV-Abnahme des Gesamtsystems beschleunigt. Nach Schätzungen von Hima ist in Abhängigkeit von Größe und Umfang des Projekts eine Zeitersparnis von 30 bis zu 70 Prozent bei einfacheren Anwendungen möglich. Bei Unsicherheit darüber, wie ein gefordertes Sicherheitsniveau zu realisieren ist, stellt HICore 1 für das betroffene Unternehmen eine Alternative dar. Zusätzlich bietet Safety System-on-Chip den Vorteil, Investitionen in eigenes Know-how im Bereich Funktionale Sicherheit, das außerhalb des eigenen Kompetenzbereichs liegt, stark zu reduzieren. Durch die Möglichkeit, sich in Teilbereichen der Produktentwicklung von Hima unterstützen zu lassen, kann sich der Kunde auf die ihm vertrauten Aufgaben und die Umsetzung der Funktionen des eigenen Systems konzentrieren.
Weitere Einsatzbereiche
Typische Anwendungen finden sich in der Sensorik, Aktorik und Steuerungstechnik sowie in energieerzeugenden Anlagen oder auch der Medizintechnik und dem Homecare-Bereich. In zwei Intralogistik-Pilotanwendungen im Rahmen des Karis Pro-Konzepts sorgt HICore beim Audi-Tochterunternehmen Quattro in Heilbronn sowie bei Bosch in Feuerbach unter anderem für Funktionale Sicherheit. Karis Pro ist ein Forschungsprojekt unter Federführung des Instituts für Fördertechnik und Logistiksysteme (IFL) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Hierbei handelt es sich um ein hochflexibles Materialflusssystem, das aus mehreren baugleichen Transporteinheiten besteht. Jedes Karis-Element orientiert sich autonom im Raum und ist in der Lage, dezentral gesteuert Einzeltransporte durchzuführen. Mehrere Elemente können selbstständig Förderstrecken aufbauen oder sich als Unstetigcluster zusammenschließen, um große Ladungen gemeinsam zu transportieren.
Sichere Interaktion mit Menschen
Hima steuert für dieses Projekt mit HICore 1 ein flexibles, aber dabei leistungsfähiges Sicherheitskonzept bei. Denn Hauptkriterium eines mobilen autonomen Systems, das zur Unterstützung des Menschen in dessen Nähe operiert, ist die Sicherheit. Das Safety-SoC überwacht nicht nur die Geschwindigkeit der jeweiligen Transporteinheit. Als sichere Steuerung in jedem der vier Fahrmotoren gewährleistet es darüber hinaus, dass Sicherheitsfunktionen wie STO (Safe Torque Off, sicher abgeschaltetes Drehmoment), SLS (Safely Limited Speed, sicher begrenzte Geschwindigkeit) oder SBC (Safe Brake Control, sichere Bremsansteuerung) zuverlässig umgesetzt werden. Vorteile kann eine Modularisierung in kleine Einheiten auch bei Großmaschinen mit zahlreichen Motoren bringen, bei denen jeder Motor mit einer eigenen Steuerungskomponente ausgestattet ist, anstatt von einer zentralen Steuerung geregelt und überwacht zu werden. Bei einer solchen netzwerkbasierten Lösung ist durch den dezentralen Aufbau des Steuerungssystems und die Netzwerkverknüpfungen der einzelnen Komponenten der Verkabelungsaufwand sehr gering, da die Kabel nicht durch die gesamte Maschine gelegt werden müssen. Bei konventionellen Steuerungskonzepten werden die Signale der Motoren üblicherweise in einem Schaltschrank zentral zusammengeführt. Ein sehr hoher Verdrahtungsaufwand ist die Folge.
















