Industrial IoT im Fokus

Industrial IoT im Fokus

VIP 2015 stellt Systeme für das Industrial IoT von morgen vor

Vom 21. bis 23.Oktober 2015 veranstaltete National Instruments zum 20. Mal den Technologie- und Anwenderkongress ‚Virtuelle Instrumente in der Praxis‘. Die Veranstalter konnten mit rund 700 Gäste im Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck eine Rekordbeteiligung vermelden. Schwerpunktthemen waren dieses Jahr u.a. das IoT (Internet of Things) im kommerziellen (CIoT) und im industriellen (IIoT) Umfeld, sowie Big Analog Data.

Zwei Fragen an Rahman Jamal, Global Technology & Marketing Director, NI Wie kam es zu der Idee, den VIP-Kongress zu veranstalten? Rahman Jamal: Wir standen immer schon in gutem Kontakt zu unseren Anwendern. Für diesen Austausch fehlte jedoch ein regelmäßiges Format. In den USA etablierte sich die NIWeek und außerhalb der USA die NIDays, allerdings mit hohem NI- und wenig Anwender-Content. Dieser Ansatz war mir nicht ausgeglichen genug. Außerdem fehlte mir aufgrund des ‚NI‘ im Veranstaltungsnamen die Neutralität. Ziel für mich war eine Plattform, die einen praxisnahen Austausch zwischen den Anwendern untereinander und mit uns als Hersteller ermöglicht. So haben wir den Kongress 1996 ins Leben gerufen und in Anspielung auf das LabView-Konzept den Namen ‚VIP – Virtuelle Instrumente in der Praxis‘ gegeben. Das Call-for-Papers für den ersten Kongress habe ich selbst erstellt und per Post an Anwender geschickt, die ich persönlich kannte – alles händisch, ohne Datenbank und ohne Mailings. So sind wir auf 37 Einreichungen für den Kongress gekommen, aus denen wir den ersten Begleitband erstellt haben – für rund 230 Kongressteilnehmer. Mittlerweile haben sich die Call-for-Papers-Einsendungen mehr als verdoppelt, sodass wir für die mehr als 700 Besucher ein zukunftweisendes Programm zusammenstellen können.

Woran erinnern Sie sich persönlich am liebsten zurück?

Jamal: Jahr für Jahr sind neben den ganz regulären Anwenderberichten auch solche dabei, in denen dargestellt wird, wie die großen Herausforderungen der Menschheit in Angriff genommen werden. Etwa der Einsatz unserer Technologien in Hilfsprojekten in Entwicklungsländern – etwas, was mich ganz besonders berührt, weil ich mich auch privat für Entwicklungshilfe engagiere. Oder auch die Bewältigung von Umweltproblemen, Herausforderungen im Bereich der Energieversorgung oder in der Medizintechnik. In der diesjährigen Keynote etwa wurde ein solches Beispiel gezeigt. Das Unternehmen Berlin Heart entwickelt Systeme für die mechanische Herzunterstützung, die Kindern mit Herzproblemen helfen, die Zeit bis zur Transplantation eines Spenderherzens zu überstehen. Hierbei kamen auch Produkte aus unserem Hause zum Einsatz – und solch eine Nachricht freut mich natürlich! Von diesen solchen Beispielen gibt es unzählige, die in ähnlicher Art und Weise auf den Technologiekongressen von NI weltweit präsentiert werden.

Nach der Begrüßung durch Michael Dams (Director Sales Central and Eastern Europe) präsentierten Rahman Jamal (Global Technology&Marketing Director) und Daniel Riedelbauch (Marketing Manager Central and Eastern Europe) in ihrer Keynote ‚You and NI: Heute und in Zukunft gemeinsam das Internet der Dinge gestalten‘ neue Technologien, Trends und Kundenlösungen. So wurde z.B. gezeigt, wie Jaguar Land Rover mehr Wissen aus Big Analog Data mit der Datamanagement-Software DIAdem gewinnt. Emotional wurde es beim Beitrag von Berlin Heart. Das Unternehmen entwickelt Systeme für die mechanische Herzunterstützung, die mit CompactDAQ und LabView getestet werden. Die Lösungen helfen Kindern, die Zeit bis zur Transplantation eines Spenderherzens zu überstehen. Diagnostic Sonar präsentierte eine Anwendung basierend auf der LabView RIO Architecture. Die Rechenleistung des FPGAs ermöglichte es, ein industrielles Ultraschallsystem zu entwickeln, um kleinste Defekte und Materialschäden in bzw. an Flugzeugen zu erkennen. Mit dem eingesetzten FlexRIO Controller ist es möglich, dieses System in einen portablen Formfaktor zu bringen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurde ‚Der Nutzen von IIoT und Industrie 4.0 für den Anwender‘ erörtert. Mit Dr. Holger Brand wurde erstmals ein Deutscher als LabView Champion ausgezeichnet. Den zweiten Kongresstag eröffnete Francis Griffiths (Senior Vice President, Regional Sales and Marketing). Als Gastredner ging dann Volker Bibelhausen (Vice President Factory Automation, Bosch Rexroth) auf das Thema ‚Vernetzung, Digitalisierung, Industrie 4.0‘ ein. Am 23. Oktober fand dann das Academic Forum statt. Der ehemalige Dozenten- und Ausbildertag richtete sich dieses Mal auch an den Forschungsbereich.

Viele neue Produkte

Die im Rahmen der VIP vorgestellten neuen Produkte sind für den Einsatz im Industrial Internet of Things entwickelt worden. So überzeugt LabView 2015 durch Verbesserungen der Ausführungsgeschwindigkeit dank Compiler-Optimierung und erweiterte Optionen zur Fehlersuche. Im LabView Tools Network sind über 70 neue Produkte im Laufe des letzten Jahres hinzugekommen, sodass dort mittlerweile über 300 Produkte zur Verfügung stehen. Alleine eine Millionen Downloads verzeichnet das Network seit 2014. Für intelligente Mess- und Datenmanagement-Anwendungen wurden die neuen CompactDAQ-Controller mit vier und acht Steckplätzen entwickelt, die über einen Intel Atom Quadcore-Prozessor mit 1,91GHz verfügen, der sich mit LabView 2015 programmieren lässt. Die Controller unterstützen sowohl Windows Embedded 7 als auch NI Linux Real-Time und haben einen nichtflüchtigen Speicher von 32GB sowie einen SD-Wechselspeicher für das Erstellen von intelligenteren Datenprotokollierungs- und Embedded-Überwachungsanwendungen. Zudem wurde ein neues CompactDAQ-Chassis mit USB3.0-Anschluss präsentiert, das den Anwender dabei unterstützt, Messsysteme für Anwendungen mit höherer Kanalanzahl zu skalieren, ohne die Übertragungsgeschwindigkeit zu reduzieren. Mit bis zu 14 Steckplätzen und den USB3.0-Streaming-Fähigkeiten bewältigt das Chassis in Verbindung mit LabView die aktuellen Datenerfassungsanforderungen. Mit DIAdem 2015 als 64Bit-Version können Anwender jetzt mehr Daten als zuvor laden und analysieren. Der DataFinder Server Edition 2015 bietet zudem eine mehrstufige Suche, die auf weltweit verteilte Serverstrukturen angewendet werden kann, um binnen weniger Sekunden genau die Daten zu finden, die der Anwender analysieren muss. Zu den weiteren Neuheiten zählt ein CompactRIO-Controller, der über einen Quadcore-Prozessor mit 1,91GHz verfügt. Dank seines Kintex-7-FPGA kann er Inline-Verarbeitung auf mehr Kanälen durchführen und komplexere Filter, Steuer- und Regelalgorithmen implementieren. Außerdem neu ist ein FlexRIO-Controller sowie ein Single-Board-RIO-Controller. Alle Controller integrieren die neuesten Embedded-Technologien von Intel und Xilinx und werden vollständig von LabView, dem LabView-FPGA-Module und NI Linux Real-Time unterstützt. Die neue Version von Linux Real-Time basiert auf Security-Enhanced Linux, mit dem ergänzende Sicherheitsfunktionen für IoT-Anwendungen möglich sind.

National Instruments Germany GmbH
www.ni.com

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