„Plötzlich ist alles Industrie 4.0“

„Plötzlich ist
alles Industrie 4.0“

Seit vielen Monaten werden Fachzeitschriften, Messeauftritte und Kongresse rund um das Thema Automatisierung dominiert von dem Schlagwort Industrie 4.0. Doch wer das Thema deshalb ignoriert, macht womöglich einen folgenschweren Fehler.
Eigentlich würde ein Satz reichen, um den Inhalt des folgenden Textes zusammenzufassen: Industrie 4.0 ist kein Ziel, sondern ein Prozess. Auch die Entwicklung in diese Richtung ist also von diversen Einzelschritten gekennzeichnet.

Und um es noch einmal zu verdeutlichen: Aus Sicht der Experten geht es bei Industrie 4.0 um nicht weniger als die vierte industrielle Revolution, also vergleichbar mit der Einführung der Dampfmaschine in der Produktion. Natürlich war das auch ein Prozess, der sich über Jahrzehnte vollzog, der von vielen kleinen Einzelschritten geprägt war, von vielen Verbesserungen und kleinen Erfindungen. Die Analogie der Digitalisierung der Produktion zur Mechanisierung via Dampfmaschine scheint also gut zu passen, auch wenn die Zeiträume der Umsetzung hier deutlich kürzer sind.

Im Jahre 2011 wurde die Industrie 4.0 in Deutschland aus der Taufe gehoben. Man könnte also denken, wir stehen ganz am Anfang. Tatsächlich ist der Umbruch bereits in vollem Gange. Was fehlt sind in großem Umfang Festlegungen bzw. Standards. Diese sind jedoch im Entstehen. Dafür sind Diskussionen und Abstimmungen notwendig, von denen viele derzeit stattfinden.

Kürzlich klagte mir ein Maschinenbauer auf einer Vortragsveranstaltung sein Leid mit den Worten: „Plötzlich ist alles Industrie 4.0!“ Und wir alle wissen, was er damit meinte. Doch wer sich aufgrund des Dauerthemas Industrie 4.0 genervt abwendet, verpasst womöglich eine wichtige Entwicklung.

Eines ist klar: Auch auf der kommenden SPS IPC Drives wird das Thema Industrie 4.0 eine zentrale Rolle einnehmen. Viele Maschinen- und Anlagenbauer sind derzeit auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen bzw. technischen Lösungsmöglichkeiten im digitalen Zeitalter. Damit zusammen hängt die Frage: „Wie kommt meine Maschine sicher in die Cloud?“ Industrie 4.0 ist also auf der diesjährigen Messe eines der Themen, das auf vielen Ausstellungsständen im Fokus steht.

Den Entwicklungsprozess aktiv zu begleiten, das ist eigentlich der beste Rat, den man Anwendern derzeit geben kann. Es gibt noch viele Hürden zu überwinden und viele technische Lösungen zu finden auf dem Weg zur intelligenten Fabrik. Aber die Anforderungen hinsichtlich globalem Wettbewerb, Bevölkerungswachstum und Ressourcenknappheit sind nur in der Smart Factory möglich. Es lohnt sich also, den Weg zu gehen.

Ich wünsche Ihnen wie immer viel Spaß beim Lesen der vorliegenden Ausgabe,

Ihr Kai Binder

kbinder@sps-magazin.de

Thematik: Elektronik
Ausgabe:
TeDo Verlag GmbH
www.sps-magazin.de

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