Industrielle Kommunikation

Offen für neue Geschäftsmodelle

Die Digitalisierung stellt den Maschinenbau vor große Herausforderungen. Zugleich ermöglicht sie neue, zukunftsweisende Geschäftsmodelle. Damit diese funktionieren, bedarf es einer hürdenfreien Kommunikation in der Fertigung. Diese wird nun mit OPC UA FX möglich.
 B&R bietet bereits heute die notwendige Hardware, um OPC UA FX in der Produktion einzusetzen.
B&R bietet bereits heute die notwendige Hardware, um OPC UA FX in der Produktion einzusetzen.Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH

In vielen Branchen ist es schon längst so: Nicht mehr die Hardware bestimmt über den Wert eines Produkts, sondern die Software. Diesen Wandel kann jeder bestätigen, der in den vergangenen 20 Jahren ein Auto gekauft hat. Zuerst hat die elektronische Steuerung jene mechanischen Teile ersetzt, die der Autobesitzer noch selbst mit dem Schraubenschlüssel reparieren konnte. Darauf folgten digitale Services wie Fahrerassistenzsysteme und Handy-Integration. Mittlerweile ist die Konnektivität eines PKW mit das wichtigste Kriterium bei der Kaufentscheidung.

 Mit einer Multi-Vendor-Demo haben 17 Gerätehersteller auf der 
Hannover Messe 2022 gezeigt, dass OPC UA FX marktreif funktioniert.
Mit einer Multi-Vendor-Demo haben 17 Gerätehersteller auf der Hannover Messe 2022 gezeigt, dass OPC UA FX marktreif funktioniert.Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH

Digitale Services rücken ins Zentrum

Der Maschinenbau steht vor einer ähnlichen Entwicklung. Die Anforderung der Kunden ist es, für die Maschine ebensolche Anbindungsmöglichkeiten und digitale Mehrwertdienste zu bekommen, wie es in der IT- und Consumer-Welt längst üblich ist. Mehr und mehr rücken die dem Produktionsvorgang an der Maschine vor- und nachgelagerten Prozesse in den Mittelpunkt.

Losgröße 1, Adaptionsmöglichkeiten durch Software-Updates, Fehlerbehebung mit Remote-Zugriff, Einbindung der einzelnen Maschine in durchgängige Wertschöpfungsketten: Maschinenbauer müssen diese Services in Zukunft anbieten, um im Wettbewerb bestehen zu können. Eine der Herausforderungen dabei ist es, eine nahtlose Kommunikation von Maschine zu Maschine über die vielen derzeit gängigen Steuerungs- und Kommunikationssysteme hinweg zu ermöglichen. Gleiches gilt auch innerhalb von Maschinen, also auf der Feldebene, wenn es um die Kommunikation mit Aktoren und Sensoren geht.

Hürdenfreie Kommunikation

Mehr als 850 Unternehmen weltweit sind Mitglied der OPC Foundation. Unter der Ägide von Automatisierungs- und IT-Unternehmen arbeitet die Foundation an der Weiterentwicklung von OPC UA. „Coopetition“ ist das Schlagwort, dem sich die beteiligten Firmen verschrieben haben – also die Zusammenarbeit von Wettbewerbern in einem bestimmten Bereich. Ziel ist es, das bisherige Protokoll-Wirrwar zu beenden und eine Lösung zu schaffen, die sowohl für Anbieter als auch für Nutzer von Automatisierungstechnik Vorteile bringt.

Zu den Mitgliedern gehören Unternehmen aus den Bereichen Automatisierung und industrielle Kommunikation genauso wie global agierende Industrieunternehmen aus Schlüsselbranchen. Die größten Cloud-Anbieter der Welt sind ebenso vertreten wie führende Halbleiterhersteller und wichtige Interessensvertretungen wie der VDMA. Diese Player eint das Interesse an Interoperabilität beim Austausch von Informationen – und zwar ebenso horizontal entlang der Wertschöpfungskette wie vertikal von der Cloud bis zum Sensor.

Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH

Daten werden zu Informationen

Kann die Lösung darin liegen, ein weiteres Kommunikationsprotokoll dafür zu erfinden? Nein. Es wäre sogar kontraproduktiv, den vielen bereits existierenden Protokollen ein weiteres hinzuzufügen und somit noch mehr Protokoll-Wirrwarr zu verursachen. Erfolgsversprechender ist der Ansatz von OPC UA, der im Kern auf die Entwicklung eines Informationsmodells statt eines zusätzlichen Protokolls setzt.

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