Deutschland beispielsweise. Sehen Sie andere spezifische Entwicklungen in Deutschland?
Jaeger: Ein wichtiger Treiber in meinen Augen ist der Arbeitsschutz, der gerade in Deutschland eine sehr große Rolle spielt. In den meisten Regelwerken, die ich kenne, werden Bezüge zur Cybersecurity hergestellt. Frei nach dem Motto: Kein Schutz ohne Sicherheit. Oft werden harmonisierte Standards wie IEC 62443 empfohlen, um ein ausreichendes Sicherheitsniveau zu erreichen. 2023 gab es eine neue EU-Maschinenverordnung, die ebenfalls auf solche Standards verweist. Hinzu kommt, dass heute auch Betreiber bei Umbauten oder Modernisierungen von Maschinen sicherstellen müssen, dass die neuen Sicherheitsanforderungen eingehalten werden.
Wir lesen viel von erhöhter Aktivität von staatlich motivierten Cyberangriffen.
Jaeger: Mit der geopolitischen Lage und der zunehmenden Bedrohung durch Cyberangriffe im Rahmen von politisch motivierter Kriegsführung, rücken die Angriffe definitiv näher. Niemand möchte einen Produktionsstillstand riskieren, nur weil er ins Fadenkreuz eines solchen Angriffs geriet, ob zufällig oder gezielt. Der mögliche Imageschaden wäre dabei wahrscheinlich noch das geringste Problem. Zusammengefasst sehe ich also drei Haupttreiber für Cybersecurity bei unseren Kunden: die NIS-2-Richtlinie, den Arbeitsschutz und die bestehende geopolitische Situation.
Welche Rolle spielt der Cyber Resilience Act für Moxa?
Jaeger: Eine sehr große, auch wenn die Übergangsfrist bis zum umfänglichen Inkrafttreten erst 2027 abläuft. Zur Einordnung: Der Cyber Resilience Act ist eine Verordnung der Europäischen Kommission zur Verbesserung der Cybersicherheit von Produkten mit digitalen Komponenten – und betrifft somit nicht nur die OT, sondern auch Konsumgüter und viele weitere Bereiche. Das Ziel ist, die Cyberbedrohungen für Unternehmen und Bürger innerhalb der EU zu verringern. Die Vorschriften gelten für alle, die Produkte in die EU verkaufen – ob sie hier produzieren oder nicht. Dieser Act ist tatsächlich weltweit relevant. Ich habe kürzlich mit amerikanischen Kollegen gesprochen, die betont haben, wie wichtig diese europäische Regelung auch für sie ist, da ihre Kunden Produkte nach Europa exportieren.


















