Zuverlässige Funktion, einfache Programmierung
Das kompakte System arbeitet zuverlässig wie ein Servomotor und lässt sich über Befehle oder Ablaufprogramme programmieren. Seine Einsatzgebiete finden sich überall dort, wo Positionieraufgaben, geregelter Dauerlauf oder programmierter Bewegungsablauf benötigt werden. Zusätzlich können die an Bord befindlichen digitalen und analogen I/Os zur Initiierung der Bewegungsabläufe programmiert werden. Die Servoplattform bietet die Flanschgrößen Nema17, 23 und 24 mit Drehmomenten von 0,4 bis 3Nm. Die Versorgungsspannung beträgt je nach Anwendung 24 bis 48V. Die Kommunikation erfolgt über die RS232-Schnittstelle als Standard. Die Motorparameter sind jeweils in dem internen Speicher hinterlegt. Über ein einfach zu bedienendes Terminalprogramm können weitere Parameter und Befehle zu gewünschten Bewegungsabläufen an die Motorsteuerung gesendet werden. Die Bedienung ist unkompliziert: Alle Befehle sind aus einem Drop-Down-Menü wählbar. Dabei wird die Beschreibung jedes Befehls in der rechten Bildschirmseite angezeigt. Auch über den ASCII-Code lässt sich das Servosystem leicht programmieren. So sollen sich Bewegungsabläufe sehr schnell in die Realität umzusetzen lassen.

Anwendungsbeispiele mit Wertanalyse
„Das Konzept eignet sich auf Grund seiner Flexibilität für eine Vielzahl von industriellen Anwendungen“, sagt Kocherscheidt anlässlich der Markteinführung. Aber nicht nur dort. Man habe z.B. auch einen Hersteller von Musikinstrumenten gewinnen können, der ein Vibraphon mit dem Servosystem verstellen will. In einem Rotationswärmetauscher konnte durch den Wegfall des Getriebes und der damit einhergehenden Reduzierung der Verschleißteile eine Preisersparnis von 65 Prozent realisiert werden. Der Lärmpegel verringerte sich bei dieser Entwicklung um 30 Prozent. Beim Einsatz von KannMotion in einem Bestückungsautomaten kommt dieser jetzt ohne SPS und Schaltschrank aus, wodurch sich Fehlerquellen und Verschleiß reduzieren. Eine integrierte I/O-Steuerung vereinfacht die Verkabelung. Statt 230VAC ist die Konstruktion in 24VDC ausgeführt und wird somit der Maschinenrichtlinie gerecht. „Durch die Kombination von Standard und kundenspezifischer Anpassung ermöglichen wir unseren Kunden neue Alleinstellungsmerkmale“, verspricht Vogt. „Das absolute Credo sind die Total Cost of Ownership.“
Mittelständisches Kompetenzzentrum
Mit der Kooperation wollen die beiden Unternehmen ein Kompetenzzentrum schaffen, in dem sich aufgrund der mittelständischen Flexibilität fast alle Anforderungen der Kunden umsetzen lassen. Derzeit arbeiten die Ingenieure an der Implementierung weiterer Schnittstellen wie CANopen und REST. „Wir sind für alle Branchen offen und laden den Kunden zu einer engen Zusammenarbeit bei der Neuentwicklung ein“, stellt Kocherscheidt in Aussicht. Da für die Anpassung eines Antriebs- beziehungsweise eines Steuerungssystems immer Entwicklungsarbeit und eventuell auch Werkzeuge benötigt werden, die Initialisierungskosten verursachen, ist eine Mindeststückzahl von 100 Systemen nötig, um ein kundenspezifisches System zu realisieren. Bisherige Projekte umfassen Stückzahlen von 1.000 bis 10.000. „Sollte es um kleinere Stückzahlen gehen“, so Kocherscheidt weiter, „haben wir ja noch unser umfangreiches Standardportfolio. Bei Stückzahl 1 und Kleinstserien sind diese Antriebe einfach wirtschaftlicher.

















