IT als Booster

IT als Booster

Mit den Möglichkeiten der Digitalisierung lässt sich die Automatisierung auf ein neues Level heben. Dafür müssen aber alle Bestandteile eines Systems darauf ausgelegt sein. Wie leistungsfähig ein solches dann wird, lässt sich eindrucksvoll anhand eines Zauberwürfels zeigen.
Wenn man betrachtet, auf welchen Pfaden die Automatisierung in Richtung Zukunft wandelt, dann lässt sich der fortwährende Einzug der IT nicht abstreiten. Die Performance moderner Mikroprozessoren und Software-Algorhytmen birgt schließlich auch für die industrielle Produktion ein immenses Potenzial. Ein sehr anschauliches Beispiel für die mögliche Beschleunigung durch die IT bietet der Roboter Sub1 Reloaded. Er wurde eigens dafür entwickelt, den Rubik-Würfel in Rekordzeit zu lösen. Liegt die Bestzeit eines Menschen bei rund fünf Sekunden, gelang es dem Roboter schon nach mehreren Jahren, die Aufgabe in drei Sekunden zu lösen. Im Januar 2016 benötigte er dann nur mehr knapp eine Sekunde und auf der diesjährigen Electronica wurde die Rekordzeit nochmals auf 637 Millisekunden reduziert. Ausschlaggebend dafür war ein neu entwickelter Prozessor. Im Systemverbund der Applikation ist aber natürlich darauf zu achten, dass alle Komponenten und technologischen Disziplinen bei dieser Geschwindigkeit mithalten können. Moderne Sensorik und Antriebstechnik kommen damit noch gut klar. Schwieriger wird es schon bei der Mechanik. In der Roboterapplikation kam für den neuen Rekord deshalb ein besonderer Rubik-Würfel zum Einsatz, der u.a. weniger Reibung aufweist als das Original. Aus diesem exemplarischen Fall lässt sich für alle Visionen der digitalen Fabrik ableiten: Letztendlich setzt die Physik die Grenzen.

Mathis Bayerdörfer

mbayerdoerfer@sps-magazin.de

PS: Als Paradebeispiel der Digitalisierung rückt auch die Cloud immer stärker in den Fokus der Industrie – bei marktreifen Lösungen meist noch unidirektional für Big Data und Co. Dass aber auch die direkte Steuerung von Maschinen aus der Datenwolke bereits möglich ist, hat das Forschungsprojekt Picasso gezeigt, über das wir ausführlich im Rahmen einer Artikelserie berichtet haben (siehe S. 41). Als Finale des Projekts präsentieren die Stuttgarter Innovationstage am 24. und 25. Januar 2017 alle Ergebnisse und die realisierten Demonstrationen. Programm und Anmeldung unter:

www.stuttgarter-innovationstage.de

TeDo Verlag GmbH
www.sps-magazin.de

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