Bausteine für die Digitalisierung

Siemens setzt auf Automatisierung
und Industriesoftware

Bausteine
für die Digitalisierung

Auf der Leistungsschau in Hannover präsentiert Siemens den Besuchern nicht nur zahlreiche Neuheiten in den Themengebieten Energieverteilung, Automatisierungs- und Antriebstechnik sowie Industriesoftware. Auch das neue Leitmotto ‚Ingenuity for life‘ wird vorgestellt – auf deutsch in etwa ‚Erfindergeist für das Leben‘ – mit dem sich der Konzern zunehmend auf die Digitalisierung der Industrie ausrichten will. Entsprechend ist der Messestand in Halle 9 gestaltet, der auf rund 3.500qm einen Überblick über das Hard- und Software-Portfolio gibt.

Mit der neuen Version der Siemens-Engineering-Umgebung TIA Portal V14 sollen Maschinenbauer die Time-to-market verkürzen und Endkunden ihre Produktivität erhöhen. Dafür wurde die Software mit vielen neuen Funktionen ausgestattet. Für den Austausch mit anderen Systemen gibt es mit dem Teamcenter-Gateway eine neue Schnittstelle zum Produktdatenmanagement. Mit einer neuen Schnittstelle zu Matlab/Simulink kann der Anwender modellbasierte Programme erstellt. Neu ist auch das Cloud-basierte Engineering: Mit dem neuen TIA Portal Cloud Connector greift der Anwender aus seiner privaten Cloud auf die Steuerung der Anlage zu oder er nutzt MindSphere, Siemens Cloud for Industry, für zusätzliche digitale Services von Siemens. Ebenfalls neu ist PLCSim Advanced mit Schnittstellen zu Simulationssoftware wie Plant Simulation oder Process Simulate. Damit lässt sich ein Simatic S7-1500 Controller als digitaler Zwilling abbilden und so eine effiziente virtuelle Inbetriebnahme umsetzen. Weitere neue Funktionen in TIA Portal V14 reduzieren den Engineering-Aufwand und erhören die Transparenz im laufenden Betrieb.

Hinter dem neuen Motto (vorgestellt im Jahr des 200. Geburtstags des Siemens-Gründers) steht ein Strukturwandel in der Branche, der auch Siemens als Industrieausrüster betrifft. „Mit alleiniger Automatisierung der Produktion lässt sich Marktführerschaft heute nicht mehr erreichen“, verdeutlicht Anton Huber, CEO der Division Digital Factory, die Sichtweise von Siemens. Nur ein ganzheitlicher Ansatz, der alle Prozesse in der Wertschöpfungskette verbessert, werde zum Ziel führen. Obgleich Industrieunternehmen je nach Branche unterschiedlichen Anforderungen gegenüberstehen, sind die zentralen Herausforderungen stets die gleichen: Time-to-Market verkürzen, Flexibilität und Effizienz erhöhen – und das alles bei immer höherer Qualität. Siemens stellt deshalb die digitale Transformation zunehmend in den Mittelpunkt seiner Ausrichtung und setzt in seinem Portfolio auf durchgängige Software-Tools und -Systeme, industrietaugliche Kommunikations- und Sicherheitslösungen sowie datenbasierte Services.

Lösungen für Industrie 4.0

„Wir gehören jetzt zu den weltweit führenden Unternehmen für Industrie-Software.“ Dafür habe man mit insgesamt rund 5Mrd.E seit 2007 hohe Investitionen getätigt – nicht nur bei der Akquise von Unternehmen, sondern auch bei deren Integration in die Siemens-Struktur und das Automatisierungsangebot. Einen Schritt zur Angebotserweiterung für die Digital Enterprise hat Siemens mit der beabsichtigten Übernahme des US-Unternehmens CD-adapco gemacht. „Durch die Erweiterung unseres Portfolios um ein Software-Tool zur Strömungssimulation bauen wir unsere Kompetenz auf dem wichtigen Gebiet der modellbasierten Produktentwicklung aus“, so Huber im Vorfeld der Messe. Das Siemens-Portfolio an Software-Tools mit dem Namen ‚Digital Enterprise Software Suite‘ bietet mittlerweile ein Spektrum an Tools. Dieses soll, mit Teamcenter als Kollaborationsplattform in der Mitte, zukünftig in zunehmendem Maße MES- und PLM-Systeme sowie die Automatisierungsplattform TIA (Totally Integrated Automation) miteinander verbinden. Gemeinsam mit industriellen Kommunikationsnetzen, Security-Lösungen und der MindSphere-Cloud auf Basis von SAP HANA will Siemens seine Kunden bei der Transformation zur Digital Enterprise unterstützen und neuartige Dienstleistungen ermöglichen.

Flexibilität erhöhen, Einführungszeit reduzieren

Das Unternehmen bietet auch in der Antriebstechnik sowie für die Prozessindustrie Lösungen, die auf spezifische Bedürfnisse abgestimmt sind. Dabei werden die Planungs- und Betriebswelt für ganzheitliches Anlagenmanagement über den gesamten Lebenszyklus einer Industrieanlage vereint. Grundlage sind integrierte Software-Produkte und -lösungen, die Erfassung, Austausch und Dokumentation relevanter Daten und somit die Digitalisierung der gesamten Anlage ermöglichen. Alle Daten stehen dabei zentral und in Echtzeit zur Verfügung. Anwender können so das beim Engineering erzeugte virtuelle, identische Abbild einer Anlage – den digitalen Zwilling – nutzen, um die Inbetriebnahme, Betrieb und Instandhaltung zu simulieren und anzupassen. Mit der fortschreitenden Digitalisierung und dem Trend zu nachhaltigem Wirtschaften durchlaufen viele Industrien einen rasanten Wandel. So zum Beispiel die Papierindustrie: Digitale Medien ersetzen immer mehr klassisches Papier und Fasern ersetzen zunehmend ölbasierte Produkte. Gleichbleibend hohe Qualität des Endproduktes, geringer Energie- und Ressourceneinsatz und möglichst variable Produktion sind dabei Schlüsselfaktoren. Diese vielfältigen und komplexen Anforderungen erfordern durchdachte und ganzheitliche Ansätze wie integrierte Antriebssysteme. Zudem bietet auch hier die Digitalisierung einen zentralen Hebel, um Effizienzpotentiale zu heben und auch anspruchsvolle Kundenanforderungen zu realisieren. Die Engineering-Lösungen von Siemens sind darauf ausgelegt, eine Anlagenkonfiguration virtuell zu simulieren und zu testen, weiterzuentwickeln und eventuell zu vervielfältigen.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Siemens AG
www.siemens.com/simatic-controller

Das könnte Sie auch Interessieren