Autonom und in der Spur

Positioniersystem für fahrerlose Transportsysteme

Autonom und in der Spur

Es ist schnell einsatzbereit, besonders leicht, flexibel und kann bis zu zwei Drittel seines eigenen Gewichtes als Lasten tragen: Das fahrerlose Transportsystem Leo Locative der Firma Bito, dessen Markteinführung im Herbst 2016 erfolgen wird. Sensoren von Pepperl+Fuchs sorgen dafür, dass das autonome System stets in der Spur bleibt.
Zuverlässig dreht Leo seine Runden – ganz, wie das am Boden angebrachte Farbband sie beschreibt. Bis zu 20kg können die Behälter und Kartonagen wiegen, die das autonome Transportsystem an den vorgesehenen Stationen abgibt und gleichzeitig neue Lasten aufnimmt; und das bei einem Eigengewicht von gerade einmal 30kg. Dabei ist wichtig, dass Leo seine Spur nicht verliert und Kollisionen vermieden werden. Möglich machen das sechs Sensoren: Der 2D-Laserscanner R2100 überwacht mittels Pulse Ranging Technology den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen und gewährt so sicheren Kollisionsschutz. Ebenso berührungslos agiert das Positioniersystem PGV100. Es sorgt dafür, dass das Transportsystem entlang des Farbbandes die Spur nicht verliert. Für die exakte Positionsbestimmung sorgen DataMatrix-Codes. „Dadurch fährt Leo gezielt die Stationen an. Es ist aber auch möglich, dass das Positioniersystem um eine Übergabestation herumfährt, wenn diese belegt ist. Leo steuert dann die Station erst in der nächsten Fahrtrunde an“, erklärt Hicham El Menaouar, Vertriebsingenieur bei Pepperl+Fuchs. Das Transportsystem ist mit Lichttastern und Einweg-Lichtschranken ausgestattet, die eine Belegtkontrolle auf dem Fahrzeug und an der Übergabestation ermöglichen.

Auf der Kreisbahn unterwegs

„Fahrerlose Transportsysteme sind heute in vielen Bereichen bereits im Einsatz“, berichtet Dennis Ramers, Produktmanager Maschinen bei Bito. „Mit Leo Locative haben wir jedoch ein System auf den Markt gebracht, das es bislang so noch nicht gibt: Es ist kostengünstig, bringt voll beladen nur rund 50kg auf die Waage, ist einfach zu bedienen und besonders flexibel.“ Denn die Kreisbahn, auf der das fahrerlose Transportsystem unterwegs ist, kann jederzeit den örtlichen Begebenheiten angepasst und problemlos verändert werden. Leo folgt einer optischen Spur in Form eines Farbbandes; dieses kann einfach auf den Boden geklebt und genauso schnell wieder entfernt werden. „Auch der Einsatz neuer Übergabestationen oder weiterer Transportsysteme ist jederzeit möglich – somit können die Anwender auf Auftragsspitzen flexibel reagieren und die Systeme danach genauso schnell wieder aus dem Rundkurs entfernen“, erzählt Ramers.

Vom Projekt in die Praxis

Leo entstand durch ein Projekt, mit dem der Spezialist für Lager- und Betriebseinrichtungen Bito das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund beauftragt hatte. Im Fokus stand dabei, ein kostengünstiges System zu entwickeln, das darüber hinaus besonders flexibel im Aufbau und einfach in der Anwendung ist. „Die Frage der Steuerung dieser anspruchsvollen Anwendung wurde mit unseren Sensoren gelöst – wir haben letztlich gemeinsam über drei Jahre an dem Projekt gearbeitet“, so El Menaouar. Alle Fahrzeuge der Nullserie hat Bito bereits erfolgreich bei Endkunden im Testbetrieb eingesetzt. „Wir haben uns darüber gefreut, selbst Leo in unserem Werk in Bühl in der Praxis zu testen“, so Markus Hertel, Standortleiter Bühl bei Pepperl+Fuchs. Dabei hat das kleine, flexible System einen weiteren Vorteil: Durch das geringe Gewicht und eine Geschwindigkeit von maximal einem Meter pro Sekunde ist keine besondere Sicherheitstechnik notwendig. „Somit überzeugt das flexible Transportsystem insbesondere beim Einsatz in der Logistik“, sagt Hertel. „Auf unserer Teststrecke in Bühl ist Leo zuverlässig unterwegs – wir sind davon begeistert, dass die Zusammenarbeit mit Bito zu einem so hervorragenden Ergebnis geführt hat.“

Pepperl+Fuchs GmbH
www.pepperl-fuchs.com

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