Wenig Platz

Der Kettensteg wird dann in die erste Montagestation gelegt. Anschließend legt der kleine Roboter eine Zwischenlage aus Kunststoff auf, die verhindern soll, dass zwischen Aluminiumprofil und Stahlbügel Kontaktkorrosion auftritt. Danach wird ein sogenannter Stahlgussbügel aufgeschraubt, wobei die Verschraubung kontrolliert und dokumentiert wird. In weiteren Prozessschritten wird der Kettensteg mit Eisgreifern vervollständigt. Eine zusätzliche Herausforderung bestand darin, dass der neuen Anlage eine vorhandene Anlage nachgelagert ist. Deshalb musste sie in das vorhandene Layout der Produktionshalle eingepasst werden. Da auch die Materialversorgung berücksichtigt werden musste, war der Platz knapp bemessen. Die kombinierte Anlage arbeitet mit einer mittleren Taktzeit von 90 Sekunden, je nach Anzahl der zu montierenden Eisgreifer. Zwischen der neuen und alten bzw. bestehenden Anlage fördert ein Transportband die vormontierten Einheiten. Außerdem dient das Band als Puffer und kann Taktzeitschwankungen kompensieren. Solche Schwankungen resultieren beispielsweise durch die Varianten der Kettenstege, aber auch durch Palettenwechsel. Bislang wurden die Kettenstege in Handarbeit montiert: Die Werker mussten jedes Element auflegen und bei entsprechenden Toleranzen aus der Vorfertigung fügen. Dann wurden die Einzelteile miteinander verschraubt, der Eisgreifer montiert und ebenfalls verschraubt. Bernd Riegler hat ausgerechnet, dass so in einer Schicht rund eine Tonne Material zu handhaben war. Die Mitarbeiter werden nun von körperlich anstrengenden Arbeiten entlastet und können sich auf andere Aufgaben konzentrieren – sie bedienen und überwachen die Anlage und sorgen für den Teilenachschub. Um unnötige Wege um die Anlage zu vermeiden, steht den Werkern beidseitig der Anlage je ein HaTPad zur Verfügung, mit denen sich die Anlage überwachen und sich mögliche Störungsursachen sofort lokalisieren lassen.

Auswirkungen auf Lieferanten

Bei der Automation geht es auch um gleichbleibende Qualität. Dafür müssen jedoch auch die Einzelteile automatisierungsfähig sein – ein Lerneffekt, der sich auch bei Kässbohrer einstellte. Denn Teile wie Stahlgussbügel und Eisgreifer werden außer Haus gefertigt. Bernd Riegler: „Zusammen mit unseren Lieferanten und auch im eigenen Fertigungsprozess mussten wir einige kleine Veränderungen vornehmen. Da war uns HandlingTech eine große Hilfe.“