SAP-Software für die Fertigung

Cloud von Maschine bis After Sales

Bei ihrer digitalen Transformation adaptieren Fertigungsunternehmen Technologien wie künstliche Intelligenz, Machine Learning und digitale Zwillinge. Cloud Computung hilft, dafür erforderliche Kapazitäten skaliert bereitzustellen.
Bild: © kinwun/adobe.stock.com

In einer digitalgestützten Fabrik greifen Produktionszyklen nahtlos ineinander – von der Entwicklung über die Herstellung bis hin zu weiterführenden Services. Ein erster Schritt auf dem Weg dorthin ist die digitale Abbildung bestehender Prozesse. Ein zweiter Schritt ist die horizontale Integration der Systeme, etwa des Manufacturing Execution Systems (MES) und der ERP-Software. All diese Lösungen lassen sich aus der SAP-Cloud beziehen.

Service statt Produkt

Oftmals steht nicht mehr der Kauf eines Produktes, sondern eine Dienstleistung im Mittelpunkt. Abnehmer zahlen etwa im Rahmen eines Subskriptionsmodells für die produktive Laufzeit einer Maschine. Bei der Umsetzung solcher Modelle unterstützt ERP-Software, indem sie die wertschöpfenden Prozesse zusammenführt. Für die Entwicklung solcher Geschäftsmodelle und ‚As a Service‘-Angebote spielt ein digitaler Zwilling, also das virtuelle Abbild des realen Produkts, eine Rolle. Zudem können Lösungen wie SAP Intelligent Asset Management (SAP IAM) die Leistung der Maschine auch nach deren Auslieferung überwachen. So eine Funktion ist zentral, wenn Firmen ihre Maschinen nach Laufzeit abrechnen wollen.

SAP ruft Cloud-first aus

SAP verfolgt eine Cloud-First-Strategie. Über die Cloud-basierte MES-Plattform SAP Digital Manufacturing Cloud (DMC) werden etwa die Wertschöpfungsprozesse auf Werksebene miteinander verknüpft. Die Plattform besteht aus zwei Komponenten: Digital Manufacturing Cloud for Execution (SAP DMCe) und Digital Manufacturing Insights (SAP DMCi). Über DMCe werden Anwendungen zur Fertigungssteuerung, zum Monitoring von Produktionsprozessen, Ressourcen- und Auftragsmanagement sowie Integrationsszenarien als Software-as-a-Service (SaaS) bereitgestellt. Die Anwendung DMCi dient dem Performance-Management. Die Einbindung von Daten aus unterschiedlichen Produktions- und Automatisierungssystemen ermöglicht dem Tool die Erfassung, Bereitstellung und Visualisierung von Kennzahlen.

MES und ERP integriert

Die Integration von SAP DMC mit S/4Hana als Cloud-basiertes ERP-System ermöglicht es Fertigungsunternehmen zudem, Modelle wie die prädiktive Wartung (Predictive Maintenance) umzusetzen. Überschreitet eine Maschine einen kritischen Wert, lässt sich über analytische Vorhersagemodelle in der Cloud berechnen, wann ein Ausfall droht. Eine Warnmeldung informiert dann das Personal, Teile auszutauschen. Über SAP Ariba können die Mitarbeiter wiederum genau diese Ersatzteile rechtzeitig bestellen. Dieses Lieferanten-Netzwerk bringt Unternehmen zusammen, um Aufgaben wie etwa die Frachtsteuerung oder die Rückverfolgung von Waren und Material gemeinschaftlich zu organisieren.

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