Maschinenbaumarkt in Indien und Brasilien mit Rückenwind

Bild: VDMA e.V.

Die weltweite Geschäftslage der Maschinen- und Anlagenbaufirmen aus Deutschland und Europa bleibt durchwachsen – mit bemerkenswerten regionalen Unterschieden. Dies zeigt der aktuelle VDMA Business Climate Survey für Brasilien, China, Indien und erstmals auch die USA, der auf Befragungen von Mitgliedsfirmen vor Ort beruht.

Während Indien und Brasilien mit stabilen bis positiven Zahlen überzeugen, kämpft China mit strukturellen Herausforderungen. Auch in den USA zeigt sich der Markt verhalten, nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Zollpolitik.

Indien: Umsatzwachstum von 9% erwartet

Indien bleibt ein wachstumsstarker Markt für den Maschinen- und Anlagenbau. 27% der befragten Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage als gut, 64% als zufriedenstellend – nur 9% als schlecht. Die Antworten zum Auftragsbestand deuten an, dass insbesondere der indische Binnenmarkt für das positive Geschäftsklima sorgt.

Noch erfreulicher fällt der Blick in die Zukunft aus: 62% der Unternehmen erwarten eine weitere Verbesserung der Geschäftslage in den kommenden Monaten – nur 2% eine Verschlechterung. Für 2025/26 rechnen die Unternehmen mit einem nominalen Umsatzwachstum von 9%. 54% der Befragten produzieren bereits in Indien, von ihnen wollen 74% ihre Kapazitäten weiter ausbauen. Von den 46% ohne eigene Fertigung vor Ort streben 21% eine solche an.

Brasilien: Positive Entwicklung trotz steigender Unsicherheiten

Brasilien zeigt sich als Absatzmarkt für den Maschinen- und Anlagenbau resilient: 31% der Befragten berichten von einer guten Geschäftslage, 61% von einer zufriedenstellenden. Im Jahr 2024 wurde ein beachtliches Umsatzwachstum von 13% erzielt – mehr als ursprünglich erwartet. Für 2025 rechnen die Unternehmen mit 7% Wachstum.

Trotzdem nehmen Unsicherheiten zu: Der Anteil der Unternehmen, die von Geschäftshindernissen berichten, ist gestiegen. Besonders häufig genannt werden schwächelnde Inlandsnachfrage, Finanzierungshürden und ein zunehmend herausforderndes Wettbewerbsumfeld.

China: Stagnation mit leichtem Hoffnungsschimmer

In China bleibt das Geschäftsklima angespannt. Zwar hat sich die Lage leicht verbessert, doch 36% der Unternehmen berichten weiterhin von einer schlechten Geschäftslage. Lediglich 14% sind dagegen positiv gestimmt. Immerhin erwarten die Unternehmen ein Umsatzwachstum von 5% im Jahr 2025, nach einer Stagnation im Vorjahr.

Die zentralen Herausforderungen in China dauern an: ein anhaltender Mangel an Aufträgen, zunehmender Wettbewerb durch lokale Anbieter und Handelshemmnisse wie z.B. Zölle. Die Kapazitätsauslastung und der Auftragsbestand bleiben auf niedrigem Niveau – insbesondere im Inlandsgeschäft.

USA: Große Unsicherheit, schwieriges Umfeld

Erstmals erfasst, zeigen sich die USA als ein Markt mit großer Unsicherheit. 20% der Unternehmen berichten von einer guten Geschäftslage, 59% von einer zufriedenstellenden – 21% jedoch von einer schlechten.

79% der Unternehmen fühlen sich in ihrer Geschäftstätigkeit beeinträchtigt. Hauptursachen sind ein Auftragsmangel und die kürzlich eingeführten Zölle auf europäische Maschinenbauprodukte. Diese schlagen sich auch in den Erwartungen nieder: Nur 30% erwarten eine Verbesserung der Geschäftslage – genauso viele eine Verschlechterung. Für 2025 wird ein Umsatzplus von lediglich 2% prognostiziert.