Maschinenbau

Lockdowns in China hinterlassen tiefe Spuren

Bild: VDMA e.V.

Die Corona-bedingten Lockdowns und Restriktionen in China hinterlassen bei den Maschinen- und Anlagenbauern vor Ort tiefe Spuren. Dies zeigen die Ergebnisse der Frühjahrsumfrage des VDMA unter den in China ansässigen 850 Mitgliedsunternehmen. Der Umfrage zufolge bewerten zwar 27 Prozent der befragten Firmen die aktuelle Geschäftslage noch als gut und 45 Prozent als zufriedenstellend, aber 28 Prozent stufen diese bereits als schlecht ein. Damit ist die Bilanz von positiven zu negativen Einschätzungen erstmals seit zwei Jahren wieder unter null gesunken (minus 1 Prozentpunkt). Im Herbst lag der Wert noch bei plus 33 Prozentpunkten, damals hatte das positive Sentiment das negative weit übertroffen.

Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen sieht sich zunehmend mit Faktoren konfrontiert, die ihren Geschäftsbetrieb in China behindern. Waren es im Herbst 2021 bereits 55 Prozent, klagen nun 87 Prozent über Bremsfaktoren. Hauptproblem sind aktuell die Lockdowns und Einschränkungen im Zusammenhang mit Omikron-Infektionen in verschiedenen Städten und Regionen des Landes – eine Herausforderung für 98 Prozent der davon betroffenen Unternehmen. Fast jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) musste seinen Betrieb Lockdown-bedingt komplett einstellen, hiervon wiederum 40 Prozent für mindestens drei Wochen, viele sogar länger. „Eine Beseitigung dieser Engpässe ist aktuell noch nicht in Sicht. Die Wiederaufnahme der Produktion vor allem in Schanghai läuft sehr schleppend. Die Auflagen für einen sogenannten ‚closed loop‘ –  die Beschäftigten arbeiten und wohnen auf dem Fabrikgelände – sind hoch, der Genehmigungsprozess zäh, und es ist mit zusätzlichen Kosten zu rechnen für Mitarbeiterzuschläge, für Betten, zur Desinfizierung und anderes,“ erläutert Claudia Barkowsky, Geschäftsführerin des VDMA in China.

Kapazitätsauslastung stark gefallen

Die Kapazitätsauslastung der Maschinen- und Anlagenbauer in China hat ihren bisher abruptesten Rückgang innerhalb von sechs Monaten erfahren. Aktuell verzeichnen 37 Prozent der Unternehmen eine unter dem langjährigen Durchschnitt liegende Auslastung. Im Herbst 2021 waren es lediglich 14 Prozent gewesen, vor einem Jahr sogar nur 7 Prozent. Derzeit geben 26 Prozent der Unternehmen eine über normal liegende Auslastung an und 37 Prozent verzeichnen ein normales Niveau. „Der geringe Auslastungsgrad bei vielen Unternehmen rührt aber aktuell nicht von einem schwachen Auftragsbestand her, sondern ergibt sich vielmehr aus den erzwungenen temporären Schliessungen. Befindet sich das Unternehmen ausserhalb der Risikogebiete, kann nahezu normal gearbeitet werden“, erklärt Barkowsky

Auftragseingänge rückläufig

Auch der Auftragseingang ist in China rückläufig. Ein Drittel (32 Prozent) der befragten Unternehmen berichten, dass sich der aktuelle Auftragseingang unter dem normalen Bereich befindet, im Herbst waren es lediglich 17 Prozent. Die Aufträge aus dem Ausland sind gleichermaßen davon betroffen. 29 Prozent gaben an, dass die Bestellungen über den Erwartungen liegen.

Keine Aussicht auf Besserung in den nächsten sechs Monaten

Nur eine Minderheit der Unternehmen (24 Prozent) geht von einer Besserung der Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten aus. Dagegen geben 29 Prozent an, dass sich die Lage weiter verschlechtern wird, 47 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Situation. Neben den Produktionsstillständen stellen auch die Engpässe bei Material und Rohstoffen nach wie vor ein Hindernis für Unternehmen dar. Grund dafür sind vor allem Transportschwierigkeiten innerhalb Chinas. Der Druck bei der Lokalisierung ist gestiegen: stellte das im Herbst 2021 für lediglich 3 Prozent der Unternehmen eine Herausforderung dar, sind es mittlerweile 13 Prozent.

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