Bearbeitungsprozesse für kritische Komponenten verbessern

Aufgrund der zunehmenden Komplexität von Bauteilen einerseits und des Fachkräftemangels andererseits bieten die Ingenieure von 'Engineering Projects' strukturierte und umfassende Unterstützung, die alle Phasen der Fertigung abdeckt.
Aufgrund der zunehmenden Komplexität von Bauteilen einerseits und des Fachkräftemangels andererseits bieten die Ingenieure von ‚Engineering Projects‘ strukturierte und umfassende Unterstützung, die alle Phasen der Fertigung abdeckt. Bild: Sandvik Tooling Deutschland GmbH

Eine Studie von Deloitte und The Manufacturing Institute aus dem Jahr 2024 prognostiziert, dass in den nächsten zehn Jahren fast zwei Millionen Stellen in der Fertigungsindustrie unbesetzt bleiben könnten, sofern der bestehende Fachkräftemangel nicht entschärft wird. Im folgenden Beitrag stellt Nicklas Bylund, Head of Engineering Projects bei Sandvik Coromant, den komponentenorientierten, strukturierten Ansatz ‚Engineering Projects‘ vor. Mit diesem Ansatz unterstützt Sandvik Coromant Fertigungsunternehmen dabei, die Qualifikationslücke zu schließen und ihre Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.

‚Engineering Projects‘ – was genau ist damit gemeint?

Mit ‚Engineering Projects‘ bietet Sandvik Coromant eine Lösung, die Fertigungsunternehmen dabei unterstützt, die Leistungsfähigkeit, Stabilität und Performance ihrer Bearbeitungsprozesse für kritische Komponenten zu verbessern. Aufgrund der zunehmenden Komplexität von Bauteilen einerseits und des Fachkräftemangels andererseits bieten die Ingenieure von ‚Engineering Projects‘ strukturierte und umfassende Unterstützung, die alle Phasen der Fertigung abdeckt. In enger Zusammenarbeit mit den Kundenteams nutzen sie ihr Wissen über Werkzeuge, Zerspanungsprozesse, CAM-Programmierung und Bauteilfertigung, um ein komplettes, einsatzbereites Werkzeugpaket zu liefern.

Zu Beginn jedes Projekts steht eine ausführliche Beratung. Dabei prüfen die Sandvik Coromant Ingenieure gemeinsam mit den Kundenteams die Konstruktionsentwürfe, Materialspezifikationen, Toleranzen, Bearbeitungsanforderungen und Produktionsziele. Durch das frühzeitige Verständnis dieser Parameter kann entschieden werden, ob es am besten ist, die vorhandenen Anlagen zu optimieren oder eine maßgeschneiderte Strategie zu entwickeln. In diesem Schritt werden auch alle potenziellen Herausforderungen berücksichtigt.

Im nächsten Schritt entwerfen oder wählen Werkzeugspezialisten die optimale Kombination aus Standard- und Sonderwerkzeugen, Adaptern, Spannlösungen und einer CAM-Software mit Werkzeugwegoptimierung aus. Bei anspruchsvollen Anwendungen führt dieser Prozess häufig zu Werkzeugpaketen, die Standardlösungen mit speziell entwickelten Elementen kombinieren.

Nachdem die Werkzeugstrategie festgelegt wurde, setzen CAM-Programmierer sie in fertigungsreife Programme um. Mithilfe von Software wie Mastercam, Siemens NX und Vericut werden die Werkzeugwege, Vorschubgeschwindigkeiten und Schnittfolgen virtuell modelliert. Durch diese digitale Überprüfung können potenzielle Kollisionen identifiziert, Schnittkräfte verbessert, Zykluszeiten vorhergesagt und Ausschuss durch fehlgeschlagene Werkzeugversuche reduziert werden. Das ermöglicht es Bedienern, auch ohne hochspezialisiertes internes Fachwissen, komplexe Prozesse zuverlässig auszuführen.

Nach der Fertigstellung können die kompletten Werkzeugpakete als präzisionsausgewuchtete und spindelfertige Baugruppen inklusive vollständiger technischer Dokumentation geliefert werden. Das Engineering Projects Team überwacht zusammen mit lokalen Kundenbetreuern und Spezialisten die ersten Einstellungen und Testschnitte. So kann es sein Fachwissen in Echtzeit einbringen, die Maßgenauigkeit und Oberflächenintegrität überprüfen und alle notwendigen Anpassungen vornehmen. Erst nach der Validierung können die Arbeitsabläufe an allen Produktionsstandorten weltweit umgesetzt werden. Dank des koordinierten Ansatzes für grenzüberschreitende Projekte umfasst die Lösung von Sandvik Coromant auch das Liefermanagement und gewährleistet eine klare Kommunikation sowie einheitliche Produktionsstandards in allen Märkten.