Chancen und Herausforderungen im Internet der Dinge
Sicher vernetzt
Die Vernetzung von Produktionsanlagen im Internet der Dinge bietet nicht nur Unternehmen neue Möglichkeiten. Auch Hacker profitieren. Dabei wird deren Arbeit mit nur wenigen Schritten um ein vielfaches schwieriger und das Ziel damit in vielen Fällen uninteressant.
IT-Sicherheit wird im industriellen Bereich immer wichtiger. Viele Firmen folgen dem Trend hin zum Internet der Dinge und möchten beispielsweise Nutzungsdaten ihrer Roboter über das Internet an den Hersteller übermitteln. Doch mit der Vernetzung der Geräte bauen Unternehmen quasi Türen in ihre Maschinen ein, die unerwünschte Besucher potentiell erreichen können. Die Herausforderung muss nun darin liegen, ein möglichst sicheres Schloss in diese Türen einzubauen. Um die vernetzte Industrie vor Eindringlingen zu schützen, sind IP-Schutz (Intellectual-Property), Software-Lizenzierung und Zugangsmanagement notwendig. Eine weitere Notwendigkeit im Internet of Things (IoT) ist es, einen sogenannten Interpretation Hub einzurichten – einen Server, der als Wissensdatenbank und Übersetzer für die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Gerätesprachen fungiert. Dieser stellt wiederum einen zentralen Angriffspunkt für Hacker dar.
IP-Schutz in fünf Schritten
Software-Schutz im IoT ist von großer Bedeutung, weil sich Hacker weniger für die Hardware der Geräte interessieren, sondern die darauf laufende Software angreifen. Hier liegt also das Know-how, das es zu schützen gilt. Der Schutz von Software im Internet der Dinge umfasst Elemente, die vom Umgang mit einem gewöhnlichen PC bekannt sind und sich in fünf Stufen unterteilen lassen. Automatisierte Produktionsanlagen erfordern höchste Standards bei Sicherheit, Verfügbarkeit und Prozessgeschwindigkeit. ‣ weiterlesen
Whitepaper: Integration von Maschinenschutztoren
- • Die erste Stufe ist die Firewall: Dieser Abwehrwall schützt vor Eindringlingen, indem zuvor definiert wurde, wer auf das Netzwerk zugreifen darf und wer nicht. Hier besteht jedoch noch Nachbesserungsbedarf: Es gibt zwar spezialisierte Anbieter für Firewalls im IoT, aber diese Lösungen müssen noch besser auf die spezifischen Anforderungen ausgerichtet werden.
- • Die zweite Stufe ist Intrusion Detection. Ein solches Angriffserkennungssystem identifiziert Attacken gegen ein Rechnernetz. Dieses System funktioniert wie eine Polizei, die Eindringlinge im Netz erkennt.
- • Die dritte Stufe ist der Geräteschutz, das heißt der Eindringling bewegt sich jetzt nicht mehr nur im Netzwerk sondern versucht sich Zugriff zu den vernetzten Geräten zu verschaffen. Davor schützt wiederum eine Firewall auf den einzelnen Maschinen.
- • Die vierte Stufe kommt dann zum Tragen wenn der Hacker bereits alle anderen Sicherheitsstufen überwunden hat und sich auf dem Gerät befindet – Secure Boot und Whitelisting. Durch die Whitelist wird im Voraus festgelegt welche Programme auf dem Gerät laufen dürfen und welche nicht. Alles andere wird als nicht autorisierte Software identifiziert, die nicht auf dem Gerät laufen darf. In Kombination mit Secure Boot wird das Whitelisting bereits beim Starten des Geräts aktiviert. So ist die Maschine bereits zu diesem Zeitpunkt vor Gefahren geschützt.
- • Software-Verschlüsselung ist die fünfte Stufe: Unternehmen sollten ihre Programme verschlüsseln, um das Know-how auf der eigenen Maschine zu schützen. So kann ein Eindringling den Code der Embedded-Applikations-Software selbst bei Diebstahl nicht anderweitig nutzen bzw. lesen kann.
Zugänglicher Code im Internet
Noch gravierender wäre es allerdings, wenn der Angreifer den Code frei verfügbar im Internet zugänglich macht, so dass ihn jeder kopieren und nutzen kann. Für Firmen, die von ihrem Software-Produkt leben, wäre dies der gefährlichste Fall. Zum einen bricht die Geschäftsgrundlage weg, weil die Software frei zugänglich im Internet zu finden ist. Zum anderen werden Fehler in der Software publik und schädigen nicht nur die Reputation des Unternehmens sondern bieten gleichzeitig ein neues Einfalltor für Cyber-Attacken. Cyber-Kriminelle können dann leicht alle Systeme angreifen, auf denen die betroffene Software läuft. Unternehmen benötigen im IoT zudem eine umfassende Software-Lizenzierungslösung, die regelt auf welcher Maschine welches Programm laufen darf. Diese Art des Schutzes ist besonders wichtig, weil sie den Ernstfall absichert. SafeNet hat das Tool Sentinel LDK Embedded speziell für den Embedded-Markt und dessen spezielle Anforderungen entwickelt. Die Lösung verhindert, dass ein Angreifer den Code kopiert, vervielfältigt, aktiviert und auf seiner eigenen Maschine oder bei der Konkurrenz der gehackten Firma einsetzen kann.















