Tiefster Stand seit Mai 2020

Ifo-Geschäftsklimaindex fällt erneut

Mit 84,3 Punkten ist der Ifo-Geschäftsklimaindex auf den tiefsten Stand seit Mai 2020 gefallen. Dabei betraf der Rückgang alle Wirtschaftsbereiche.
Bild: Ifo Institut

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist so schlecht wie zuletzt in der Anfangsphase der Corona-Pandemie. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im September auf 84,3 Punkte gefallen, nach 88,6 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im August. Dies ist der niedrigste Wert seit Mai 2020. Der Rückgang ziehe sich durch alle vier Wirtschaftsbereiche, so Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage klar schlechter. Der Pessimismus mit Blick auf die kommenden Monate hat deutlich zugenommen. Im Einzelhandel fielen die Erwartungen sogar auf ein historisches Tief. Die deutsche Wirtschaft rutscht in eine Rezession.“

Pessimismus in der Industrie

Im Verarbeitenden Gewerbe zeigen sich die Unternehmen unzufriedener mit den laufenden Geschäften und blicken mit großer Sorge auf das nächste halbe Jahr. Die Erwartungen waren zuletzt im April 2020 so pessimistisch. Die Stimmung hat sich in nahezu allen Branchen verschlechtert und auch der Auftragsbestand war weiter rückläufig.

Im Dienstleistungssektor fielen die Einschätzungen zur aktuellen Lage deutlich schlechter aus, als im Vormonat. Die Firmen rechnen zudem mit einer weiteren spürbaren Verschlechterung in den kommenden Monaten. Wie die Wirtschaftsforscher mitteilen, befürchtet insbesondere das Gastgewerbe schwere Zeiten.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima nochmals verschlechtert. Die Geschäftslage drehte erstmals seit Februar 2021 wieder in den negativen Bereich und auch der Ausblick verschlechterte sich weiter.

Auch im Bauhauptgewerbe hat der Index merklich nachgegeben, so die Wirtschaftsforscher. Die Unternehmen seien mit den laufenden Geschäften weniger zufrieden und die Erwartungen pessimistischer als im Vormonat.

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