Diese sechs Trends prägen 2025

Einer von 6 Industrietrends: KI-basierte Assistenten wie 'Augie' werden vom Antwort- zum Ratgeber.
Einer von 6 Industrietrends: KI-basierte Assistenten wie ‚Augie‘ werden vom Antwort- zum Ratgeber. Bild: Augmentir, Inc.

Wie gestaltet sich künftig die Arbeit in der Prozess- und Fertigungsindustrie? Darüber geben eine Reihe aktueller Untersuchungen Auskunft. Der Softwarehersteller Augmentir hat aus ihnen sechs Trends für 2025 abgeleitet.

Die Digitalisierung, der Fachkräftemangel und der steigende Wettbewerbsdruck zwingen Unternehmen, ihre Strategien neu zu überdenken. Gleichzeitig ergeben sich daraus auch vielversprechende Chancen. Von KI-gestützten Trainings am Arbeitsplatz bis hin zur autonomen Instandhaltung – aktuell zeichnen sich für die Arbeit in Produktion und Wartung folgende Trends ab:

Training wandert an den Arbeitsplatz

Zwei von drei Unternehmen wollen mit ihrer Weiterbildungsstrategie vor allem eines erreichen: den Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Aber auch die Erfüllung gesetzlicher Normen und die Mitarbeiterbindung sind mehr als 50% von ihnen wichtig, so die TÜV Weiterbildungsstudie 2024.

Digitale Assistenten steigen zu Ratgebern auf

Auch die rasche Beantwortung von Nachfragen spielt eine zunehmend wichtigere Rolle. Bereits jetzt nutzen 35% der Unternehmen dazu Chatbots. Vor zwei Jahren waren es erst 25%. Das berichtet eine Bitkom-Studie aus September 2024. In der Fertigung werden sich die Einsatzmöglichkeiten dieser Dialogtools deutlich erweitern, Experten erwarten eine viel engere Verzahnung von Mensch und Maschine.

Wissensmanagement wird kollaborativ

Viele Manager treibt die Frage um, wie sie ihre Arbeitskräfte bei einem Positionswechsel geeignet unterstützen können. Eine Studie der Uni Bamberg vom Sommer 2024 zeigt auf: Weniger als 30% der Befragten erhielten eine strukturierte Wissensübergabe, in 82% der Fälle geschah die Einweisung ohne digitale Hilfe. Die Zukunft liegt jedoch im Aufbau eines systematischen und kollaborativen Wissensmanagements.

Papierlose SOPs werden Mainstream

Die Digitalisierungsbemühungen der Industrie machen große Fortschritte. 88% der Befragten ziehen eine positive Bilanz ihrer bisherigen Initiativen. Diese beschleunigen Prozesse und Workflows (53%), sparen Kosten durch effizientere Tools (48%) und steigern ihre Produktivität (46%). Auch in der Produktion wird immer häufiger papierlos gearbeitet.

Autonome Wartung gelingt in kleinen Schritten

Von dieser Digitalisierung profitiert auch die Instandhaltung. Zwei von drei Unternehmen räumen ein, sie hätten mindestens einmal im Monat einen ungeplanten Stillstand in der Produktion. Den Betroffenen entstehen daraus Kosten in Höhe von 147.000€ pro Stunde – so die Studie ‚Value of Reliability‘ von ABB.

KI richtet Sicherheit und Gesundheitsschutz am Menschen aus

Eine kanadische Studie aus dem Jahr 2023 zeigt: Jeder Dollar, den Hersteller in den Arbeitsschutz investieren, erzielt einen ROI von 1,24 Dollar. Bemerkenswert ist, dass sich dieser Wertzuwachs nicht allein aus der Reduzierung von Arbeitsausfällen ergibt. Die teilnehmenden Unternehmen sehen die positiven Effekte auf Corporate Image und Mitarbeiterbindung als ebenso bedeutsam an wie die finanziellen Vorteile.

Fazit

Die sechs vorgestellten Trends zeigen: Die Industriearbeit der Zukunft wird mit Hilfe von KI genauer auf den einzelnen Menschen zugeschnitten sein. Dadurch bietet die digitale Transformation herstellenden Betrieben enorme Chancen, ihre Belegschaft zu stärken und Abläufe zu verbessern. Das fördert wiederum die Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen, die die hier dargestellten Entwicklungen frühzeitig aufgreifen und umsetzen, können sich also entscheidende Vorteile verschaffen.