Windows 10 IoT für die industrielle Automatisierung

Windows 10 IoT für die industrielle Automatisierung

Alle aktuellen Varianten des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 10 basieren auf dem gleichen Kernel. One Core, One Platform, One Store: So lautet die Botschaft. Die Universal Windows Platform (UWP) und Universal Windows Driver (UWD) bieten den Vorteil eines flexiblen Einsatzes auf allen Windows-10-fähigen Geräten. Windows 10 IoT Core, die kleinste Version läuft auch auf Raspberry Pi2, dem Qualcomm Dragonboard oder auf MinnowBoard MAX mit 64Bit-Atom-CPU. Als minimale Anforderungen nennt Microsoft eine 600MHz-CPU, 2GB Storage und 256MB RAM für Headless-Geräte bzw. 512MB RAM für Geräte mit lokalem Userinterface. Diverse Eigenschaften stehen unter IoT Core jedoch nicht mehr zur Verfügung: Applikationen, die GDI, MFC, WinForms oder WPF nutzen, müssen auf XAML, DirectX und HTML umgeschrieben werden. Generell ist der Portierungsaufwand für native Win32- oder .NET-Applikationen aber sehr gering. Um eine schnelle Verbreitung zu erreichen, stellt Microsoft Windows 10 IoT Core – einschließlich der zum Engineering benötigten Visual-Studio-Version 2015 – nun kostenlos zur Evaluierung und für den privaten Gebrauch (Zielgruppe Maker) zur Verfügung. Für den kommerziellen Einsatz hat Microsoft bereits Anfang November die Version Windows 10 IoT Core Pro vergleichbar zu Windows CE verfügbar gemacht. Diese Version bietet mit zehn Jahren Support-Unterstützung den im Industriebereich notwendigen langen Lifecycle; und nur bei dieser Version sind die automatischen Update-Mechanismen abschaltbar. Windows 8 hat sich nie in der Automatisierungsbranche verbreitet – der größte Grund dagegen lag wohl in der technisch nicht abschaltbaren Per-Device-Aktivierung, die es in Windows 10 IoT Enterprise nicht mehr gibt. Viele Kunden werden daher direkt von Windows Embedded Standard 7 auf Windows 10 IoT Enterprise springen: Diese Version ist nicht mehr komponentisiert, somit nicht mehr skalierbar und benötigt als Standard 16GB Speicher. Als Vorteil der Vollversion kann gelten, dass Software-Anbieter nun sicher sein können, dass alle Funktionen des Betriebssystems verfügbar und nutzbar sind. Vormals konnte der Geräteanbieter sein eigenes Image skalieren und dabei Funktionen aussparen. Dem steht als Nachteil ein höherer Preis für die in der Automatisierung notwendigen, größeren Storage-Karten der Qualitätsstufe Industrial Grade gegenüber. Die Enterprise-Version ist in verschiedenen Branches verfügbar: Current Branch (CB) bedeutet, dass die monatlichen Windows-Updates eingespielt werden müssen. Current Branch for Business (CBB) beinhaltet, dass Security-Updates direkt eingespielt werden; sonstige Updates werden aber erst acht Monate verspätet in die Business-Geräte eingespielt – nach bewiesener Stabilität im Consumer-Markt und dann auch nur einmal pro Quartal. Für den Industrial-Automation-Bereich wird sich die LTSB-Variante (Long Term Serviceing Branch) durchsetzen. Der offizielle Bestellname ist somit Windows 10 IoT Enterprise 2015 LTSB und bedeutet, dass hier per Update-Dienst keine neuen Features untergeschoben werden. Nur die Security-Patches können optional eingespielt werden. Die LTSB-Version hat weder den Assistenten Cortana on-board, noch einen Zugang zum Microsoft-Store.

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: Sieb & Meyer AG
Bild: Sieb & Meyer AG
Ein weites Feld

Ein weites Feld

Frequenzumrichter ist nicht gleich Frequenzumrichter: Neben Standardausführungen und Modellen für mobile Applikationen stellen High-Speed-Umrichter für stationäre Applikationen eine besondere Nische dar. Genau hier positioniert sich das Unternehmen Sieb & Meyer – mit einer breiten Palette an Modellen und Ausführungen. Denn auch in diesem Bereich gilt es, auf die verschiedenen Anforderungen der jeweiligen Anwendungen einzugehen.

Bild: ISW Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen
Bild: ISW Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen
Maschinenfabrik 
Made in Stuttgart

Maschinenfabrik Made in Stuttgart

Die Stuttgarter Maschinenfabrik stellt eine vollständig digitalisierte Produktionsumgebung dar, in der vom Kunden individualisierte Produkte selbstorganisiert hergestellt werden. Dafür ist eine neue technologische Infrastruktur in Kombination mit einem durchgängigen Einsatz von digitalen Zwillingen erforderlich. Das erlaubt eine hohe Freiheit bei der Entwicklung von neuen Anwendungen und die nötige Flexibilität im Maschinenpark. Die Artikelserie soll beispielhafte Aspekte der Stuttgarter Maschinenfabrik beleuchten, um das Umsetzungsprojekt vorzustellen.