Inform präsentiert sechs Stellschrauben

Mehr Nachhaltigkeit im Maschinenbau

Der deutsche Maschinenbau ist hochinnovativ und seine Produkte sind weltweit gefragt. Doch die internen Abläufe plant die Branche häufig noch analog und wenig vorausschauend, sodass Einkauf, Materialwirtschaft, Logistik und Produktion sowohl im ökologischen als auch im wirtschaftlichen Verständnis oft nicht nachhaltig arbeiten. Der Aachener Optimierungsspezialist Inform nennt sechs Ansätze für Verbesserungen.

Eine nachhaltige Produktion verursacht in der Regel keine hohen Mehrkosten, sondern führt sogar zu Kostensenkungen. Das ist vielen Unternehmen bekannt, dennoch setzen sie konkrete Maßnahmen für nachhaltigere Prozesse oft nur zurückhaltend um. Einer Umfrage der Wertekommission zufolge sieht sich nur jeder zweite Manager für das UN-Ziel ‚Nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen‘ mitverantwortlich etwa die Hälfte der produzierenden Betriebe bemüht sich laut einer Capgemini-Studie um einen Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaziele. Inform erklärt, wo Maschinenbauer ansetzen sollten, um ihre Abläufe mithilfe digitaler Lösungen effizienter, kostengünstiger und nachhaltiger zu gestalten:

  • Eillieferungen vermeiden: Viele Maschinenbauer haben keinen genauen Überblick über ihre Lagerbestände und planen ihre Produktion oft mit Excel-Listen. Daher können regelmäßig wichtige Teile fehlen und müssen kurzfristig beschafft werden. Das ist sowohl teuer als auch umweltschädlich, da die zusätzlichen Lieferungen den CO2-Fußabdruck erhöhen.
  • Lagerbestände optimieren: Zwar bieten große Lagerbestände Sicherheit, weitläufige Lagerhallen erhöhen allerdings den Energieverbrauch. Zudem könnte die Fläche anderweitig genutzt werden und beispielsweise ressourcenintensive Anbauten bei einer Produktionserweiterung überflüssig machen.
  • Verschwendung reduzieren: Mangels genauer Kenntnis von Lagerbeständen und wenig vorausschauender Planung produzieren Maschinenbauer oftmals Teile, die sie gar nicht benötigen und entsorgen müssen. Dadurch werden Rohstoffe und Energie sowie zusätzlich CO2 emittiert.
  • Produktionsanlagen auslasten: Unzureichende Planung oder fehlende Teile führen oft zu Leerlauf in der Produktion – Anlagen laufen umsonst und Ressourcen bleiben ungenutzt.
  • Bestellungen zusammenfassen: Viele Einzelbestellungen verursachen unnötigen Verpackungsmüll. Fassen Maschinenbauer Bestellungen zusammen und ordern größere Losgrößen, verringert das den Verbrauch von Verpackungsmaterial und den CO2-Ausstoß.
  • Auftragslisten digitalisieren: Bei einer analogen oder Excel-basierten Produktionsplanung erhalten Produktionsmitarbeiter zu Schichtbeginn Papierlisten mit Arbeitsaufträgen. Das ist ineffizient und verschwendet Papier.

Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen können digitale Planungstools helfen. „Eine digitale und vorausschauende Planung führt ganz automatisch zu mehr Nachhaltigkeit“, sagt Markus Günther, Leiter Vertrieb im Geschäftsbereich Produktion von Inform. „Sind alle Bestell-, Lager-, Logistik- und Produktionsprozesse aufeinander abgestimmt, bauen Maschinenbauer keine Überkapazitäten auf, müssen nicht kurzfristig Teile nachbestellen und reduzieren ganz allgemein ihren Energie- und Ressourcenverbrauch.“ mst/Inform GmbH

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