Was ist dahingehend in letzter Zeit bei Ihnen passiert?
Wünsch: Mit Schneider Electric haben wir am Beispiel eines Kurbeltriebes gezeigt, dass man die Übertragungsfunktion an der simulierten Kinematik bestimmen kann und so die Momentenvorsteuerung der echten Steuerung parametrieren kann, bevor die Maschine real gebaut wurde. Damit lässt sich dann bereits im Vorfeld die Bewegungsgüte erheblich steigern, mit dem Effekt, dass man in der virtuellen Inbetriebnahme eine höhere Deckung zwischen Simulation und realer Maschine erreicht. In der Folge wird die in der virtuellen Inbetriebnahme erreichte Softwarequalität auf der SPS keinen Überraschungen bei der realen Inbetriebnahme ausgesetzt, die aus unterdimensionierten Antrieben oder unmöglichen Bewegungen resultiert. Das bedeutet, dass die Steuerungssequenzen einfach mit einer besseren Sicherheit bereits digital im Büro umgesetzt werden können. So kann dann wirklich Zeit gespart werden. Im IndustrialPhysics wurde zudem für kraftbasierte Achsmodelle das Standardmodell eines kaskadierten Antriebsreglers umgesetzt. Dieser kann bei jeder Achse einfach durch einen Klick aktiviert werden. Für die Umsetzung von speziellen Reglerfunktionen, wie der oben erwähnten Momentenvorsteuerung, besteht darüber hinaus die Möglichkeit, basierend auf in der Wissensdatenbank vorhandenen Beispielen, einen eigenen Regler zu implementieren. Damit wird es möglich, den Momentanbedarf und die zyklische Belastung einer Bewegungsführung zu ermitteln, und dabei sehr nah an dem realen Prozess der Maschine zu bleiben.
Gibt es noch weitere Features, die sich Ihre Kunden wünschen und Sie zeitnah umsetzen wollen?
Wünsch: Nach der Antriebsauslegung folgt in der virtuellen Inbetriebnahme ja die Ausprogrammierung der Bewegungsführung und der Steuerungslogik auf der SPS bzw. Motion-Steuerung. Hierbei wünschen sich die Kunden realistische Modelle, die gegenüber der SPS das Kommunikationsverhalten der Antriebe nachbilden. So kann der Ablauf sehr realistisch nachgebildet werden und die Steuerung intensiv in jeder Lage getestet werden, ohne dabei auf die reale Maschine angewiesen zu sein bzw. Unfälle zu riskieren.
Denken Sie, dass die Antriebsplanung zukünftig überwiegend beim Maschinenbauer stattfinden wird?
Wünsch: Ja, ich denke schon. Die Basis hierzu führen die beiden Aufgaben der Bewegungsplanung und der Antriebsauslegung, die Hand in Hand gehen um das Optimum für die Anwendung zu finden. Kriterien sind für einen Maschinenbauer hierbei die sichere Erfüllung der Aufgabe, das bestmögliche Verhältnis von Investition und Leistung sowie Flexibilität in den Antrieben für unterschiedliche Produkte und zukünftige Aufgaben.

















