Automatisierung und Netzwerktechnik wachsen zusammen

Automatisierung und Netzwerktechnik wachsen zusammen

Tool zur Konfiguration und Diagnose für Automatisierungs- und Netzkomponenten

Raue Umgebungsbedingungen, häufige Anlagenerweiterungen oder Produktionssicherheit: Die industrielle Kommunikation stellt hohe Anforderungen an die eingesetzten Geräte. Von der Projektierung über die Inbetriebnahme, bei Erweiterungen bis hin zum Service können durchgehende Software-Werkzeuge Zeit und Kosten sparen.
Ethernet-basierte Feldbussysteme haben sich in der industriellen Automatisierungstechnik mittlerweile durchaus etabliert. Dafür müssen allerdings auch die notwendigen Netzwerkinfrastrukturen in den Automatisierungsanlagen aufgebaut und eingerichtet sein. Hierbei nutzt man die Ansätze aus der Office IT wie VLAN oder Firewalls, die sich insbesondere in ausgedehnten Netzwerken bewährt haben. Die verwendeten Netze der Office IT sind für die industriellen Automatisierungsanlagen teilweise zu kompliziert in ihrer Handhabung und als Investition nicht mehr wirtschaftlich. Daher benötigen industrielle Anlagen kompakte Netzkomponenten, die aber ihrerseits in die bestehenden Infrastrukturen integrierbar sind. Aufgrund erweiterter Anforderungen an die einzusetzenden Geräte in industriellen Automatisierungsanlagen sind die Geräte aus dem Office-IT-Bereich zudem nur bedingt einsetzbar. Angefangen bei Robustheit gegen äußere Einflüsse (staubbelastete oder aggressive Umgebungen, hohe Temperaturen, Rüttel- und Schüttelfestigkeit) über die Stabilität des Produktes (geringe Geräteausfälle, stabile Kommunikation) bis hin zur langen Verfügbarkeit der Produkte, was gerade für den Ersatzteilfall in industriellen Anlagen sehr wichtig ist. Siemens hat seit 1985 Netzwerktechnik für industrielle Anwendungen im Programm und bietet unter dem Namen Scalance inzwischen ein breites Produktportfolio für unterschiedliche Industrieanwendungen an. Es erfüllt dafür praktisch alle Voraussetzungen für kosteneffiziente, leistungsfähige und zukunftssichere industrielle Netzwerke.

Engineering Framework TIA Portal

Zusätzlich zu den Standardmöglichkeiten für Konfiguration und Diagnose der Netzwerkkomponenten – wie zum Beispiel Command Line Interface (CLI), Webbrowser, SNMP – kann der Anwender die Geräte auch über das Tool Step 7 Professional aus dem Engineering Framework TIA Portal konfigurieren und diagnostizieren. Hierzu bietet Siemens für die Scalance-Gerätefamilie auch eine kostenlose Lizenz des Step 7 Professional an, das voll kompatibel ist zu der lizenzpflichtigen Version. Der einzige Unterschied zum kostenpflichtigen Step 7 Professional ist der Umfang der zu unterstützenden Geräte (z.B. keine Konfiguration und Diagnose von S7-SPSen). Wird auf der installierten kostenlosen Version ein License Key installiert, dann erweitert sich der Umfang der unterstützten Geräte. Damit ist für eine Hochrüstung keine weitere Software-Installation erforderlich. Durch die vollständige Kompatibilität der beiden Varianten ist auch sichergestellt, dass die bereits erstellten Projekte weiterverwendet werden können. D.h. das Projekt, das mit der kostenlosen Version erstellt wurde, kann weiterhin auch in der kostenpflichtigen Version (um-)konfiguriert und diagnostiziert werden. Siemens setzt bei allen Scalance-Produkten auf eine einheitliche Benutzeroberfläche. Für alle Funktionen bei allen Geräten im Projekt werden identische Bezeichnungen verwendet und auch seitens der Handhabung ist eine identische Benutzung gewährleistet. So finden sich Projekteure und Service-Leute auch bei Erweiterungen schnell zurecht und bleiben mit der gewohnten Bedienung vertraut.

Netzwerkkomponenten durchgehend projektierbar

Durch die gemeinsame Projektierungsmöglichkeit mit Step 7 Professional V13 von Simatic-SPSen, HMIs, Antrieben und jetzt auch der Scalance-Komponenten entstehen weitere Vorteile: Scalance-Geräte können zusammen mit einer Simatic-S7-SPS oder Profinet-Ge-räten in einem Step7-Projekt offline konfiguriert werden, d.h. ihre Integration in eine bestehende Anlage kann lokal in einem Projekt erfolgen, ohne dass die Geräte bereits im Netzwerk installiert sein müssen. Hierbei können jeweils spezielle Einzelkonfigurationen (wie z.B. Port-Einstellungen, Lastbegrenzungen, Fehlerüberwachungen) oder Gruppenkonfigurationen (wie z.B. User-Verwaltung, VPN-Einstellungen, globale Firewall-Regeln) bei den neuen Geräten vorgenommen werden. Damit lassen sich Einstellungen oder Änderungen schneller umsetzen; dies spart Zeit vor allem bei deren Inbetriebsetzung. Hinzu kommt, dass im Tool Step 7 Professional entsprechende Konsistenzchecks vorhanden sind, die diese Einstellungen schon im Offline-Modus überprüfen und eventuelle Fehler (zum Beispiel doppelte IP-Adressen, inkorrekte Eingabe von IP-Adressen, doppelte Gerätenamen, Konflikte bei S7/Profinet-Kommunikation oder Porteinstellungen) werden dem Anwender beim Check vorab aufgezeigt. Damit vermeidet er Fehler bei der Konfiguration der Geräte und kann eine schnellere Inbetriebnahme der (geänderten) Anlage vor Ort umsetzen.