
Maschinen sind die zentralen Stellschrauben für einen nachhaltigeren Umgang mit Energie und Rohstoffen: Sie gehören sowohl in der Herstellung als auch der Entsorgung zu den ressourcenintensivsten Investitionsgütern in der Industrie – obwohl sie grundsätzlich für jahrzehntelangen Einsatz ausgelegt sind. Genau hier setzt ein Umdenken an: Die Lebensdauer von Maschinen zu verlängern ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch ein aktiver Beitrag zur Ressourcenschonung. Denn: Jede länger genutzte Maschine spart wertvolle Rohstoffe, Energie und CO2 ein.
Die 5R-Strategie: Nachhaltigkeit für Investitionsgüter
Im Konsumbereich liest man häufig vom Prinzip der 5R – Refuse, Reduce, Reuse, Repair, Recycle. Das Prinzip lässt sich aber auch auf Investitionsgüter wie industrielle Maschinen übertragen: Übergeordnetes Ziel ist es, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und Abfall zu vermeiden, indem Produkte so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf verbleiben. Statt Maschinen zu ersetzen (Refuse), sollte der Fokus stärker auf der Reduzierung von Ressourcenverschwendung (Reduce) durch regelmäßige Wartung, Reparatur und Modernisierung (Repair) liegen. So kann die Maschine auch weiterverkauft und -verwendet werden (Reuse). Erst irreparable Maschinen sollten fachgerecht für das Recycling entsorgt werden (Recycle).

Veraltete Anlagen gelten jedoch schnell als wirtschaftlich unattraktiv: zu hohe Energiekosten, zu hohe Ausfallzeiten, zu hoher CO2-Ausstoß. In der Praxis, in der wirtschaftliche Argumente oft über umwelttechnischen stehen, wird daher immer noch häufiger an Neuanschaffung gedacht, als an Instandhaltung und Modernisierung. Dabei können mit nur geringem Aufwand auch jahrzehntealte Maschinen auf den aktuellen Stand der Technik und wirtschaftlichen Effizienz gebracht werden.
Schätzen statt Ersetzen: Wartung und Pflege schonen Ressourcen
Trotz der hohen Anschaffungskosten für Neumaschinen wird häufig der Fehler gemacht, Maschinen nach einigen Jahren auszutauschen, ohne den Wert der bestehenden Infrastruktur zu berücksichtigen. Zusätzlich wird der Kauf einer Neumaschine als einmalige Investition betrachtet und Service- und Wartungsverträge als Kostenfalle abgetan. Doch im Gegenteil: Regelmäßige Pflege, Wartungen und Modernisierungen erzielen bei kleinen Kosten langfristige Einsparungen und erhöhte Lebensdauer. Wer investieren will, sollte also vorausschauend denken.

Schon beim Kauf einer Maschine sollten daher bestimmte Aspekte für die Instandhaltung des Investitionsguts beachtet werden. Modulare Bauweisen ermöglichen beispielsweise nachträgliche Erweiterungen und bedarfsgerechte Anpassungen, ohne eine gesamte Anlage ersetzen zu müssen. Das spart nicht nur Kosten und Ressourcen, sondern trägt auch zu einem flexiblen und zukunftssicheren Maschinenpark bei. Komponenten wie Filter oder Schmierstellen, die regelmäßig geprüft werden müssen, sollten gut zugänglich sein, um Wartungs- und Pflegearbeiten effizient durchführen zu können. So werden teure Reparaturen und Ausfälle vermieden werden. Die erhöhte Verfügbarkeit der Maschine führt zu einer höheren Produktivität und damit zu einer höheren Planungssicherheit.
Energieeffizienz durch Modernisierung
Spätestens zum und mit Inkrafttreten der neuen EU-Maschinenverordnung (2023/ 1230/EU) im Januar 2027 werden Unternehmen gezwungen sein, sich mit dem Zustand ihrer Maschinenparks auseinanderzusetzen. Mit der Verordnung wird eine wichtige Grundlage für europaweite Sicherheitsstandards von Maschinen geschaffen. Sie ersetzt die bisherige Maschinenrichtlinie (2006/42/EG) und führt im Hinblick auf KI und digitale Technologien neue Anforderungen an die Sicherheit sowie an die Energieeffizienz von Maschinen ein. Die neue Verordnung setzt damit einen zusätzlichen Anreiz, nicht nur auf Neuanschaffungen zu setzen, sondern Wartung und Modernisierung als langfristige Strategie zu betrachten; nicht mehr nur als eine Frage der Kostensenkung, sondern der Betriebsfähigkeit und Rechtskonformität.
Wer in die Modernisierung seiner Maschinen investiert und diese auf den neuesten Stand bringt, kann von Wettbewerbsvorteilen, langfristigen Einsparungen und erhöhter Effizienz profitieren. Ein Beispiel für solche Modernisierungslösungen für Walzwerke ist das Deguma Efficiency Konzept.

Ein zentraler Bestandteil dieser Modernisierung ist der Einsatz von Torquemotoren, die besonders bei niedrigen Drehzahlen eine hohe Energieeffizienz bieten. Mit der Reduzierung des Ölverbrauchs als umweltschädlicher Betriebsstoff durch Planetengetriebe verringert sich außerdem der Wartungsaufwand. Neben den Antrieben spielen die Steuerungs- und Sicherheitstechniken eine ebenso wichtige Rolle bei der Modernisierung von Maschinen für die Kreislaufwirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die neue MVO. Moderne Antriebsregler und -systeme wie Frequenzumrichter optimieren den laufenden Betrieb, indem sie bedarfsgerechte Anpassungen der Maschinenparameter vornehmen und überschüssige Energie zurück in den Produktionsprozess führen.
In Kombination mit neuer Sicherheitstechnik, Steuerungssystemen und mechanischer Generalüberholung kann so der CO2-Ausstoß, der Wartungsaufwand und die Stillstandsdauer gesenkt werden. Bis zu 30% Energieersparnis und bis zu 80% weniger Wartungskosten sind realistisch – bei einer Lebensdauerverlängerung von bis zu 40 Jahren.
Fazit: Alte Maschinen, neue Verantwortung
Kreislaufwirtschaft fängt bei den Maschinen und Produktionsanlagen an. Prinzipien wie die 5R müssen allgemeingültig gedacht und angewendet werden, um eine wirklich nachhaltige Produktion zu erzielen. Neue Gesetzgebungen und Vorschriften wie die neue EU-Maschinenverordnung unterstützen dieses Umdenken und drängen Betreiber immer mehr zum Handeln.
Die Energieeffizienz und Einsparungen, die durch modernisierte Antriebssysteme, Steuerungen und Sicherheitstechniken erzielt werden, tragen nicht nur zur Werterhaltung für den Verkauf bei und steigern die Effizienz sowie die Produktivität der Anlagen. Unternehmen, die frühzeitig in die Modernisierung und regelmäßige Wartungen investieren, sichern sich ökologische und ökonomische Vorteile und tragen aktiv zu einer wirklich nachhaltigen Produktion und ganzheitlichen Kreislaufwirtschaft bei.


















