VDW zeichnet Forschungsprojekte aus

Preisverleihung für das VDWFI 'Projekt des Jahres' auf der EMO Hannover 2025. Von links nach rechts: Dr. Alexander Broos, Dr. Robert Tehel, Nico Wagner, Martin Wagner, Simon Thom, Dr. Stephan Kohlsmann.
Preisverleihung für das VDWFI ‚Projekt des Jahres‘ auf der EMO Hannover 2025. Von links nach rechts: Dr. Alexander Broos, Dr. Robert Tehel, Nico Wagner, Martin Wagner, Simon Thom, Dr. Stephan Kohlsmann.Bild: Rainer Jensen / VDW

Im Rahmen der EMO Hannover 2025 zeichnete das VDW-Forschungsinstitut zwei Forschungsprojekte als ‚Projekte des Jahres‘ aus. Für das Projekt ‚Rüstzeitminimierung an Schmiedehämmern mittels sensitivem Gesenkspannsystem (sGs)‘ wurden Martin Wagner, Nico Wagner und Dr. Robert Tehel vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) in Chemnitz ausgezeichnet. Es hatte zum Ziel, den Werkzeugwechsel an Schmiedehämmern effizienter, sicherer und reproduzierbarer zu gestalten. Dazu wurde ein Messsystem entwickelt, mit dem sich die Spannsituation im Prozess erstmals sowohl qualitativ als auch quantitativ erfassen ließ. Auf Basis dieser Daten entstanden FEM-Simulationen, die neue Einblicke in die Spannverhältnisse ermöglichten. Daraus wurde schließlich ein neuartiges Spannsystem abgeleitet, das den extremen dynamischen und thermischen Belastungen im Schmiedeprozess standhält.

Preisträger des zweiten ausgezeichneten Projekts war Simon Thom, der sich am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der TU Berlin mit der ‚Dimensionierung von trennenden Schutzeinrichtungen für ortsfeste Schleifmaschinen‘ beschäftigte. Im Vordergrund stand die Frage, wie Schutzumhausungen so ausgelegt werden können, dass sie Bedienpersonal und Maschinen zuverlässig schützen, ohne unnötig überdimensioniert zu sein. Bisher übliche Berstversuche waren zwar realitätsnah, aber weder reproduzierbar noch wirtschaftlich. Die Berliner Forscher kombinierten deshalb translatorische Aufprallprüfungen mit Finite-Elemente-Simulationen. Daraus entstand ein Regressionsmodell, das den Zusammenhang zwischen Schleifscheibenparametern und erforderlicher Wandstärke beschreibt. So konnten erstmals fundierte und gleichzeitig ressourcenschonende Vorgaben für die Konstruktion von Schutzeinrichtungen entwickelt werden.

Die ausgezeichneten Vorhaben wurden durch das Bundeministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Förderprogramms ‚Industrielle Gemeinschaftsforschung‘ gefördert.