Industrieservice-Unternehmen mit Umsatzrückgang
Bild: Lünendonk & Hossenfelder GmbH

Die 20 führenden Industrieservice-Unternehmen in Deutschland müssen einen Umsatzrückgang von 9,1% im Geschäftsjahr 2020 verkraften. Die Corona-Pandemie betrifft den Industrieservice-Markt damit stärker als die anderen von Lünendonk beobachteten B2B-Märkte – mit Ausnahme der Zeitarbeit (Top 25: -16,4%). Bedingt durch die Infektionsschutzmaßnahmen wurde für viele externe Dienstleister der Zutritt zu Werkgeländen stark eingeschränkt und Projekte abgesagt oder verschoben. Für 2021 rechnen die von Lünendonk befragten Unternehmen mit Nachholeffekten und einem Wachstum zwischen 8,7 und 14%. Das sind erste Ergebnisse der Lünendonk-Liste 2021 ‚Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland‘ und der noch unveröffentlichten Lünendonk-Studie.

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Neuerungen im Ranking

Lünendonk weist im Ranking erstmals Unternehmen gesondert aus, die signifikante Umsatzanteile mit Kunden aus der Fertigungsindustrie generieren. Das sind neben Wisag Industrie Service Holding auch Leadec, Robur Industry Service Group, S.I.S. und Baumüller. Unter den Top 20 im Markt konnten nur fünf Unternehmen im vergangenen Jahr Umsatzsteigerungen generieren: InfraServ Gendorf Technik und InfraServ Wiesbaden Technik sowie die Griesemann Gruppe, Robur und S.I.S. Die Münchner Robur Gruppe setzte das anorganische Wachstum auch in 2020 fort. Die S.I.S. Gruppe mit Sitz in Karlsfeld wuchs u.a. aufgrund der Integration von mehreren übernommenen Gesellschaften um 48,9%.

Marktführer Bilfinger entwickelt sich mit einem Minus von 3,1% auf nun 933 Millionen Euro Umsatz in Deutschland überdurchschnittlich. Der langjährige Wachstumskurs der Wisag Industrieservice mit Sitz in Frankfurt am Main ist durch die Sondereffekte des Jahres 2020 zunächst unterbrochen. Der Umsatz geht auf nun 845 Millionen Euro zurück (-1,9%; 2019: 861,0 Mio. €). Mit 13.893 Mitarbeitenden ist Wisag der größte Arbeitgeber im Service-Markt. Auf Rang drei folgt die Remondis Maintenance & Service, die mit den Marken Buchen und Xervon am Markt agiert. Die Top 5 wird komplettiert von Leadec mit 352 Millionen Euro Jahresumsatz in Deutschland und der Weber Unternehmensgruppe mit Sitz in Pulheim bei Köln.

Robur verbessert sich um vier Listenplätze von elf auf nun sieben. Das Unternehmen mit Hauptsitz in München hat in 2020 die übernommenen EREDA und Congiv integriert und steigert den Umsatz um 2 Millionen Euro auf nun 175 Millionen Euro.

Auf Rang acht folgt die Kiel Industrial Services, die mit -36,3% den größten Umsatzrückgang aller im Ranking vertretenen Unternehmen verzeichnete. Das Unternehmen hat u.a. aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie Insolvenz angemeldet und befindet sich derzeit in einer Restrukturierung. Die Top 10 werden von der Yncoris komplettiert, die mit -2,7% Umsatzrückgang zu den Unternehmen mit überdurchschnittlicher Entwicklung gehört. Neu im Ranking ist die Plant System & Services (PSS Gruppe), zu der Etabo und Veltec gehören. Das Unternehmen mit Standorten in Bochum und Karlsruhe erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 103,1 Millionen Euro.

Thomas Ball, Partner der Lünendonk & Hossenfelder und Studienautor, kommentiert die Marktentwicklung: „Externe Industrieservices sind ein Flexibilitätsinstrument für den Produktionsstandort Deutschland. Es verwundert daher nicht, dass die Service-Unternehmen besonders stark von wirtschaftlichen Verwerfungen betroffen sind. Diese Entwicklung erklärt, warum die drei Anbieter mit einem hohen Umsatzanteil an einem Industriepark geringere Umsatzrückgänge als die übrigen Dienstleister verzeichnen.“

Die neue Lünendonk-Liste „Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland“ steht ab sofort zum kostenfreien Download bereit unter www.luenendonk.de.

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