3D-Fabrikplanung als Wettbewerbsvorteil
Digitale Zwillinge im Angebotsprozess
Mit ihrem neuen digitalen Anlagenzwilling erstellt Hersteller Remmert Angebote 50 Prozent schneller als früher. Für den Kunden heißt das: Er weiß schon früh, wie seine Anlage aussehen wird und wie sie funktioniert.
Bild: Remmert GmbH

Vom Auto bis zum Kühlschrank, vom Schaltschrank bis zum Spielzeug – Produkte aus Blech sind allgegenwärtig. Denn Blech ist vielseitig, kostengünstig und lässt sich gut recyceln. Am Beginn der Blechbearbeitung steht meist das Laserschneiden: Hier werden die Blechtafeln zu den gewünschten Rohteilen zugeschnitten. Um die Laserschneidmaschinen gut auszulasten, muss der Materialfluss vom Blechlager zum Laser gut funktionieren. Remmert aus dem ostwestfälischen Löhne ist ein mittelständischer Hersteller von flexiblen Lager- und Logistiklösungen für die metallverarbeitende Industrie. Bei diesen Anlagen werden aus turmförmigen Blechlagerregalen die benötigten Blechtafeln über möglichst kurze Transportwege an die Laserschneidmaschinen übergeben. Nach dem Laserschneiden werden die Resttafeln und die Blechteile entnommen und sortiert. Das Portfolio von Remmert ist auf alle Prozesse in diesem Umfeld ausgerichtet: das Lagersystem, die Logistiksoftware und die Handlingsysteme.

Bild: Visual Components

Configure-to-Order im Vertrieb

Im Vertrieb bei Remmert wurde bisher für jede Anfrage eine Projektzeichnung im CAD-System erstellt. Manchmal wurden auch Standardzeichnungen verwendet. Allerdings war der Aufwand für individuelle Projektzeichnungen sehr groß, weshalb das Unternehmen nach Möglichkeiten suchte, die Projekt- und Konstruktionsabteilung zu entlasten. Ziel war es, mit einem Configure-to-Order-Prozess (CTO) in kürzerer Zeit überzeugende Angebote zu erstellen. Zusätzlich wollte Remmert individuelle Animationen erzeugen, um Materialflussprozesse zu verdeutlichen und die Kunden von der Funktionsweise und Wirtschaftlichkeit seiner Lösungen zu überzeugen. In einem zweiten Schritt kam hinzu, dass Remmert in einem digitalen Showroom über Virtual Reality sein Produktportfolio für Kunden und Interessenten attraktiv darstellen wollte.

Digitaler Zwilling

mit Visual Components

Für diese Aufgaben hat sich Remmert für die Software des finnischen Lösungsanbieters Visual Components entschieden, eine der weltweit führenden Lösungen für die 3D-Fabrikplanung und -simulation. Mit Visual Components können Produktionsanlagen mithilfe einer Bibliothek von mitgelieferten, vorgefertigten Fabrikkomponenten entworfen, geplant und simuliert werden. So kann man digitale Zwillinge von einzelnen Produktionszellen bis zu kompletten Fabriken erstellen, um Optimierungen der Produktion und sogar die virtuelle Inbetriebnahme zu unterstützen. Visual Components wird in unterschiedlichen Branchen eingesetzt, von der Automobilindustrie über den Maschinenbau bis zur Logistik und Verpackungsindustrie. Es gibt unterschiedliche Ausbaustufen der Software, um Kauf oder Miete auch für kleinere Unternehmen erschwinglich zu gestalten. Durch die Simulation mit Visual Components wollte Remmert die Produktionsabläufe optimieren, z.B. Transportwege berechnen und reduzieren, und Fragestellungen wie die Anordnung von Blechlager, Laserschneidmaschinen und Entnahmesystemen bearbeiten.

CAD-Modelle übernehmen

Im ersten Schritt wurden Standard-Produkte von Remmert wie Lagertürme, Regalbediengeräte und Beladungssysteme aus dem Langgut- und Blechbereich in Visual Components abgebildet. Die Produkte wurden als vereinfachte Versionen von vorhandenen CAD-Modelle abgeleitet und anschließend parametrisiert, damit die Abmessungen nach Bedarf verändert werden können. Danach wurde die Logik der Produkte in die erstellten Visual Components-Modelle eingepflegt. Hier wurden sehr viele Vorlagen aus der mitgelieferten Visual Components-Bibliothek genutzt, aber es war auch eigene Python-Programmierung gefordert.

Seiten: 1 2 3Auf einer Seite lesen

Visual Components

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Bild: Vecoplan AG
Bild: Vecoplan AG
IoT-basierte Services

IoT-basierte Services

Vecoplan nutzt bereits seit 2008 Fernzugriffsfunktionen für seine Maschinen. Mithilfe des IoT-Spezialisten Ixon hat der Maschinenbauer dieses Angebot ausgeweitet und bietet heute sogar Kameraüberwachung für seine Recyclingmaschinen an.

Bild: ISW Universität Stuttgart
Bild: ISW Universität Stuttgart
SDM in der Anwendung

SDM in der Anwendung

Software-defined Manufacturing (SDM) ist eine technische und methodische Lösung, um Produktionssysteme kontinuierlich an sich ändernde Anforderungen anzupassen. Nötig sind zunächst per Software anpassbare Komponenten wie Roboter oder Transportsysteme. Das große Potenzial an Wandelbarkeit und Optimierungsfähigkeit geht auch mit hoher Komplexität einher. Deshalb wird in einem Demonstrator gezeigt, wie die Vorteile praxisgerecht nutzbar gemacht werden.

Anzeige

Anzeige

Anzeige