Datendurchgängigkeit für den digitalen Zwilling

Die durchgängige digitale Prozessvisualisierung mit Ablösung aller Satellitensysteme im Shopfloor verringert Rüstzeiten und steigert die Prozesseffizienz: Siemens Tochter Sykatec führt ein zentrales Shopfloor-ECO-System von Coscom mit CAM-Datenmanagement, NC-Programmverwaltung und DNC ein.
Einsparungspotenziale genutzt: Dank Coscom ToolDirector VM reduzierten sich die Fehler in der Werkzeugvoreinstellung um 20 Prozent.
Einsparungspotenziale genutzt: Dank Coscom ToolDirector VM reduzierten sich die Fehler in der Werkzeugvoreinstellung um 20 Prozent.Bild: Coscom Computer GmbH

Nahezu alle papierbasierten, manuellen Prozesse vollständig digital im Shopfloor abbilden – und gleichzeitig die Software-Insellösungen durch ein zentrales System ersetzen: Dies hat Sykatec mithilfe von Coscom erreicht. Das bestehende CAM- und Maschinensimulationssystem wurde mit einem prozessfähigen 3D-Tool-Management und ECO-Fertigungsinformationssystem vernetzt. Als Folge steigt die Produktionseffizienz um bis zu 50 Prozent und es treten bis zu 20 Prozent weniger Fehler bei der Werkzeugeinstellung auf.

Prozessfähige Werkzeugdaten: Alle Technologiedaten aus dem Factory- und ToolDirector VM stehen auf Knopfdruck für die virtuelle Maschine im CAM-System Esprit zur Verfügung.
Prozessfähige Werkzeugdaten: Alle Technologiedaten aus dem Factory- und ToolDirector VM stehen auf Knopfdruck für die virtuelle Maschine im CAM-System Esprit zur Verfügung.Bild: COSCOM Computer GmbH

Fertigungsabläufe verstehen

Jeder Fertigungsbetrieb hat individuelle Abläufe, die es zu begreifen gilt. Darauf aufbauend werden maßgeschneiderte Lösungen erarbeitet. Dessen ist sich Sykatec bewusst und setzt bei der Vernetzung des Shopfloors auf das ECO-System von Coscom aus Ebersberg. Das in Erlangen ansässige Produktionsunternehmen hat sich auf Fertigungstechnologien rund um die Blechverarbeitung und Verkabelung verschiedener Konvertertypen und -komponenten spezialisiert. Darüber hinaus stehen zehn Fräsmaschinen im Span.

Innerhalb des Siemens Konzerns übernimmt Sykatec den Part der Lohnfertigung, wobei die Kernkompetenz im Bereich des Fräsens in der Bearbeitung hochlegierter Stähle für Brennstoffzellen liegt. Doch darf man sich die enge Verzahnung mit Siemens nicht als ’sicheren Hafen mit ruhigem Wellengang‘ vorstellen, denn innerhalb des Konzerns wird der Lohnfertiger einem strengen Benchmark in Hinsicht auf Qualität und Kosten unterzogen.

Der Betrieb machte sich bereits vor geraumer Zeit auf die Suche nach einer umfassenden Digitalisierungslösung im Shopfloor. So wurde im ersten Schritt von der Firma Pimpel die CAM-Lösung Esprit inklusive Virtual Machine erweitert. Auch ein System für die Werkzeugverwaltung fand seinen Weg in die Erlangener Arbeitsvorbereitung. Ingo Kolberg, Key Account Manager bei Coscom, erläutert: „Bei Sykatec führte dies zu einem Ensemble von ‚Satellitensystemen‘, die nicht als Einheit agierten. Für uns bestand daher die Aufgabe darin, die Datendurchgängigkeit herzustellen und die Beteiligten vom neuen Prozessdesign mit seinen Vorteilen wie Transparenz, Flexibilität, Fehlerfreiheit und Schnelligkeit vertraut zu machen.“

Integrierte Lösung

Die zentrale Shopfloor Datenplattform im Coscom ECO-System bildet der FactoryDirector VM, der alle Prozesse vernetzt – von der Arbeitsvorbereitung in den Shopfloor hinein – und die vorhandenen Terminals mit der Coscom InfoPoint-VM-Visualisierungssoftware direkt an den Maschinen mit Daten versorgt. Dies stellt sicher, dass es zu keiner Unterbrechung im Datenfluss von der Arbeitsvorbereitung hin zum Werker und der Wertschöpfung an den Maschinen mehr kommt. „Werkzeugmanagement im Shopfloor ist die eine wichtige Sache“, erläutert Kolberg, „aber weit bedeutender ist, die Daten möglichst schnell und fehlerfrei bis ans Bearbeitungszentrum zu übermitteln, um den digitalen Wertestrom vollständig zu schließen sowie Prozesse zu beschleunigen.“ „In der Tat, wir wollten nicht nur 30, sondern 50 Prozent an Effizienzsteigerung erreichen“, betont der bei Sykatec als IT-Koordinator tätige Edwin Heumann. „Zudem wollten wir die Fehler bei den Werkzeugeinstellungen um 20 Prozent minimieren – damit verbunden sollten die Einfahrzeiten an unseren Bearbeitungszentren von Stunden, teilweise auch Tagen, auf Minuten oder Null gedrückt werden. Wir wussten, dass wir dies nur mit einem tief integrierten Lösungsansatz erreichen konnten.“

Digitale Zwillinge im Einsatz

„Die CAD/CAM Integration zu Esprit funktioniert wirklich hervorragend, denn alles, was einmalig in 3D im ToolDirector VM angelegt wird, kann 1:1 auch in der Virtual Machine ‚CheckitB4‘ von Pimpel per Kopfdruck mit genutzt werden“, erläutert Heumann. „Durch die enge Verzahnung kann auch der digitale Zwilling des Bearbeitungszentrums (beispielsweise von Grob) mit Virtual Machine direkt simuliert werden. Das gibt den Anwendern ein hohes Maß an Sicherheit, Qualität und spart erhebliche Rüst- und Einfahrzeiten ein.“

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COSCOM Computer GmbH

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