Deutscher Maschinenbau strebt engere Zusammenarbeit mit Japan an

Entwicklungen der deutschen Maschinenlieferungen nach Japan
Entwicklungen der deutschen Maschinenlieferungen nach Japan Bild: Statistisches Bundesamt, VDMA e.V.

Angesichts wachsender globaler Handelskonflikte rückt eine engere Zusammenarbeit von Deutschland und Europa mit Japan stärker in den Fokus. Der Maschinenhandel zwischen Deutschland und Japan ist trotz des seit 2019 beschlossenen EU-Freihandelsabkommens von einem Handelsdefizit auf deutscher Seite geprägt. Die deutschen Maschinenimporte aus Japan betrugen im Jahr 2024 rund 2,8Mrd.€, ein Rückgang von rund 25% zum Vorjahr (2023: 3,8Mrd.€). Im ersten Halbjahr 2025 stiegen die Importe leicht um 2% auf 1,5Mrd.€ an. Die Maschinenexporte aus Deutschland nach Japan hingegen verzeichneten im ersten Halbjahr 2025 einen Rückgang um 9% auf 1,2Mrd.€.

„Diese Zahlen zeigen, dass der japanische Markt für Maschinenbauprodukte aus Deutschland und auch Europa weiterhin schwer zugänglich bleibt. Das liegt nicht an der Qualität unserer Produkte, sondern hat strukturelle Ursachen. Einerseits ist Japan ein offener Markt, andererseits dominieren jedoch heimische Anbieter aufgrund der entsprechenden Orientierung ihrer Kundenbranchen. Das erschwert den Zugang für internationale Unternehmen“, analysierte VDMA-Präsident Bertram Kawlath. Die fehlende Offenheit im Land birgt allerdings auch das Risiko, dass Japan wichtige technologische Entwicklungen und Innovationen verpasst, bzw. erst verspätet aufnimmt.

Sowohl die europäischen Staaten als auch Japan sehen sich mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Dazu gehören der demografische Wandel mit einer alternden Gesellschaft, die Suche nach nachhaltigen Produktionsmethoden sowie die wachsende Bedrohung durch marktverzerrende Praktiken, insbesondere aus China.