Maschinen vom Büro aus überwachen

Predictive Maintenance dank IoT und Retrofitting

Im Überbegriff der Industrie 4.0 finden sich unter anderem digital arbeitende Produktionsstraßen und ganze Fabriken, die immer stärker vernetzt werden. Bei allen Vorteilen bringt es aber auch neue Herausforderungen mit sich: bei Störung einer einzigen Komponente kann die gesamte Produktionskette zum Stillstand kommen. Dadurch gewinnt Predictive Maintenance für Unternehmen mit Produktionsanlagen immer mehr an Bedeutung.
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Die Sys Tec Electronic AG ist Hersteller kundenspezifischer Elektroniklösungen für eingebettete Systeme und verteilte Automation. Zum Portfolio gehören auch Edge Controller, die an Maschinen angebracht werden und deren Daten erfassen können. Wird beispielsweise ein bestimmter Grenzwert überschritten, generieren diese Messgeräte automatisiert eine Warnmeldung und das Problem kann rechtzeitig behoben werden, sodass sich ein Ausfall der Maschine vermeiden lässt.

Ein Techniker kann dank Remote die Maschine vom Büro aus überwachen.
Ein Techniker kann dank Remote die Maschine vom Büro aus überwachen.Bild: ©peshkov/stock.adobe.com

Ältere Maschinen anbinden

Zwar kann Predictive Maintenance helfen, Maschinenschäden zu verhindern, jedoch müssen dazu die Daten erst einmal erfasst werden. Insbesondere bei älteren Maschinen kann sich dies als schwierig erweisen. Doch es gibt auch dafür entsprechende Lösungen. Sys Tec bietet beispielsweise Edge Controller an, die dabei helfen, via Retrofitting auch ältere Modelle digital fit zu machen. Kombiniert man diese mit dem entsprechenden Körperschallanalyse-Modul, lassen sich Daten wie Vibrationsmuster von Motoren oder Temperaturen einer Anlage komfortabel aufzeichnen. Ein weiterer Schritt besteht in der Datenübertragung. Jedoch konnten bisher die Maschinendaten lediglich am Gerät selbst oder via direktem Browser-Zugriff ausgelesen werden. Um seinen Kunden einen besseren Service zu bieten entschied sich Sys Tec dazu auf die Cloudlösung TeamViewer IoT zu setzen.

Cloud vs. lokal

Ausschlaggebend dafür war u.a. die Möglichkeit, Daten sowohl über die Cloud als auch lokal innerhalb des Kundennetzwerks darzustellen. Den Grund gegen eine reine Cloud-Lösung erklärt Nadine Mensdorf, Leiterin Produktmanagement bei Sys Tec Electronic: „Gerade im Mittelstand sind die Vorbehalte gegen Cloud-Lösungen groß, weil Bedenken bestehen, ob die Daten in der Cloud selbst und bei der Übertragung dorthin wirklich sicher sind.“ Mit der neuen IoT-Lösung hingegen haben Kunden die freie Wahl.

Vom Büro aus erfassen

Leistung- und Statusdaten sowie der aktuelle Instandhaltungsbedarf einer Maschine kann nun erfasst werden, ohne dass ein Techniker dies selbst vor Ort tun muss. Stattdessen können Mitarbeiter von ihrem Büro oder einem beliebig anderen Ort aus remote die ‚Gesundheit‘ der Anlagen im Auge behalten, Schwellenwerte festlegen und dazu passende Alarme einstellen. Die Verbindungen laufen dabei über komplett gesicherte Datenkanäle, die mit einem Public-/Private Key Exchange aufgebaut und mit dem Advanced Encryption Standard verschlüsselt sind. Weil der Private Key niemals den Clientrechner verlässt, ist durch dieses Verfahren technisch sichergestellt, dass zwischengeschaltete Rechner im Internet den Datenstrom nicht entziffern können. Und die Lösung kommt an: „Unsere Kunden und auch deren Endkunden sind begeistert, dass sie die vollständige Kontrolle über den Datenzugriff haben. Die Anwender und Maschineneigner entscheiden völlig autark, ob die Daten innerhalb ihres eigenen Netzwerks genutzt werden können oder ob z.B. ein Maschinenhersteller Zugriff von außen erhält“, so Mensdorf.

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