VDE sieht Erholung am Arbeitsmarkt

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Die Chancen von Elektrotechnik-Absolventinnen und -Absolventen, nach dem Studium schnell einen guten Job zu bekommen, steigen; für Unternehmen wiederum wird es wieder schwieriger, gute Elektroingenieurinnen und -ingenieure zu finden. Darauf weist der VDE Ausschuss Studium, Beruf und Gesellschaft (VDE SBG) hin.

Die Expertinnen und Experten stützen sich dabei auf die sogenannte Engpassrelation nach der Definition des IW Köln. Der Wert für Elektroingenieure und -ingenieurinnen war demnach zu Jahresbeginn auf einem Tiefstand – aber immer noch oberhalb der Grenze für sogenannte Engpassberufe. Seitdem ging es bis zur Jahresmitte um etwa ein Drittel nach oben. Zeitgleich stieg auch die Zahl der offenen Stellen in der Elektroindustrie deutlich an. „Die lange erwartete Trendumkehr des Arbeitsmarktes ist nun wohl passiert, das Tal scheint durchschritten“, sagt Dr. Michael Schanz, der beim VDE für den Ausschuss zuständige Referent. „Das Studium der Elektro- und Informationstechnik ist und bleibt eine Empfehlung mit guten Perspektiven.“

Verschärfung bestehender Probleme

Die zunehmenden Schwierigkeiten zeigen sich dabei an verschiedenen Stellen. So berichten auch die im Ausschuss vertretenen Professorinnen und Professoren bereits jetzt von Schwierigkeiten, ihre Promotionsstellen bzw. Stellen als wissenschaftliche Mitarbeitende zu besetzen. Das hemmt die Forschungsleistung und wird sich auch auf Lehre und Transfer auswirken. „Die niedrige Anzahl an Absolventinnen und Absolventen macht sich zunehmend auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar, auch an den Hochschulen selbst. Das ist schlecht für die wirtschaftliche Entwicklung und wirkt sich auch negativ auf Innovation und Transfer aus“, sagt Prof. Dr. Kira Kastell, Präsidentin der Hochschule Hamm-Lippstadt und Vorsitzende des VDE SBG.

Zudem könnte die Personalnot mittelfristig einige Probleme verschärfen, auf die der VDE in der Vergangenheit schon hingewiesen hat. So sparen einige Hochschulen trotz der Wichtigkeit für die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft gerade in Elektrotechnik-Studiengängen, zum anderen haben Untersuchungen des VDE kürzlich ergeben, dass knapp 60% der Bachelor-Studierenden das Studium ohne Erfolg beenden.

Nach Ansicht der Expertinnen und Experten des Ausschusses wird sich die Situation auf absehbare Zeit eher noch verstärken. Denn neben der steigenden Schwundquote zeigen die Untersuchungen des VDE auch, dass schon 2027 erstmals mehr als doppelt so viele Elektroingenieure und -ingenieurinnen in den Ruhestand gehen als aus den Hochschulen nachkommen.

Um zumindest langfristig gegenzusteuern, unternimmt der VDE einiges zur Nachwuchsgewinnung. Von Angeboten für Studierende und Young Professionals im verbandseigenen YoungNet über Aktionstage und Wettbewerbe wie ‚Invent a Chip‘ für Schülerinnen und Schüler bis zu Angeboten für die ganz Kleinen. Für die Generation Grundschule hat der VDE SBG z.B. sieben Bücher der Reihe ‚…und die Elektroingenieurin kann‘ publiziert. „Hier geht es um kindgerechte Darstellung der faszinierenden Möglichkeiten, die die Elektro- und Informationstechnik für die jungen Talente bereithält“, erklärt Michael Schanz, Referent des VDE SBG. „Sie kann z.B. die Zukunft riechen, Regentropfen zählen, Nachrichten um die Ecke senden oder auch beim Hören helfen.“ In diesem Monat sind zwei neue Bücher erschienen: ‚… durch Stahl sehen‘ und ‚… mit Licht bauen‘.