Software-defined Manufacturing für die Industrie
Der entscheidende Erfolgsfaktor, um trotz hochvolatiler Märkte wirtschaftlich produzieren zu können, ist die Wandlungsfähigkeit von Produktionssystemen. Software-defined Manufacturing (SDM) ist ein revolutionärer, modellgetriebener Ansatz zur Erreichung dieses Ziels. Welches Potenzial sich dahinter verbirgt, soll ein aktuelles Forschungsprojekt am ISW aufzeigen. Auch eine begleitende Veranstaltung hat das Institut angekündigt (siehe Kasten).
Bild: Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW)

Die Methode des SDM leitet sich aus der Informations- und Kommunikationstechnik ab, bei der auch nicht vorgeplante Gerätefunktionen rein durch Software definiert werden. Die Software wird dazu aus Modellen (digitalen Zwillingen), welche die vorhandene Hardware abbilden, automatisch abgeleitet und verteilt. Im Rahmen des Verbundprojekts: SDM4FZI (Software-defined Manufacturing für die Fahrzeug- und ZulieferIndustrie) übertragen Industrie und Wissenschaft die Methode auf die Produktionstechnik der Fahrzeug- und Zulieferindustrie. Ziel ist es, eine rein über Software definierte Produktionsfabrik zu erschaffen, um die größtmögliche Wandlungsfähigkeit zu erreichen.

Neue Wege in der OT mit digitalen Zwillingen

Die Grundvoraussetzung hierfür ist die Abstraktion der vorhandenen Systeme durch digitale Zwillinge, mit deren Hilfe Software automatisch und passend zur aktuellen Situation generiert, getestet, verteilt und ausgeführt wird. Außerdem müssen auch bei der Produktions-OT (Operational Technology) neue Wege eingeschlagen werden. Steuerungs- und Kommunikationsinfrastrukturen werden grundlegend neu gedacht und SDM-kompatibel gestaltet. Mit dieser Grundlage sollen neuartige Anwendungen und Geschäftsmodelle evaluiert werden, die als Kern digitale Zwillinge zur Beherrschung und Optimierung wandlungsfähiger Produktionssysteme verwenden.

Um SDM zielorientiert in die Praxis zu bringen, sind unter der Leitung von Bosch, dem Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) der Universität Stuttgart und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) weitere 27 Unternehmen der Fahrzeug- und Zulieferindustrie im Konsortium. Das Zuliefernetzwerk fokussiert sich in SDM4FZI insbesondere auf die Hersteller von Automatisierungskomponenten, Maschinen und Produktionssystemen, die notwendig sind, um ein Fahrzeug und dessen Bauteile effizient zu fertigen. Durch die Projektergebnisse soll die gesamte deutsche Fahrzeug- und Zulieferindustrie wandlungsfähiger werden, um auch zukünftig, trotz hochvolatiler Märkte, wirtschaftlich produzieren zu können und innovationsfähig zu bleiben.

Das Verbundprojekt wird vom BMWi im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung der Fahrzeughersteller und Zulieferindustrie“ im Programm „Zukunftsinvestitionen Fahrzeughersteller und Zulieferindustrie“ zur Umsetzung von Ziffer 35c des Konjunkturpakets der Bundesregierung gefördert. Das VDI Technologiezentrum betreut das Vorhaben als Projektträger.

Das Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) veranstaltet am 22. und 23. Februar 2022 die Stuttgarter Innovationstage unter dem Leitthema: Software-Defined Manufacturing (SDM) in der alten Reithalle des Maritim Hotels in Stuttgart. Auf der zweitägigen Präsenzveranstaltung geben unsere Referenten aus Industrie und Forschung einen spannenden Überblick zu aktuellen Forschungsergebnissen und Entwicklungen aus diesem Bereich inklusive Inhalten aus dem Verbundprojekt: SDM4FZI.

Weitere Informationen und Anmeldung direkt hier:

redirect.tedomedien.de

ISW Institut für Steuerungstechnik der

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