
1. Vernetzung von Industrie-Arbeitskräften wird Mainstream
Augmentir beschreibt eine steigende Anzahl von produzierenden Unternehmen, die in die digitale Unterstützung ihrer Frontline-Workforce investieren. Laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom stellen Unternehmen ihrer Belegschaft Standard Operating Procedures, Anleitungen und Checklisten auf mobilen Endgeräten bereit. „Immer mehr Firmen erkennen, dass auch in der Fabrikhalle papierbasierte Prozesse ausgedient haben. Sie sind zu langsam und liefern kaum verwertbare Daten“, erklärt Russ Fadel, Co-Founder und CEO von Augmentir. Entsprechend verweist der Software-Spezialist darauf, dass der globale Markt für Connected-Worker-Systeme pro Jahr stabil im hohen zweistelligen Prozentbereich pro Jahr.
2. Individuelle Förderung rückt ins Zentrum der Digitalisierung
Als weiteren Trend ermittelt Augmentir, dass auch das Bewusstsein für die unterschiedlichen Arbeitnehmer-Bedürfnisse im Job steigt: So gingen 2022 laut einer weiteren Bitkom-Studie noch 51% der Unternehmen davon aus, dass Industrie 4.0 auch gering qualifizierte Mitarbeitende für komplexe Tätigkeiten befähigt. 2025 waren es nur noch 44%. Der Software-Hersteller schließt daraus, dass die technische Vernetzung allein nicht reicht. Um so effizient und sicher wie möglich zu arbeiten, müsse das Personal in der vernetzten Fabrik individuell unterstützt werden, abgestimmt auf persönliche Kenntnisse und Fähigkeiten. Für Augmentir rückt 2026 daher das Individuum in den Fokus – etwa mit Systemen, die auf einem integrierten Skill Management basieren und dadurch für jede anstehende Aufgabe situationsangepasste Unterstützung bieten.
3. KI-Assistenten müssen sich beweisen
Eine weitere Prognose: 2026 wird für viele Pilotprojekte zum entscheidenden Jahr. Die Frage, ob sie ihren bisherigen Erfolg in den breiten Einsatz überführen können, gelte besonders für digitale Assistenten, die operative Teams im Alltag unterstützen sollen. Sie übernehmen Routineaufgaben, dokumentieren Abläufe korrekt und halten Prozesse nachvollziehbar. Ihr Ziel: Ausfälle und Stillstände reduzieren, Wartungsprobleme früher erkennen und die Produktivität steigern. Erste Praxisbeispiele von Augmentir spiegeln wider, dass dies gelingen kann. Bei einem Süßwarenhersteller wurden im vergangenen Jahr digitale Assistenten strukturiert eingesetzt. Dadurch gelang es, Arbeitsaufträge klar zu dokumentieren, Probleme schneller zu lösen, gelöst und die Betriebszeit der Anlagen spürbar erhöht werden. Doch für Benedikt Höck, Partner und Head of AI bei KPMG, ist damit nur der Anfang gemacht. Nun entscheide sich, ob Unternehmen den nächsten Schritt gehen. „Wer jetzt nicht in Umsetzung und Skalierung investiert, riskiert vom Markt abgehängt zu werden“, gibt er in der Studie zu bedenken.
4. Technischer Fortschritt schneller als die Umsetzung
Laut einer Untersuchung von Lenovo befindet sich eine signifikante Mehrheit der KI-Anwender erst in der Anfangs- oder Pilotphase. 43% planen in GenAI zu investieren. Auch das Analystenhaus IDC verzeichnet eine Vielzahl an Tests und Machbarkeitsstudien. Business-Software- ist da schon oft schon weiter. Sie integriert mehr und mehr proaktive KI-Agenten. Diese werden zunehmend eigenständig Aufträge ausführen, vernetzt zusammenarbeiten und ganze Produktions- oder Wartungsabläufe steuern. Gartner sagt voraus, dass bis 2026 bereits 40% der Unternehmensanwendungen über aufgabenspezifische KI-Agenten verfügen. Damit diese den gewünschten Nutzen entfalten, müssen sie exakt auf die jeweiligen Anforderungsprofile zugeschnitten sein. Augmentir empfiehlt daher, Agenten selbst zu entwickeln. Hier unterstützt Software, ganz ohne Programmierkenntnisse.
5. KI-Kompetenz als Arbeitgeber-Aufgabe
Viele produzierende Unternehmen berichten von einem Mangel an Personal mit KI-Qualifikation. Mehr als 40% sehen hier laut einer Studie von Revalize einen Engpass. Dennoch plant „nur jedes vierte Unternehmen … in den nächsten zwölf Monaten, aktiv in den Aufbau interner KI-Kompetenzen und Schulungsprogramme zu investieren“, stellt ein KPMG-Papier fest. Für Augmentir ergibt sich an dieser Stelle ein klares To-Do für die Fertigungsbranche. KI bei dieser Aufgabe unterstützen. Sie fungiert als persönlicher Coach dort, wo Menschen noch nicht genug wissen, z.B. mit personalisierter Einarbeitung, passgenauen Schulungen und gesicherten Lerntransfers durch Quiz-Formate.
6. Menschliche Arbeit definiert sich neu
Laut den Trends rücken Mensch und KI 2026 enger zusammen. Die Rollenverteilung stellt sich dabei klarer dar als im Vorjahr: Teams bestehen künftig aus Mitarbeitenden sowie aus KI-Assistenten und Agenten. Während die Algorithmen Routineaufgaben übernehmen, treten Menschen als Supervisoren, Entscheider und kreative Problemlöser auf. Als ‚Human in the Loop‘ tragen sie eine zunehmend höhere Verantwortung. Dass dies nicht ohne Folgen bleibt, darauf weist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hin. Sie erklärt, dass durch den KI-Einsatz verstärkt psychische Belastungen auftreten können. Unternehmen müssen sich 2026 der Frage stellen, wie ein menschengerechtes Miteinander von Belegschaft und Technologie möglich ist.
7. Comeback der Augmented Reality
Augmentir prognostiziert ferner, dass Augmented Reality (AR) 2026 ein Revival feiert – in speziellen Einsatzbereichen, kombiniert mit KI. Wenn Menschen eine Aufgabe das erste Mal ausführen, zeigt industrielle AR präzise, wo angepackt, kontrolliert oder bedient werden muss. Sie lotst unerfahrene Arbeitskräfte sicher durch alle Schritte und Handgriffe: Sei es beim Umrüsten, beim Lockout-Tagout (LOTO) oder bei komplexen Montagen. Russ Fadel, ein Pionier auf dem Gebiet, betont: „AR baut heute auf nativer KI auf, um Mitarbeitenden dynamisch immersive Anleitungen an die Hand zu geben. Sobald jemand seinen Job jedoch beherrscht, benötigt er die AR-Hilfe kaum noch.“
8. Der Kampf gegen Schatten-KI beginnt
Als weiteren Aspekt beschreibt Augemtir, dass das Personal seine Arbeitgeber immer mehr in Zugzwang bringt, ihm KI-basierte Werkzeuge bereitzustellen. Laut Bitkom gehen 4 von 10 Unternehmen davon aus, dass Mitarbeitende private KI-Tools am Arbeitsplatz einsetzen. Um dem Wildwuchs vorzubeugen, hat knapp ein Viertel bereits Regeln für den Einsatz von künstlicher Intelligenz aufgestellt. Dass Guidelines alleine nicht helfen, habe jedoch vor Jahren das Thema „Nutzung eigener Handys für berufliche Aufgaben“ gezeigt, so Augmentir. Gegen Schatten-KI helfe vielmehr eine Kombination aus Governance und einer fortschrittlichen, bedarfsgerechten Ausstattung. Wenn die bereitgestellten Technologien – etwa für Connected Worker – im Betrieb besser unterstützen als eine Standard-App, entzieht das dem unkontrollierten Gebrauch privater Systeme schnell den Grund.
Fazit
Augmentir sieht in den Trends einen Beleg für die technologischen Veränderungen der vergangenen Jahre hinsichtlich generativer KI, KI-Assistenten und KI-Agenten. Weitere massive Technologiesprünge seien für 2026 nicht in Sicht, so der software-Hersteller. Zudem werde der Bedarf an Regeln und ethischen Grenzen erkannt. Nach Ansicht von Augmentir kann es nach dem Hype nun in die konkrete Umsetzung gehen. Eine Chance, die deutsche Unternehmen mit Blick auf den internationalen Wettbewerb nutzen sollten. „Dabei liegt der Schlüssel zum Erfolg nicht nur in Investitionen und Tools, sondern auch in der Art und Weise, wie wir als Menschen mit den neuen Möglichkeiten umgehen“, betont Augmentir-CEO Russ Fadel.


















