Toolmanagement zur Verbesserung von Zerspannung

Die Verbesserung des Zerspanungsprozesses und des gesamten Werkzeugkreislaufs stehen im Zentrum des ganzheitlichen Ansatzes, den Mapal bei seinen Toolmanagement Services zugrunde legt.
Die Verbesserung des Zerspanungsprozesses und des gesamten Werkzeugkreislaufs stehen im Zentrum des ganzheitlichen Ansatzes, den Mapal bei seinen Toolmanagement Services zugrunde legt. Bild: Mapal Dr. Kress SE & Co. KG

Mit der Prozessauslegung wird der Grundstein dafür gelegt, welche Kosten für ein Bauteil entstehen. Entscheidende Rahmenbedingungen sind dabei Taktzeit und Prozessstabilität. Mapal verfügt zwar seit langem über das erforderliche Werkzeug-Knowhow, doch für komplette Serviceangebote fehlten bisher noch Elemente. Nun hat Mapal mit der Übernahme der italienischen Firma X-Pro im vergangenen Jahr eine Lücke geschlossen.

Mapal ist nun in der Lage, mit Machbarkeitsanalysen und der optimalen Planung der Bearbeitungsschritte Kunden bereits frühzeitig bei der Bauteilindustrialisierung zu unterstützen und so die geforderten Taktzeiten und Qualitätsvorgaben sicher zu erreichen. „Ziel ist ein effizienter und stabiler Fertigungsprozess“, so Stephan Köstler, Global Head of Machines and Services bei Mapal. „Bereits in der Konzeptphase werden Spannvorrichtungen so ausgelegt, dass sie den Anforderungen an Qualität und Prozesssicherheit gerecht werden – abgestimmt auf die Belastungen des Zerspanungsprozesses. Ein simuliertes und optimiertes NC-Programm sorgt dafür, dass alle Bearbeitungsschritte kollisionsfrei ablaufen, noch bevor das erste Teil gefertigt wird. Die Installation und das Einfahren des Prozesses unter realen Bedingungen auf der Fertigungslinie mit dem Nachweis der Prozessfähigkeit ist dabei der letzte Schritt.“

Unter Einbeziehung der neuen Möglichkeiten wurden bereits Projekte umgesetzt, in denen Mapal die Komplettverantwortung übernommen hat und die Kundenerwartung innerhalb von acht bis zwölf Wochen komplett bedienen konnte.

Mit der Übernahme der italienischen Firma X-Pro ist Mapal nun in der Lage, Kunden bereits frühzeitig bei der Bauteilindustrialisierung zu unterstützen.
Mit der Übernahme der italienischen Firma X-Pro ist Mapal nun in der Lage, Kunden bereits frühzeitig bei der Bauteilindustrialisierung zu unterstützen.Bild: Mapal Dr. Kress SE & Co. KG

Toolmanagement

Dieser ganzheitliche Anspruch prägt auch das Toolmanagement – ein Dienstleistungskonzept, das weit über die reine Werkzeugversorgung hinausgeht. Im Zentrum steht die kontinuierliche Weiterentwicklung der Zerspanungsprozesse und des gesamten Werkzeugkreislaufs von der Beschaffung über die Lagerung und Voreinstellung bis zur Wiederaufbereitung. Dabei setzt Mapal auf digitale Prozesse, standardisierte Abläufe und eine enge Verzahnung mit der Fertigung. Die vollständige Integration der cloudbasierten Plattform c-Com in die Mapal Gruppe im Jahr 2025 unterstreicht diesen Ansatz: Daten, Werkzeuge und Prozesse werden in einem System zusammengeführt – transparent, sicher und weltweit verfügbar. Kunden profitieren von einer dauerhaft hohen Werkzeugverfügbarkeit, reduzierten Lagerbeständen und einer deutlich effizienteren internen Logistik. Gleichzeitig ermöglicht die zentrale Datenbasis eine fundierte Analyse von Verbrauch, Kosten und Performance – in Echtzeit und werksübergreifend.

Eine noch stärkere digitale Einbindung in die Prozesse der Kunden einschließlich der Anbindung von Livedaten aus der Zerspanungsmaschine erlaubt Productivity as a Service (PRODaaS). Ein erstes Projekt wurde 2024 erfolgreich abgeschlossen, nun gibt es eine noch weiter reichende Fortsetzung. „Bei PRODaaS ging es darum, die im laufenden Serienbetrieb gemachten Erfahrungen zu Produktivitätsgewinnen strukturiert zurückfließen zu lassen, um bei der initialen Bauteilauslegung gleich deutlich näher am Idealpunkt zu sein“, blickt Stephan Köstler zurück. Dazu hatte ein digitaler Assistent kontinuierlich Daten aus dem Maschinenumfeld ausgewertet und konkrete Vorschläge zu möglichen Optimierungen gemacht.

Das in Kürze anlaufende neue Projekt PRODaaS@SCALE geht einen Schritt weiter in eine stärker automatisierte Zukunft. Köstler: „Bei PRODaaS@SCALE wird der Assistent zu einem selbstregulierenden System. Er bringt die in der Anwendung gesammelten Erfahrungen direkt in die Prozessauslegung ein.“ Der Einsatz von KI soll in diesem Forschungsprojekt helfen, die Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen. Kundenindividuell trainierte KI-Systeme lassen schon in der Planung deutlich bessere Einstellungen für die Zerspanungsprozesse erwarten, als es ohne diese Feedback-Kurve der Fall wäre.

Die Umsetzung richtet sich an der Initiative Manufacturing-X von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft und deren Leuchtturmprojekten aus.

Bei PRODaaS@SCALE ist der Aufbau von neuen Dateninfrastrukturen der Schlüssel, um eine gemeinsame Datennutzung ohne Gefährdung der Datensouveränität sicherzustellen. Projektpartner sind die Firma Zoller, die mit Messtechnik und Werkzeugdiagnose einen wesentlichen Beitrag leistet, sowie Walter Formenbau als Pilotkunde. Neu ist auch der Ansatz, mit dem Holzbearbeitungsmaschinenhersteller Weinig als Projektpartner eine Übertragung und Nutzung dieser Systematik in die Holzbearbeitungsindustrie zu avisieren. Wie schon im PRODaaS-Forschungsprojekt übernimmt auch in der skalierten Version Mapal die Aufgabe des Konsortialführers.