Energieführungsketten aus Stahl

Manchmal geht nur Stahl

Selbst wenn Energieführungssysteme aus Kunststoff immer fortschrittlicher und robuster werden, gibt es in vielen Anwendungen keine Alternative zum Werkstoff Stahl. Gerade in extremen Betriebsbedingungen sind Eigenschaften wie Festigkeit, Temperaturbeständigkeit, Härte, Kerbschlagzähigkeit und Korrosionsverhalten unübertroffen. Tsubaki Kabelschlepp bietet mit der Steel Line ein Portfolio an Energieführungsketten, deren Einsatz auch und gerade in besonders harten Fällen ein Erfolg wird.
 Für eine Gantry im Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum wurden verschieden große Stahlketten in Mehrbandanordnung in Kombination mit Kunststoffketten angeordnet.
Für eine Gantry im Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum wurden verschieden große Stahlketten in Mehrbandanordnung in Kombination mit Kunststoffketten angeordnet.Bild: TSUBAKI KABELSCHLEPP GmbH

Mit Gründung von Kabelschlepp legt Dr.-Ing. Oskar Waldrich 1954 den Grundstein für eine neue Branche. Die Energieführungskette aus Stahl hält Einzug an Langfräsmaschinen, Krananlagen und vielen weiteren Anwendungen. Inzwischen hat das Unternehmen auch ein ausgedehntes Sortiment an Kunststoff- und Hybridketten. Dadurch bietet sich die Möglichkeit, stets eine passende Lösung für den jeweiligen Anwendungsfall zu finden. Bei extrem rauen Umgebungsbedingungen, sehr hohen Temperaturen oder hohen mechanischen Belastungen ist der Einsatz von Energieführungsketten mit Kettenbändern aus Stahl sinnvoll. Sie können sehr große freitragende Längen bei hohen Zuladungen durch Leitungen gewährleisten. Aufgrund des höheren Gewichts lassen sich Stahlketten zwar nur bis Verfahrgeschwindigkeiten von rund 2m/s einsetzen, allerdings spielt das in den Anwendungsgebieten Schwermaschinenbau, Stahlwerktechnik, Mining oder Tiefbohrtechnik meist eine untergeordnete Rolle. Die Robustheit und Haltbarkeit steht im Vordergrund. Bei Bedarf lassen sich durch Zusatzmaßnahmen Verfahrgeschwindigkeiten bis 4m/s realisieren.

 Mit ihrer hohen Belastbarkeit halten Stahlketten extremem Temperaturen und mechanischen Beanspruchungen stand.
Mit ihrer hohen Belastbarkeit halten Stahlketten extremem Temperaturen und mechanischen Beanspruchungen stand. Bild: TSUBAKI KABELSCHLEPP GmbH

Kompakter und widerstandsfähiger

Stahlketten lassen sich im Vergleich zu Kunststoffketten mit gleicher Tragfähigkeit deutlich kompakter bauen. Eine Stahlkette weist bei gleichen Bauabmessungen und Belastungen dadurch auch eine höhere freitragende Länge auf. Der Konstruktionswerkstoff Stahl spielt hier alle Festigkeitsvorteile aus. Zusatzlasten bis mehrere hundert kg/m sind ausführbar, wenn mehrere Kettenbänder nebeneinander angeordnet werden können.

Neben der typischen Anwendung in Stahlwerken an Walzgerüsten, Stranggieß- oder Flämmanlagen leisten Stahlketten auch im Bereich der Bohrtechnik zuverlässige Dienste. Hier meistern sie mechanische Fremdeinwirkungen der extremen Umgebungsbedingungen bedingt durch Steine, Sand und Erdreich. Auch kompliziertere Bewegungsabläufe wie die Energieversorgung eines drehenden Kohlebaggers lassen sich mit Stahlketten abdecken. Die Energieführungen werden stetig weiterentwickelt und erschließen neue Einsatzbereiche: Ganz neu bei Tsubaki Kabelschlepp ist mit der TKSR ein besonders kompaktes Modell, das für den Einsatz in Hubarbeitsbühnen konzipiert ist.

Einsatz bei Hitze und im Offshore-Bereich

Je nach Ausführung halten Stahlketten Temperaturbelastungen bzw. anwendungsabhängigen Maximalwerten von kurzfristig bis zu 400°C stand; in Edelstahlausführung kurzzeitig sogar bis 1.000°C. Verzinkte Stahlketten sind die erste Wahl in Industrieöfen, in Gießereien sowie der stahlverarbeitenden Industrie. Vergleichsweise hoch sind die Betriebstemperaturen etwa in Walzwerken. Auch Umgebungen mit heißen Spänen können die Funktionalität von Energieführungsketten aus Stahl nicht beeinträchtigen. Sie sind zudem chemikalien- sowie strahlenbeständig und überzeugen in Chemieanlagen an Handling-Robotern und Manipulatoren. Edelstahlketten, die der Hersteller in drei verschiedenen Qualitäten anbietet, lassen sich auch im Umfeld von Säurebädern in galvanischen Betrieben, in Kraftwerkanwendungen oder anderen Einsatzbereichen mit radioaktiver Strahlung einsetzen. Offshore-Applikationen sind ein weiterer klassischer Anwendungsbereich für Edelstahlketten, die dort strenge technische Vorgaben erfüllen müssen. Mit Seewasser- und UV-Resistenz widerstehen die Stahlketten von Tsubaki Kabelschlepp dauerhaft den rauen klimatischen Bedingungen.

Portfolio an Energieführungen und Zubehör

Die Baureihe Steel-Line umfasst Stahlketten in unterschiedlichen Größen und Konfigurationen. Passend dazu ist ein umfangreiches Sortiment an Zubehör verfügbar. Die Ketten werden grundsätzlich aus verzinktem Stahl oder – bei noch höheren Anforderungen – aus rostfreiem Edelstahl gefertigt. In Abhängigkeit vom Anwendungsfall sind verschiedene Edelstahlsorten möglich. Abhängig vom jeweiligen Einsatzbereich und den dort auftretenden Belastungen sind unterschiedliche Stegvarianten verfügbar. Sie sind aus Aluminium und lassen sich im 1mm-Breitenraster präzise an die jeweilige Applikation anpassen lassen. Die Stege übernehmen zwei zentrale Aufgaben: Sie bilden die mechanische Verbindung zwischen den Kettenbändern und sind zugleich die unmittelbaren Berührungs- und Reibungspunkte mit den Leitungen, die in den Ketten geführt werden. Ihr Reibungskoeffizient hat damit entscheidenden Einfluss auf die Lebensdauer der Leitungen und die Zuverlässigkeit des gesamten Energieführungssystems.

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TSUBAKI KABELSCHLEPP GmbH

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