Werkzeugmaschine für didaktische Einsätze
Der Azubi und die CNC
Um als Maschinenbauer erfolgreich zu sein, braucht man spezifisches Know-how und moderne Technik – und die richtigen Mitarbeiter. Doch diese sind bedingt durch den Fachkräftemangel immer schwerer zu finden. Ein Ansatz, dieser Herausforderung zu begegnen, ist die Qualifizierung eigener Nachwuchskräfte. Der Werkzeugmaschinenhersteller Heller geht diesen Weg mit einer eigenen Lehr- und Lernfabrik am Stammsitz in Nürtingen: Dort werden junge Menschen über die klassische Berufsausbildung hinaus qualifiziert. Zentrales Instrument dabei ist eine speziell für didaktische Zwecke entwickelte Werkzeugmaschine.

Im Jahr 1894 gegründet, kann der mittelständische Maschinenbauer Heller auf eine lange Historie in der Entwicklung und Produktion von Werkzeugmaschinen zurückblicken. Mit rund 2.500 Mitarbeitern und Produktionsstandorten in Europa, Amerika und Asien bedient das Unternehmen heute anspruchsvolle Branchen wie den Automobil-, den Maschinenbau und die Luftfahrtindustrie.

Löcher in Metall
„An sich machen unsere Maschinen nichts anderes als Löcher in Metall“, sagt Dipl.-Ing. Werner Kirsten mit einem Augenzwinkern. „In der Praxis bedienen wir damit den Anspruch unserer Kunden nach Produktivität – darum geht es seit jeher bei Heller.“ Entsprechend sei das Maschinenangebot immer auf hohe Verfügbarkeit und eine große Betriebsstundenanzahl ausgelegt. Intern legt das Unternehmen einen Schwerpunkt auf umfangreiche Wertschöpfung und firmeneigenes Know-how. „Selbst wenn wir nicht nicht alles selbst machen können und auch Teile zukaufen, verfolgen wir den Ansatz, in allen technologischen Disziplinen genau zu verstehen, wo Produktivität entsteht und mit welchen Faktoren sie sich beeinflussen lässt“, so Kirsten weiter. Der studierte Maschinenbauer ist seit 2002 bei Heller tätig und dort heute u.a. verantwortlich für die Themen Bildungsmaschine und Didaktik.

Lehr- und Lernfabrik
In dieser Funktion ist er auch Leiter der unternehmenseigenen Lehr- und Lernfabrik am Stammsitz in Nürtingen. Von den weltweit rund 200 jungen Menschen in dualer Qualifizierung, werden dort gut 120 ausgebildet – u.a. in den Lehrberufen Mechatroniker, Industrie- und Zerspanungsmechaniker oder Elektroniker für Automatisierungstechnik sowie in dualen Studiengängen wie Informatik, Mechatronik oder Maschinenbau. „Wir müssen unsere Nachwuchskräfte für den sicheren und routinierten Umgang mit den eigenen Werkzeugmaschinen qualifizieren“, erklärt Kirsten. Die Herausforderung bestehe heute aber darin, nicht nur klassisch qualifizierte Fachkräfte auf den Berufsweg zu bringen, sondern sie auch mit zeitgemäßer Handlungsorientierung, Lösungsdenke und Sozialkompetenz auszurüsten. „Das machen wir, indem wir Mensch und Maschine während der Ausbildung in unserer Juniorfirma ganz nah zusammenbringen.“ Konkret sollen Auszubildende alle Prozesse rund um die Werkzeugmaschine hautnah erleben: Von Entwicklung und Beschaffung über Produktion und Montage bis hin zur Anwendung.



















