Neuer Demonstrator der SmartFactory

Update für Industrie 4.0

Den gemeinnützigen Verein SmartFactory KL treibt das Ziel, die Ansätze von Industrie 4.0 verstärkt in der Produktionspraxis zu bringen. Im Rahmen der Initiative wurden deshalb bereits realitätsnahe Lösungen, erste Produkte und gemeinschaftliche Standards erarbeitet. Auf der Hannover Messe 2020 wäre erstmals eine neue Demonstratorengeneration gezeigt worden.
 Auf der Hannover Messe 2020 hätte die SmartFactory KL die zweite Generation ihres Industrie-4.0-Demonstrators vorgestellt - 
ein Ersatztermin für die Präsentation steht noch aus.
Auf der Hannover Messe 2020 hätte die SmartFactory KL die zweite Generation ihres Industrie-4.0-Demonstrators vorgestellt – ein Ersatztermin für die Präsentation steht noch aus. Bild: Technologie-Initiative SmartFactory KL e.V.

Vier Aspekte stehen beim neuen Demonstrator, der von drei Forschungsinstituten und elf Industriepartnern realisiert wurde, im Fokus: herstellerübergreifender Modultausch, Gaia-X-Anbindung, modulare und agile Systemarchitektur sowie angewandte Methoden der künstlichen Intelligenz. Funktion und Layout stehen unter dem Begriff Production Level 4, einem Update von Industrie 4.0. Das Konzept sieht die Produktion der Zukunft in autonomen Produktionsmodulen, die ihre Services dem herzustellenden Produkt anbieten. Dabei sucht sich das Produkt selbständig seinen Weg durch die Fertigung. Der Mensch übernimmt dabei eine nurmehr zentrale Rolle hinsichtlich Entscheidung und Kontrolle, während Maschinen und KI-Algorithmen Routinearbeiten oder gefährliche Tätigkeiten übernehmen.

Moulare, skalierbare Systemarchitektur

Der Fahrplan sah vor, den ersten Schritt zu Production Level 4 auf der Hannover Messe zu zeigen. „Der Demonstrator ist soweit fertig“, erklärt Prof. Martin Ruskowski. „Wir haben eine modulare Systemarchitektur entwickelt, die skalierbar und erweiterbar ist“, beschreibt Vorstandsvorsitzender das Grundgerüst. „So zeigen wir, dass in unserem herstellerunabhängigen Ökosystem Module problemlos getauscht werden können.“ Der Demonstrator sei so angelegt, dass er sich jährlich weiterentwickeln lasse, bis in fünf Jahren Production Level 4 verwirklicht sei. Integriert sind zudem eine smarte Werkerassistenz und eine automatisierte Konformitätsprüfung. Das System ist in der Lage, die modulare Safety-Konformität unter Berücksichtigung der Umweltbedingungen digital, dynamisch und automatisiert zu zertifizieren. Dafür besitzen die Module des Demonstrators ein Teilmodell der Industrie-4.0-Verwaltungsschale in der die relevanten Sicherheistparameter definiert sind. Auf dieser Grundlage können dynamisch einzelne Module und deren Schnittstellen freigegeben werden, sodass nach einer erfolgreichen Konformitätsprüfung eine digitale Zertifizierung erstellt und der Maschinenverbund freigegeben wird.

Prozess gemäß Plug&Produce

Die modulare und herstellerübergreifende Produktionsanlage der SmartFactory-KL ist fähigkeitsbasiert. Fehlt eine Fähigkeit, die aber für die Herstellung eines bestellten Produktes notwendig ist, wird automatisch eine Rekonfiguration der Anlage angestoßen. Der Werker wird durch das Assistenzsystem auf das fehlende Modul hingewiesen und optisch angeleitet, wie es physisch mit dem Demonstrator zu verbinden ist. Damit Module am richtigen Ort in die Infrastruktur integriert und das Modul zum richtigen Zeitpunkt mit seinen Lebensadern verbunden ist, werden intelligente Schnittstellen benötigt.

www.smartfactory-kl.de
Technologie-Initiative SmartFactoryKL e.V.

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH
Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH
Flexibel lizenziert und sicher

Flexibel lizenziert und sicher

Als Automatisierungsanbieter muss B&R einen Spagat bewältigen: Zum einen gilt es, permanent neue
Technologien in neue Produkte zu gießen und auf den Markt zu bringen. Zum anderen müssen die Kunden aber auch zuverlässig und langfristig mit bestehenden Produkten und Lösungen versorgt werden. Dazu zählt
Hard- und Software, die über eine Einmalzahlung oder als Jahresabonnement gekauft werden kann. Die Anwender entwickeln mit der Engineering-Plattform Automation Studio auch ihre eigenen Lösungen und wollen diese wiederum für die Endkunden lizenzieren. Um hier einen zuverlässigen und nachhaltigen Weg für die gesamte Produktpalette zu beschreiten, arbeitet B&R mit Wibu-Systems zusammen.

Bild: ISW Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen
Bild: ISW Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen
Echtzeitsteuerung aus der Cloud

Echtzeitsteuerung aus der Cloud

Die Stuttgarter Maschinenfabrik bildet eine vollständig digitalisierte
Produktionsumgebung ab, in der maßgeschneiderte Produkte innerhalb der physikalischen Grenzen selbstorganisiert hergestellt werden können. Das erfordert eine neue technologische Infrastruktur, die auf dem Einsatz konvergenter Kommunikationstechnik und Echtzeit-Virtualisierung basiert. Zur Verwaltung virtualisierter Echtzeit-Steuerungsanwendungen bedarf es Erweiterungen von Orchestrierungswerkzeugen, die Cloud-Computing den notwendigen Determinismus ermöglichen.

Bild: INOSOFT GmbH
Bild: INOSOFT GmbH
Die Software hinter 
den Leitkegeln

Die Software hinter den Leitkegeln

X-Cone ist ein System zur Verwaltung von Leitkegeln im Straßenverkehr. Dessen Hersteller Buchhaus nutzt eine
Visualisierungslösung von Lenze, in der wiederum VisiWin 7 von Inosoft integriert wurde. Eine HMI-Software, die webbasiertes Arbeiten und Responsive Design unterstützt.

Bild: Uhlmann Pac-Systeme
Bild: Uhlmann Pac-Systeme
Weniger Risiko 
und bessere Qualität

Weniger Risiko und bessere Qualität

Die Industrie muss immer flexibler und schneller auf ihre Märkte reagieren, das gilt auch für Pharmaunternehmen. Infolgedessen werden Lieferzeiten ein zunehmend
entscheidendes Thema. Uhlmann Pac-Systeme, Systemanbieter für das Verpacken von Pharmazeutika aus Laupheim, wollte deshalb kürzere Durchlaufzeiten, beschleunigte Prozesse und Mehrkörpersimulation erreichen – und setzt dabei auf Simulationssoftware von Machineering.

Bild: Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen an der Leibniz Universität Hannover
Bild: Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen an der Leibniz Universität Hannover
Neues Modalanalysesystem mit bis zu 32 Sensoren

Neues Modalanalysesystem mit bis zu 32 Sensoren

Zur Schwingungsanalyse von Maschinen wurde am IFW ein neues Modalanalysesystem Simcenter SCADAS mobile der Firma Siemens beschafft. Hiermit ist es möglich sowohl die Eigenfrequenzen der Maschine oder eines Bauteils mit einer Modalanalyse, als auch die während des Prozess auftretenden Schwingungen mit einer Betriebsschwingungsanalyse zu identifizieren.

Bild: Contrinex Sensor GmbH
Bild: Contrinex Sensor GmbH
Taschenspieler

Taschenspieler

Smarte Sensoren sind das Herzstück der digitalen Fabrik: Sie machen
Anwendungen wie Condition Monitoring oder Predictive Maintenance überhaupt erst möglich. Die intelligenten Sensoren von Contrinex eignen sich für zahlreiche Einsatzgebiete, denn sie vereinen mehrere Erfassungsmodi in einem einzigen Gerät. Jetzt hat das Unternehmen als Zubehör das Tool PocketCodr-Konfigurator auf den Markt gebracht, mit dem sich die Sensoren ohne IT-Kenntnisse einrichten und abfragen lassen.