Maschinen- und Anlagenbau

IG Metall-Trendmelder: Erst optimistisch, nun verunsichert

Betriebsräte im Maschinen- und Anlagenbau blickten laut einer IG Metall-Befragung optimistisch in das Jahr 2022, doch durch den Ukraine-Krieg bestehen nun Unsicherheiten.

Der Maschinen- und Anlagenbau hat sich von der Corona-Krise erholt, die Auftragslage ist aktuell sehr gut. Doch die mittelfristigen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und der Sanktionen gegen Russland und Weißrussland ließen sich derzeit nur erahnen, so die Autoren des IG Metall-Trendmelders 2022. Kurzfristig seien bereits erste Beeinträchtigungen zu spüren. Laut Trendmelder-Befragung beeinflussen auch fehlende Ausbildungsplätze und Investitionsausgaben, die nicht der wirtschaftlichen Situation entsprechen, die Zukunftsaussichten der Unternehmen.

Auch Produktionsverlagerungen und kostenoptimierende Maßnahmen seien weiter auf der Tagesordnung, so die Autoren. Da die Umfrage zwischen 17. Januar und 11. Februar durchgeführt wurde, spiegeln die Ergebnisse noch keine möglichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine wieder.

Ungewissheit bei der Logistik

78 Prozent der Befragten bewerteten die aktuelle Auftragslage als sehr gut oder eher gut. Nach Einschätzung der Betriebsräte werde sich daran kurzfristig nichts ändern, da sich bis auf wenige Ausnahmen keine zentralen Kunden in Russland, Belarus oder der Ukraine befänden. Insbesondere größere Konzerne haben bereits ihre Geschäfte mit diesen Ländern auf Eis gelegt, ihre dortigen Standorte geschlossen und versuchen, ihre dortigen Beschäftigten zurückzuholen. Die größte Unsicherheit für die Abwicklung der hiesigen Aufträge bereitet lau Befragung aktuell die Logistik: bereits jetzt fehlen den Spediteuren Kraftfahrer, Luftfracht zu versenden wird schwieriger und teurer. In Einzelfällen existieren Probleme mit Zulieferteilen bzw. fehlendem ukrainischem Personal. Die größte Sorge der Befragten sei allerdings, welche Auswirkungen die aktuelle Situation auf das für die Branche so wichtige China-Geschäft haben wird.

Hoher Arbeitsdruck

Ob der Ukraine-Krieg Auswirkungen auf die Beschäftigtensituation haben wird, sei aktuell ungewiss, so die Studienautoren. In der Befragung hatten noch 41 Prozent mit steigenden Stammbelegschaften in den nächsten zwölf Monaten gerechnet. Bei den Befristeten gingen 15 Prozent und bei den Leiharbeitenden 25 Prozent von einer Steigerung aus. Die ohnehin reduzierte Anzahl an Auszubildenden verharrt auf niedrigem Niveau. Trotz Fachkräftebedarf rechnen nur 21 Prozent mit einer Steigerung der Auszubildenden. Zugleich ist der Arbeitsdruck hoch: In 72 Prozent der befragten Betriebe existiert Mehrarbeit, 26 Prozent führen bereits Sonderschichten durch.

Die erwartete Entwicklung von Investitionen und Investitionen in Forschung und Entwicklung hat sich im aktuellen Trendmelder leicht erholt. 20 Prozent der Betriebe planen demnach, die Investitionen zu steigern. Bei 51 Prozent der Betriebe verharren sie auf einem Niveau, bei dem 30 Prozent der Befragten die Investitionslage als sehr gut oder eher gut bezeichnen.

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