Einsatz von KI verdoppelt sich

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Eine weltweite Studie von IFS zeigt, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie schnell voranschreitet. Während 70% der Unternehmen einen besseren als erwartet ROI bei KI-Projekten verzeichnen, bestehen weiterhin Herausforderungen. Viele Unternehmen verfügen noch über keine klare KI-Strategie und eine Mehrheit der Mitarbeitenden benötigt Schulungen, um die Potenziale voll auszuschöpfen.

In den nächsten zwälf Monaten wird die Zahl der Unternehmen, die sich noch in der Frühphase der KI-Erprobung befinden, von 24 auf nur 7% sinken, in Deutschland von 35 auf 9%. Dennoch geben 52% der Führungskräfte an, dass ihre Managementteams KI nicht vollständig verstehen, in Deutschland sind es dagegen nur 42%. Und 99% der Belegschaft weltweit werden umfangreiche Umschulungen benötigen, um die positiven Auswirkungen der KI-Einführung in der Industrie nutzen zu können.

Wachsende KI-Wertschöpfung?

Die Studie zeigt einen auffälligen Widerspruch, der den Kern des KI-Booms betrifft. Während die Technologie bereits beeindruckende Ergebnisse liefert, sind die meisten Unternehmen noch nicht bereit, die Effekte zu skalieren. Mehr als die Hälfte der Führungskräfte (53%) gibt zu, dass ihr Unternehmen noch keine klare KI-Strategie hat. Doch die Studie zeigt deutlich die Chancen der KI-Nutzung: 70% der Unternehmen berichten von einem besser als erwartet ROI ihrer KI-Investitionen. Durchschnittlich 88% geben an, dass KI bereits die Rentabilität verbessert hat, in den USA sind es 92% und in Deutschland sogar 94%.

Wie können sich Unternehmen also anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben? Schulungen und Weiterbildungen, also die Unterstützung der Mitarbeiter, damit sie in einer KI-orientierten Umgebung erfolgreich sein können, wird entscheidend dafür sein, dass Industrieunternehmen relevant bleiben. Laut der Studie schätzen mehr als die Hälfte der befragten Führungskräfte, dass bis zu 60% ihrer Mitarbeiter neue Fähigkeiten benötigen werden. Ein Drittel gibt sogar an, dass dieser Anteil bei 100% liegen könnte.

Trotz wachsendem Vertrauen in das Potenzial von KI zur Steigerung von Produktivität und Wachstum bleibt Vertrauen ein großes Hindernis. Nur 29% der Unternehmen akzeptieren, dass KI strategische Entscheidungen autonom trifft, in Deutschland sind es 31%. Dagegen sagen weltweit 68% (Deutschland: 65%), dass ein Mensch die von KI generierten Ergebnisse weiterhin bestätigen oder genehmigen muss. Bedenken bestehen auch hinsichtlich der Voreingenommenheit (Bias) – insbesondere in den USA und Deutschland, wo 63 respektive 65% der Befragten dies als eines der wichtigsten Probleme nennen, verglichen mit nur 40% in den nordischen Ländern. Erfreulicherweise unterstützen 65% der weltweit führenden Unternehmen die Schaffung einer unabhängigen, internationalen KI-Regulierungsbehörde, um das Vertrauensdefizit zu beseitigen.

54% der Unternehmen weltweit setzen Automatisierungs-KI ein (Deutschland: 52%), während 45% prädiktive KI einsetzen (Deutschland: 41%). Bereits 35% experimentieren mit agentenbasierter KI, die in der Lage ist, Entscheidungen über Arbeitsabläufe hinweg autonom auszuführen, in Deutschland sind es 42%. Traditionelle Geschäftsmodelle werden durch KI beeinflusst. 77% der weltweit führenden Unternehmen geben an, dass KI die Servitization beschleunigt, also die Entwicklung vom Produktverkauf hin zu ergebnisorientierten Services, bei denen Unternehmen nicht nur physische Güter liefern, sondern auch Verfügbarkeit, Leistung und kontinuierlichen Mehrwert.