VDMA-Konjunkturerhebung drittes Quartal

Bild: VDMA e.V.

Die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau ist weiter getrübt. Laut der neuen VDMA-Konjunkturerhebung bewerten weniger als ein Viertel der insgesamt 877 Unternehmen (23%) die aktuelle Lage als ’sehr gut‘ oder ‚gut‘. Rund ein Drittel der Unternehmen (33%) gibt dagegen das Urteil ’schlecht‘ oder ’sehr schlecht‘ ab. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (61%) erwartet in den nächsten sechs Monaten keine Veränderung der Situation. Nur noch etwa jedes fünfte Unternehmen (21%) ist optimistisch mit Blick auf die nächsten sechs Monate. Etwa 18% erwarten eine Eintrübung der Lage. Im laufenden Jahr rechnen rund 35% der Unternehmen mit einem nominalen Umsatzrückgang, 27% sehen eine Stagnation als realistisch an und 38% erwarten ein Umsatzwachstum. Für 2026 sind viele Unternehmen wieder etwas optimistischer. Hier sehen 55% ein nominales Umsatzwachstum als möglich an.

Nicht nur in der Automobilindustrie ist die Lage angespannt, sondern auch in anderen wichtigen Kundenbranchen. Insbesondere die Bauindustrie sticht hier negativ hervor. Rund 67% der befragten Maschinenbaufirmen schätzt die aktuelle Lage dort als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ ein, nur 6% spüren eine positive Lage. Aber auch mit Blick auf die Chemieindustrie sowie die Elektro- und Elektronikindustrie fällt die Bewertung durchwachsen aus. In der Chemieindustrie sehen 36% eine schlechte oder sehr schlechte Lage und nur 14% ziehen ein positives Fazit, bei der Elektro- und Elektronikindustrie sind 32% negativ gestimmt und 17% positiv. In diesen beiden Branchen ziehen rund die Hälfte der Unternehmen ein „befriedigendes“ Fazit. Mit Blick auf die nächsten 6 Monate erwartet in allen genannten Branchen die Mehrheit der Maschinenbaufirmen keine Besserung, die meisten sehen eine gleichbleibende Situation.

„Das Umfeld, in dem die Maschinen- und Anlagenbauer navigieren müssen, bleibt enorm herausfordernd. Neben dem Zollkonflikt mit den USA und dem stärker werdenden Wettbewerber China schlägt die anhaltende Schwäche in zentralen Kundenbranchen zunehmend auf den Maschinen- und Anlagenbau durch. Seit einem Jahr melden etwa mehr als 75 Prozent der befragten Unternehmen eine schlechte oder sogar sehr schlechte Lage mit Blick auf die Automobilindustrie. So ist es wenig verwunderlich, dass automobilnahe Fachzweige wie die Werkzeugmaschinen, Robotik + Automation oder die Präzisionswerkzeuge eine besonders schlechte Lageeinschätzung abgegeben haben und die Aussichten dort verhalten sind“, kommentiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt die Ergebnisse.