Maschinenbau: Sinkende Beschäftigung trotz Zukunftschancen

Bild: VDMA e.V.

Der Maschinen- und Anlagenbau ist eine der innovations- und exportstärksten Branchen Deutschlands und größter industrieller Arbeitgeber. Er liefert die technologischen Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Zeit – von Klimawandel über Ernährungssicherheit bis zu medizinischem Fortschritt. Eine aktuelle VDMA-Umfrage und Konjunkturdaten zeigen jedoch: Während die Branche international wächst und der Einsatz Künstlicher Intelligenz den Bedarf an hochqualifizierten Ingenieuren sogar erhöht, rechnet eine deutliche Mehrheit der Betriebe mit sinkenden Beschäftigtenzahlen im Inland. Vor allem die hohen Standortkosten bremsen den Maschinenbau in Deutschland aus.

International entwickelt sich der Maschinen- und Anlagenbau stabil und wächst, nicht so in Deutschland. Die Maschinenproduktion hierzulande sinkt. Die Wachstumsperspektiven für Unternehmen sind im Ausland zunehmend besser als im Inland. Dies hat auch negative Effekte auf die Beschäftigung in Deutschland.

Eine aktuelle VDMA-Umfrage zeigt: Rund drei Viertel der Unternehmen erwarten kurzfristig einen Beschäftigungsrückgang in der Branche. Auch mittelfristig, über drei bis fünf Jahre, überwiegen die negativen Erwartungen. Für das eigene Unternehmen fällt das Urteil jedoch deutlich milder aus: Viele Betriebe rechnen eher mit Stabilität als mit starkem Stellenabbau. Nach wie vor sehen wir bei der Mehrheit der Unternehmen einen anhaltenden Engpass vor allem bei Fachkräften und Auszubildenden.

„Die Ergebnisse sind ein klares Warnsignal“, betont Hartmut Rauen, stellvertretender Geschäftsführer des VDMA, „unsere Branche bleibt innovativ und wettbewerbsfähig – aber die Rahmenbedingungen am Standort Deutschland bremsen Investitionen und Beschäftigung erheblich. Deutsche Maschinenbauer investieren im Ausland, aber das Ausland nicht in Deutschland.“

Die befragten Unternehmen erwarten durch den Einsatz von KI nur einen moderaten Rückgang der Beschäftigung bei Fachkräften und Auszubildenden, jedoch einen stärkeren Rückgang bei Akademikerinnen und Akademikern. Bei den Fachkräften wird die KI weiterhin einfache, sich wiederholende Aufgaben übernehmen. Bei den akademischen Tätigkeiten werden insbesondere Menschen mit Management- und Office- Aufgaben betroffen sein und weniger Ingenieurinnen und Ingenieure in der industriellen Praxis. Darauf weist die VDMA-Ingenieurerhebung aus dem Herbst des vergangenen Jahres hin. Demnach gehen die Unternehmen davon aus, dass der Einsatz von KI tendenziell sogar zu einem steigenden Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren führt.

Trotz der insgesamt eingetrübten Perspektiven ist die betriebliche Ausbildung ein zentraler Stabilitätsfaktor: Die Beschäftigungserwartungen für Auszubildende sind vergleichsweise stabil, Engpässe bleiben durch die demografische Entwicklung absehbar.